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Marburg Bauantrag für Haupthaus gestellt
Marburg Bauantrag für Haupthaus gestellt
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20:00 14.04.2022
Die Arbeiten an der ehemaligen Hofreite in Gisselberg schreiten nach einer monatelangen Unterbrechung wieder voran.
Die Arbeiten an der ehemaligen Hofreite in Gisselberg schreiten nach einer monatelangen Unterbrechung wieder voran. Quelle: Gianfranco Fain
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Gisselberg

Der lange Stillstand auf der Hofreite-Baustelle in Gisselberg ist endlich vorbei, was Dorothea und Ralf Weber einige Sorgen nimmt. Mehr als drei Monate gingen verloren, weil der Zimmereibetrieb nach der Weihnachtspause durch Krankheitsfälle und Mitarbeiterfluktuation die Arbeiten unterbrechen musste. Mitte Januar sollte es weitergehen, es wurde Mitte März.

Ehepaar Weber will sich einen Traum erfüllen

Nun geht es aber wieder voran. Die Arbeiten an der Scheune und auch am Nebengebäude sind wieder aufgenommen, was an einem Haufen Abraum auf dem Grundstück an der Gießener Straße Nummer 16 zu erkennen ist. Das Ehepaar Weber will sich dort seinen Traum erfüllen und aus der ehemaligen Hofreite Raum für eine generationenübergreifende Lebensgemeinschaft schaffen.

Dazu gehört auch, das vor rund 15 Jahren abgebrannte Haupthaus wieder zu errichten. Dies nach ökologischen Gesichtspunkten, damit möglichst energetisch autarke Wohn- und Gesellschaftsräume entstehen. In diesem Punkt bereitete den Webers der kurzfristige Stopp der KfW-Förderung einige Sorgen. Sie wollen den Neubau zwar nach dem besseren 50er-Standard errichten lassen, aber es sei noch nicht klar, wie das Förderprogramm aussehen wird.

So könnte der Anbau des Mehrfamilienhauses an die Hofreite in Gisselberg nach Vorstellung des Architekten und des Ehepaars Weber aussehen. Quelle: Privat

Die Zeit des baulichen Stillstands war insoweit nicht gänzlich vertan, weil in dieser Periode der Vorschlag des Architekten Hoffmann für das neue Mehrfamilienhaus vorlag und der Bauantrag gestellt wurde. Auch das zog sich in die Länge, weil „dazu viele Details zu berücksichtigen waren“, berichtet Dorothea Weber. Sie spricht von einigem „Hin und Her“, da mehrere Behörden beteiligt sind. Unter anderem der Beirat des Denkmalschutzes. Dieser äußerte zwar seine Freude darüber, dass sich die Lücke im Ort wieder schließt, „dennoch rechnen wir zur Baugenehmigung mit einigen Auflagen“, sagt Ralf Weber.

Mit dem unerwarteten Eintreten von Entwicklungen, die das Ändern ihrer Pläne erfordern, sammelten die Webers schon einige Erfahrungen. „Man stößt plötzliche auf Themen, die man vorher nicht bedachte“, umschreibt Ralf Weber die Geschehnisse. Zum Beispiel gehörte zu ihren Plänen des möglichst unabhängigen Lebens von fossilen Brennstoffen, neben dem Nutzen von Erdwärme und Solarenergie auch fünf Ladesäulen für Elektrofahrzeuge auf ihrem Grundstück zu installieren. Zu ihrem Bedauern erfuhren sie, dass ein dazu benötigtes, für 100 Kilowattstunden dimensioniertes Kabel etwa 60 Meter vor ihrem Grundstück endet.

Verlegung eines Kabels soll 24 000 Euro kosten

Da die Marburger Stadtwerke für das Verlegen eines entsprechenden Kabels rund 24 000 Euro veranschlagen, bleibt es vorerst bei einer Stromsäule.

Aber es gab auch erfreuliche Dinge, wie die Resonanz auf die Bitte nach Vorschlägen aus dem Dorf, was für ein Baum im Hof Schatten spenden soll. Von Linde über Kastanie bis Eiche hätten sie viele Vorschläge erreicht, berichtet Dorothea Weber, die sich auch über das generelle Interesse der Gisselberger an ihrem Projekt freut.

Da die meisten vorgeschlagenen Bäume im Laufe der Zeit aber sehr mächtig werden, tendieren die Webers doch zu Gewächsen, die sich gut beschneiden lassen, wie zum Beispiel Akazie und Roter Zierapfel – oder doch ein anderes? „Mal sehen, ob noch weitere Vorschläge kommen“, sagt Dorothea Weber.     

Von Gianfranco Fain

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