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Marburg Der Kreuzweg im Schuhkarton
Marburg Der Kreuzweg im Schuhkarton
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15:58 02.04.2021
Kalea (von links), Klara und Jolina gehören zu den 24 Erstkommunionskindern der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, die an der Ausstellung „Jesu Weg zum Kreuz“ mitgewirkt haben. Die Kinder haben Szenen des Leidenswegs in Schuhkartons nachgebildet.
Kalea (von links), Klara und Jolina gehören zu den 24 Erstkommunionskindern der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, die an der Ausstellung „Jesu Weg zum Kreuz“ mitgewirkt haben. Die Kinder haben Szenen des Leidenswegs in Schuhkartons nachgebildet. Quelle: fotos: Thorsten Richter
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Playmobil-Römer stehen in einem kleinen Karton, recken bedrohlich ihre Schwerter in die Höhe und verspotten Jesus. Er sei kein König und schon gar nicht der Sohn Gottes, sagen sie und setzen ihm kurz darauf die Dornenkrone aufs Haupt. „Jesus wird verspottet“ ist eine von zehn Stationen des kleinen, österlichen Ausstellungsprojekts „Jesu Weg zum Kreuz“. Gestaltet wurden die Szenen der letzten Tage von Jesus Christus von 24 Familien der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul gemeinsam mit ihren Kindern, die in diesem Jahr Erstkommunion feiern werden.

Vom letzten Abendmahl bis zur Kreuzigung

Die Jungen und Mädchen im Alter von 9 Jahren haben die Kreuzwegstationen mit viel Fantasie ausgestaltet: Die zeitliche Spanne reicht vom letzten Abendmahl über die Kreuzigung bis zum leeren Grab – also vom heutigen Gründonnerstag bis Ostersonntag. Manche Kinder haben ihre Station mit Playmobil- oder Lego-Figuren gestaltet, andere wie Juliana für ihre Kreuzigungsszene Moose, Steine, kleine Hölzer und Kunstschnee benutzt und die Figuren gemalt und ausgeschnitten. Wieder andere haben die Kartons einfach bemalt. Zu jeder Station gibt es Erläuterungen, was zu sehen ist.

Diese Erläuterungen zu den Szenen hat Ute Ramb verfasst. Sie ist Gemeindereferentin der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul und hat die Aktion organisiert. „Normalerweise treffen wir uns einmal pro Woche mit den Kindern, die auf die Erstkommunion vorbereitet werden“, erklärt sie. Gruppentreffen seien in Zeiten der Corona-Pandemie aber nicht möglich gewesen. Die Idee zu „Jesu Weg zum Kreuz“ habe sie dann in einer Fachzeitschrift entdeckt.

Die kleine Ausstellung ist über Ostern bis Mitte April in der Kirche St. Peter und Paul zu sehen. Sie bringt Kindern die Kreuzigungsgeschichte der Bibel näher. Die Kirchengemeinde St. Peter und Paul lädt am Freitag zu einem Kreuzweg ein. Von 10 bis 18 Uhr sind in und um die Kirche Kreuzwegstationen zum Erleben, Beten, Betrachten und Begreifen aufgebaut.

Nicht Weihnachten, sondern Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum, auch wenn viele Menschen angesichts der Unmengen an Weihnachts-Geschenken es anders herum sehen mögen. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu Christi von den Toten am Ostersonntag. Der Sieg über den Tod ist das Fundament des christlichen Glaubens. Ostern beginnt mit Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde. In Deutschland ist der Karfreitag ein gesetzlicher und zugleich stiller Feiertag. Um den Charakter dieses Feiertages zu unterstreichen, sind an Karfreitag öffentliche Veranstaltungen wie Märkte und Unterhaltungsveranstaltungen verboten – auch unabhängig von Corona.

Volker Bouffier rät ab von Präsenz-Gottesdiensten

Ostern ist ein beweglicher Feiertag. Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond. Nach dem gregorianischen Kalender ist dies frühestens der 22. März und spätestens der 25. April. Festgelegt wurde dies auf dem Konzil von Nizäa im Jahr 325.

Die Corona-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf das Osterfest, um das sich in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Bräuche wie etwa die bunt gefärbten Ostereier entwickelt haben. Es ist traditionell vor allem auch ein Familienfest. Wegen der Corona-Pandemie gelten jedoch strenge Regeln und Kontaktbeschränkungen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) appellierte dringend an die Kirchen, auf Präsenz-Gottesdienste zu verzichten. Da die Sieben-Tage-Inzidenz weiter ansteigt, bleiben die Corona-Kontaktbeschränkungen in Hessen auch an Ostern unverändert: Maximal fünf Personen aus zwei verschiedenen Haushalten dürfen sich treffen, Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen.

Von Uwe Badouin