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Marburg Marburg plant neue Gewerbe- und Parkflächen
Marburg Marburg plant neue Gewerbe- und Parkflächen
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00:18 14.04.2019
Dem Verein „Gleis X“ ist der Wagenplatz-Standort am Ortenberg bereits zum 30. Juni 2018 gekündigt worden. Quelle: Björn Wisker
Marburg

Die Stadtverwaltung will aber anderswo andere alternative Wohnformen realisieren – und in der Alten Kasseler Straße neue Gewerbe- und Parkflächen schaffen. Die Bauverwaltung habe bereits bei mehreren Grundstücken geprüft, ob sie als neuer­ Standort für die Wagenplatz-Siedlung infrage kommen könnten. Resultat: „Kein für den Verein positives Ergebnis“, wie es seitens der Stadt auf OP-Anfrage heißt.

Grundsätzlich kämen aber nicht nur städtische, sondern auch private Flächen in Betracht, welche die Vereinsmitglieder angesichts der vor einem Dreivierteljahr ausgesprochenen Kündigung suchen müssten. Eine Akzeptanz der alternativen Wohnform durch die Anwohner sei jedenfalls „wichtig“.

Unterdessen – auch im Nachgang der Kontroverse um die Neu-Wohngebiete Hasenkopf und Oberer Rotenberg – treibt die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau die ­Errichtung eigener alternativer Wohnformen voran. Im Försterweg im Waldtal und in der Magdeburger Straße in Wehrda stünden Interessensgemeinschaften Projekte zur Verfügung, um etwa Konzepte für gemeinschaftliches Wohnen umzusetzen.

Wohnen im Gewerbegebiet ist ausgeschlossen

Auch in Michelbach sollen Gebäude gebaut werden, die für Seniorenwohnen, Mehrgenerationenwohnen und gemeinschaftliche Wohnformen geeignet sind. In Ginseldorf gibt es ähnliche Ideen (OP berichtete). Was hat die Stadt mit dem brachliegenden Areal nahe des Jägertunnels vor, auf dem der Wagenplatz fast sechs Jahre beheimatet ist? Es gibt offenbar Pläne für eine zusätzliche Gewerbefläche oder einen Park-and-Ride-Parkplatz in Bahnhofsnähe.

„Die Entwicklung im Umfeld in der Nordstadt ist so fortgeschritten, dass eine Umsetzung näher tritt“, heißt es auf OP-Anfrage. Sollte die Stadt tatsächlich eine Gewerbefläche erschließen, würde sie dem zuletzt von vielen Unternehmern und auch der Industrie- und Handelskammer kritisierten Mangel an Ansiedelungsflächen entgegentreten (OP berichtete).

Wohnen sei in diesem Gewerbegebiet jedenfalls nicht vorgesehen, rechtlich sogar ausgeschlossen. Die Kündigung des als Zwischennutzung geschlossenen Vertrags zum 30. Juni 2018 sei auch geschehen, um keinen Wohn-Dauerzustand zu schaffen.

von Björn Wisker