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Marburg Schon Sonntag ist in Geburtshilfe Schluss
Marburg Schon Sonntag ist in Geburtshilfe Schluss
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18:52 12.07.2019
Hebamme tastet den Bauch einer schwangeren Frau ab. Das gibt es in der Geburtshilfe Wehrda ab Montag nicht mehr – die Station schließt früher als geplant. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Marburg

Dr. Michael Gebhard, Geschäftsführer des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbands, zu dem das Krankenhaus gehört, erklärte: „Wir bedauern es sehr, dass wir den Betrieb der Frauenklinik nicht bis zum Ende des Jahres aufrechterhalten können.“

Jedoch sei in den vergangenen Wochen die Zahl an nicht besetzten Diensten wegen Eigenkündigungen, Krankheit oder ärztlich verordneten Beschäftigungsverboten derart gestiegen, dass sich der Träger des Krankenhauses habe entscheiden müssen, „die Frauenklinik bereits mit Ablauf des 14. Juli aufzugeben“, teilte die Klinik am Freitag, 12. Juli, mit.

UKGM: Geburtshilfe in Region gesichert

Die Sicherheit der werdenden Mütter stehe dabei über allen anderen Überlegungen – aus dieser „personellen Notlage“ heraus sei die vorzeitige Aufgabe der Abteilung notwendig geworden. Der Träger werde dem Großteil der betroffenen Mitarbeiter ein Weiterbeschäftigungsangebot machen. Zudem werde gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung ein Sozialplan erarbeitet, um „Nachteile, die aus der Entscheidung heraus resultieren, abzumildern“.

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Sorge darüber, dass sie in Marburg nicht mehr versorgt werden, müssten sich Schwangere indes nicht machen – denn das UKGM stehe bereit, ab Montag die geburtshilfliche Versorgung zu übernehmen.

„Alle schwangeren Frauen können jetzt und in Zukunft ­ihre Kinder in Marburg zur Welt bringen. Die Frauenklinik des Universitätsklinikums steht werdenden Eltern medizinisch und pflegerisch rund um die Uhr bei der Geburt ihres Kindes mit Rat und Tat zur Verfügung“, versicherte die Kaufmännische Geschäftsführerin der Uniklinik Marburg, Dr. Sylvia Heinis. Man könne und werde die hohe Qualität und den Umfang der Geburtshilfe in Stadt, Landkreis und Region dauerhaft sicherstellen.

Lahnberge haben sich gerüstet

„In den zurückliegenden Wochen seit Bekanntwerden der Schließung haben wir uns auf den Lahnbergen personell und räumlich auf die neuen Anforderungen eingestellt und unsere Ressourcen angepasst“, so Heinis.

Professor Harald Renz, Ärztlicher Geschäftsführer, erläutert: „Wir setzen am UKGM voll auf die regionale Versorgung der Bevölkerung – und das so individuell und elternbezogen wie möglich.“ Das beginne mit ­allen Fragen und Themen rund um die Geburt am Anfang des Lebens.

Dr. Siegmund Köhler, Chefarzt der Geburtshilfe am UKGM Marburg, ergänzt: „Unser Team in der Geburtshilfe auf den Lahnbergen wird alles tun, werdenden Müttern und ihren Partnern in und um Marburg auch weiterhin eine gute und ­sichere Schwangerschaft und Geburt zu ermöglichen.“

von Andreas Schmidt