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Marburg „Die Leute wollen raus“
Marburg „Die Leute wollen raus“
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13:58 24.08.2021
Die Delapré Abbey liegt südlich von Northampton.
Die Delapré Abbey liegt südlich von Northampton. Quelle: Privatfoto
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Northampton

Fast alles geöffnet, Veranstaltungen finden statt: So sieht momentan die Lage in Marburgs englischer Partnerstadt Northampton aus. Seit 1992 bestehen offiziell die städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen Marburg und Northampton. Seither gab es regelmäßig Besuche zwischen unterschiedlichen Gruppen.

Brigitte Sommer, die gebürtig aus Kassel stammt, lebt in Northampton. Nach Marburg hat sie eine persönliche Verbindung. „Ich habe elf Jahre in Marburg gelebt, bin 1999 nach Northampton ausgewandert und bin seit 2007 britische Staatsbürgerin“, erzählt sie. Seit mehreren Jahren ist sie im Ruhestand. Doch das heißt nicht, dass sie nicht mehr arbeitet. „Ich bin freiwilliger Tourguide“, sagt sie.

Großbritannien war von der Corona-Pandemie stark betroffen. Inzwischen gebe es wieder weniger Restriktionen. Seit Mitte Mai habe man „mehr Freiheiten und seit Juli ist so gut wie alles geöffnet“, erzählt Sommer. Aufgrund der Pandemie hätten viele kleinere Geschäfte schließen müssen und nun seien die Geschäfte geöffnet, „die es überstanden haben“.

Parks sind voll

Northampton liegt etwa eine Stunde nördlich von London und ist mit elf Parks eine Stadt im Grünen. Auch touristisch geht es bergauf. „Viele Leute fühlen sich noch nicht so sicher, sich ins Flugzeug zu setzen“, erklärt die 67-Jährige. So „bleiben sehr viele im Land“. Gleichzeitig „sind die Preise für Unterkünfte sehr hoch“.

Die Freizeit lässt sich wieder abwechslungsreich gestalten. „Vieles findet wieder statt. Die Parks sind voll. Die Leute wollen raus und was erleben“, sagt Sommer. Open-Air-Veranstaltungen wie Konzerte, Theater und Kino könnten wieder besucht werden. Weitere Ausflugsziele findet man in der Natur. „Die Kanäle sind klasse. Es gibt tolle Parks. Man kann hier unheimlich viel machen, wenn man möchte“, meint Sommer. Durch die hohe Impfquote sei die Lage nicht so problematisch.

Die Partnerschaft zu Marburg hat auch über Corona Bestand. Brigitte Sommer ist im englischen Partnerschaftsverein „Twinning Association Northampton-Marburg“ aktiv. Es seien viele ältere Menschen im Verein aktiv und weniger junge Menschen. „Zwar ist es nicht mehr die Menge an Leuten, die hin und her fährt“, doch „nächstes Jahr wollen wir wieder nach Marburg kommen“, erzählt sie.

fSehenswürdigkeiten in Northampton

In der englischen Partnerstadt und der Umgebung kann man viele Sehenswürdigkeiten entdecken:

  • Die St. Peter’s Kirche.
  • Das viktorianische Rathaus mit gemeißelten Figuren an der Außenwand.
  • Die Rundkirche Church of the Holy Sepulchre.
  • Das Museum of Leathercraft, wo man etwas über die Geschichte der Lederindustrie erfährt.
  • Die vielen umliegenden Parkanlagen.
  • Die Delapré Abbey, eine gegen 1145 gegründete Cluniazenserabtei für Nonnen südlich von Northampton.

Partnerschaft von Northampton und Marburg

Schon 1981 gab es erste Kontakte zwischen Marburg und Northampton. Elf Jahre später, 1992, kam es dann zur offiziellen Städtepartnerschaft. Der Freundeskreis Marburg-Northampton und sein englisches Pendant, die Twinning Association Northampton-Marburg, pflegen einen regelmäßigen Austausch.

Weitere Beziehungen gibt es zwischen Musik- und Sportvereinen. Zudem treten regelmäßig Bands aus Northampton auf dem „MaNo-Musikfestival“ in Marburg auf. Mit Poitiers haben Marburg und Northampton eine gemeinsame Partnerstadt.

Von Lucas Heinisch

24.08.2021
24.08.2021