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Marburg Don’t Drink and Drive!
Marburg Don’t Drink and Drive!
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09:58 21.09.2021
Tom Silas Schwehn testete im Fahrsimulator eine Fahrt unter Alkoholeinfluss.
Tom Silas Schwehn testete im Fahrsimulator eine Fahrt unter Alkoholeinfluss. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Auf dem Schulhof der Adolf-Reichwein-Schule in Marburg stehen Aufsteller der DDAD (Don’t Drink and Drive) Academy. Die Tore der KFZ-Werkstatt der Schule sind geöffnet. Vor einer Leinwand steht ein weißer Kleinwagen. Interessiert scharen sich die Schüler einer Berufsschulklasse um das Auto. „Das ist unser Fahrsimulator“, erklärt Lukas Schilling, Mitarbeiter der DDAD Academy, „Aber bevor wir das machen, würde ich euch zu einem kleinen Quiz einladen.“ Um die jungen Fahrer über die Gefahren und Konsequenzen von Alkohol hinterm Steuer aufzuklären, fragt der Experte zunächst ab, welche Promillegrenzen gesetzlich gelten und welche rechtlichen Konsequenzen das Fahren unter Alkoholeinfluss haben kann.

„Ich glaube, die Grenze bei Fahrern in der Probezeit oder Fahrern unter 21 Jahren liegt bei 0,0 Promille“, antwortet Shakib Sheleh Jelokhani, Schüler der Berufsschule. Schilling bejaht die Antwort und gibt zu bedenken, dass es keine Tricks gibt, die dazu beitragen, den Alkohol schneller im Körper abbauen zu können: „Das einzige, was da hilft, ist Zeit. Es gilt die Faustregel, dass 0,1 Promille pro Stunde vom Körper durchschnittlich abgebaut wird.“ Doch nicht nur das Fahren von Autos oder Fahrrädern unter Alkoholeinfluss kann einen den Führerschein kosten. „Auch beim Fahren von E-Scootern gilt Alkoholverbot für Fahrer in der Probezeit oder unter 21 Jahren“, sagt der Experte. Allgemein gilt für E-Scooter die gleiche Grenze wie beim Autofahren, nämlich die Obergrenze von 0,5 Promille. Erstaunt schauen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig an.

„Es hat klick gemacht“

Für Steffen Dyroff, den Suchtpräventions-Beauftragten der Adolf-Reichwein-Schule sind Alkohol-Präventionsaktionen besonders wichtig. Der Schule sei es ein großes Anliegen, auch Themen, die außerhalb des normalen Schulbetriebs liegen, anzusprechen: „Wir organisieren jährlich mehrerer solcher Veranstaltungen. Wenn wir mit so einem Aktionstag auch nur einen einzigen Unfall vermeiden, haben wir unser Ziel schon erreicht.“ Seiner Meinung nach sollte die Teilnahme an einer Präventionsmaßnahme dieser Art Voraussetzung für die Zulassung zur Führerscheinprüfung sein, ähnlich wie ein Erste-Hilfe-Kurs. Der 21-jährige Shakib Shele Jelokhani stimmt zu: „In meinem Freundeskreis reden wir immer wieder über das Thema, ich finde, man sollte solche Präventionstage öfter besuchen, damit das Thema präsent bleibt.“ In seinem Kopf habe es „klick gemacht“. Deshalb werde er künftig mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr walten lassen.

Autofahren unter Alkoholeinfluss

Nach der Quiz-Runde begeben sich alle Schülerinnen und Schüler in die KFZ-Halle. Einer nach dem anderen darf den Fahrsimulator ausprobieren. Im Auto müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lediglich das Gas- und Bremspedal sowie das Lenkrad nutzen, um in der Simulation auf der Leinwand vor ihnen fahren zu können. Das Auto bewegt sich dabei nicht von der Stelle. Auf der Leinwand ist eine simulierte Strecke zu sehen, die die Schülerinnen und Schüler abfahren. Zunächst einige Zeit im „nüchternen“ Zustand, dann im „alkoholisierten“ Zustand. Dabei verengt sich das Sichtfeld zu einer Art Tunnelblick.

Das Lenken und Spurhalten fällt somit schwerer. Einer der Schüler fährt sogar mit Vollgas gegen einen simulierten Fahrradfahrer. „Ich fahre schon Mofa und trinke nie, wenn ich fahren muss. Der Simulator hat mich in meiner Meinung bestärkt“, sagt Tom Silas Schwehn, ebenfalls Berufsschüler. „Mit dem Simulator habt ihr die Möglichkeit, zu sehen, wie gefährlich das Fahren unter Einfluss von Alkohol sein kann. Was der Simulator jedoch nicht berücksichtigen kann, ist die Neigung zur Selbstüberschätzung im alkoholisierten Zustand“, erklärt Schilling. Somit könne die Installation den „ich bin doch noch nüchtern genug, ich kann noch fahren“-Effekt nicht simulieren.

Die „Don’t Drink and Drive Academy“ ist nicht das einzige Präventionsprojekt: Es gibt auch noch das Projekt BOB. BOB ist dabei keine Abkürzung. BOB wird derjenige genannt, der von der Gruppe auserkoren wurde, nüchtern zu bleiben und dafür zu sorgen, dass alle gut zu Hause ankommen. Um auf BOB aufmerksam zu machen, gibt es regelmäßig Seminare, um für die Gefahren von Alkohol und anderen Drogen am Steuer zu sensibilisieren. „Das Projekt läuft seit 15 Jahren erfolgreich. Wir bieten immer noch Workshops in Betrieben, an Schulen und Fahrschulen, sowie Institutionen wie Feuerwehr oder DRK (Deutsches Rotes Kreuz) an“, heißt es von Seiten der Polizei.

Von Larissa Pitzen

Projekt Bob läuft seit 15 Jahren

Die „Don’t Drink and Drive“-Academy ist nicht das einzige Präventionsprojekt: Es gibt auch noch das Projekt Bob. Bob ist dabei keine Abkürzung. Bob wird derjenige genannt, der von der Gruppe auserkoren wurde, nüchtern zu bleiben und dafür zu sorgen, dass alle gut zu Hause ankommen. Um auf Bob aufmerksam zu machen, gibt es regelmäßig Seminare, um für die Gefahren von Alkohol und anderen Drogen am Steuer zu sensibilisieren. „Das Projekt läuft seit 15 Jahren erfolgreich. Wir bieten immer noch Workshops in Betrieben, an Schulen und Fahrschulen, sowie Institutionen wie Feuerwehr oder DRK (Deutsches Rotes Kreuz) an“, heißt es von Seiten der Polizei.

21.09.2021
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