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Marburg Die Suche nach dem perfekten Baum
Marburg Die Suche nach dem perfekten Baum
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11:58 12.12.2020
In diesem Jahr können in Neustadt und Bauerbach wieder regionale Nordmanntannen und Blaufichten vom Förster gekauft werden. Quelle: SymbolFoto: Frank Molter/dpa
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Marburg

Der Tannenbaum – er gehört für die meisten Menschen an Weihnachten dazu. Dabei sieht nie ein Baum aus wie der andere. Und nachdem er mit Kugeln, Lametta und Kerzen verziert ist, wird er zum geschmückten Weihnachtsbaum. Doch in Zeiten, in denen vermehrt auf den Umweltschutz geachtet wird, stellt sich die Frage: Wie nachhaltig ist eigentlich ein Weihnachtsbaum?

„Ob die heimischen Weihnachtsbäume CO2-neutral sind, wage ich zu bezweifeln. Die heimischen Bäume werden überwiegend in Sonderkulturen angelegt. Das sind meist ehemalige landwirtschaftliche Flächen oder Flächen, die unter Freileitungen verlaufen“, erklärt Bauerbachs Revierleiter Christian Korff.

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Ein Weihnachtsbaum benötigt zwischen sechs und sieben Jahren, bis er fertig gewachsen ist. „Unsere Bäume wachsen in einer früheren Baumschule an, die nicht mehr genutzt wird. Außerdem holen wir für den Verkauf bei der Försterei auch noch Fichten und Kiefern aus dem Wald, weil einige Menschen lieber diese Bäume als Weihnachtsbäume mögen“, merkt der Revierleiter an. Andererseits entsprechen die Bäume, die im Wald wachsen, oft nicht den Wünschen der Menschen. „Oft haben die Bäume im Wald zu wenig Nadeln. Aber die Menschen wollen ihre Bäume gerne homogen und schön. So dass die Kerzen gerade auf den Ästen sitzen“, sagt Korff.

Die Nordmanntanne gehört zu den beliebtesten Weihnachtsbäumen in Deutschland. „Es ist eine gerne gekaufte Sorte, weil die Nadeln weich sind, der Baum gut riecht und sehr lange hält“, stellt Bauerbachs Revierleiter fest.

Tipps, mit denen der Baum frisch bleibt

Einen Tipp hat der Profi aber auch, wie der Weihnachtsbaum lange hält. „Es ist wichtig, dass man den Baum nicht sofort von draußen ins Haus holt. Man sollte ihn erstmal in die Garage oder den Keller stellen, damit sich der Baum akklimatisieren kann – also ihn langsam auf die Wohnung vorbereiten. Außerdem sollte er nicht direkt neben dem Ofen stehen“, sagt Bauerbachs Revierleiter.

Dagegen werden jedes Jahr auch Bäume aus Norwegen schon im Oktober importiert. Der Grund dafür ist, dass die gespritzten Weihnachtsbäume länger frisch sind, weshalb sie früh die Reise nach Deutschland antreten. „Wir müssen in den ersten beiden Jahren, in denen eine Tanne wächst, zweimal im Jahr um den Baum herum mähen – oder die Schafe erledigen das. Aber auch in den Folgejahren muss einmal im Jahr gemäht werden. Ein Baum macht definitiv Arbeit“, sagt Korff.

Ein nachhaltiger Weihnachtsbaum im Topf?

Immer populärer werden auch Tannenbäume im Topf. Versprochen wird bei dieser Sorte von Weihnachtsbäumen oft, dass die Bäume nach Weihnachten im eigenen Garten angepflanzt werden können. Die Umsetzung ist jedoch oft schwierig. Forstwirt Jens Hedderich ist der Meinung, dass ein Baum, der eine Woche in den eigenen vier Wänden gestanden hat, noch draußen überleben kann. „Man muss den Baum einfach behandeln, als wäre er eine normale Topfblume“, sagt Hedderich. Jedoch ist sich auch der Forstwirt aus dem Ebsdorfer Grund sicher, dass der Baum nicht überleben kann, wenn er zwei Wochen vor Weihnachten bereits aufgestellt wird.

Weihnachtsbäume selbst schlagen kann man am Samstag, 12. Dezember, zwischen 9 und 13 Uhr bei der Försterei Bauerbach. Dort werden ein bis drei Meter große Blaufichten und Nordmanntannen angeboten. Eine Woche später, am Samstag, 19. Dezember, können zwischen 10 Uhr und 14 Uhr bei der Försterei Neustadt ebenfalls ein bis drei Meter hohe Blaufichten und Nordmanntannen geschlagen werden. Allerdings wird empfohlen, eine eigene Handsäge mitzubringen. Eine Anmeldung ist bei beiden Förstern nicht nötig. Außerdem sind die Preise für die Weihnachtsbäume in diesem Jahr angestiegen. Eine zwei Meter hohe Nordmanntanne kostet rund 40 Euro, die Fichte dagegen ungefähr 25 Euro.

Von Leonie Rink