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Marburg „Die Wolf-Gäng“-Regisseur besucht Marburg
Marburg „Die Wolf-Gäng“-Regisseur besucht Marburg
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17:00 11.03.2020
Quelle: FotoS: Katja Peters / Carolin Ubl
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Marburg

Auf dem Weg zum Cineplex musste Tim Trageser an der Alten Universität vorbei. „Da kamen sofort wieder die Erinnerungen an die Dreharbeiten hoch. Wir mussten unwahrscheinlich viele Scheinwerfer aufbauen, um das Sonnenlicht zu simulieren“, erzählt der Regisseur von „Die Wolf-Gäng“ im OP-Gespräch. Den Film, der in Marburg, Alsfeld und Büdingen gedreht wurde, sahen gestern etwa 60 Schüler der Emil-von-Behring-Schule im Rahmen der Schul-Kino-Wochen.

Anschließend konnten sie Regisseur Tim Trageser befragen. „Wie ist Faye geflogen“, fragte ein Schüler. „Hat der Brückentroll in einen echten Fisch gebissen?“, wollte ein anderer wissen. „Haben sich Faye und Vlad wirklich geküsst?“, fragte eine Schülerin schüchtern. Der gebürtige Frankfurter blieb keine Antwort schuldig. „Die Flügel von Faye sind am Computer entstanden“, erklärte er. „Das war sehr aufwendig und kostet auch viel Geld. Deswegen gibt es davon nicht so viele Szenen im Film.“

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Der Fisch war kein echter

Und wie war das mit dem Fisch? „Das war kein echter“, gab der Regisseur zu. „Der war nachgemacht und schmeckte nach Marzipan, denn der Troll musste mehrmals hineinbeißen“, berichtete Tim Trageser. Und dann war da ja noch der Kuss. „Ja, der war echt“, sagte er lachend. „Und auch hier mussten sich Faye und Vlad mehrmals küssen, weil ich nicht gleich zufrieden war“, gab er zu. „Ach, und das Blut, das schmeckte übrigens nach Himbeere“, erklärte er noch.

6,5 Millionen Euro hat die Herstellung des Films gekostet. Für die drei Kinder-Hauptdarsteller hatte es Castings in Köln, Berlin und München gegeben. „Sie sind alle sehr gut in der Schule“, erfuhren die Behring-Schüler von Tim Trageser, der betonte: „Es gab sogar Unterricht während der Dreharbeiten, übers Internet.“

Dreharbeiten von September bis November 2018

Von September bis November 2018 dauerten die Dreharbeiten. Alle Innenaufnahmen von der „Penner-Akademie“ entstanden in der Alten Universität von Marburg, alle Außenaufnahmen von „Crailsfelden“ in Alsfeld. Auch dabei wurde ein bisschen getrickst. „Denn das Rathaus ist ja nicht so hoch. Die zweite Etage haben wir am Computer einfach oben drauf gesetzt“, verriet Tim Trageser, der natürlich auch wegen einer Fortsetzung gefragt wurde. „Im Moment wird es keine geben. Denn dafür gab es zu wenig Zuschauer. 600 000 hätten wir gebraucht, bisher waren leider nur 250 000 Besucher in den Kinos“, erklärte der Regisseur. In Marburg jedenfalls läuft der Film noch ein paar Wochen, sagte Marion Closmann vom Cineplex.

Und? Hat die Universitätsstadt Potenzial als Drehort? „Auf jeden Fall“, sagte Tim Trageser und ergänzt: „Marburg hat das Potenzial für einen eigenen hessischen Tatort. Aber auch für historische Filme oder Fantasy, so wie wir es gemacht haben.“ Er habe sich auch mal die Kasematten im Schloss angesehen. „Da könnte man locker Game of Thrones drehen“, findet der Film-Regisseur, der gerade zwei „Lissabon-Krimis“ für Das Erste abgedreht hat.

Von Katja Peters

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