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Marburg Rad-Aktivisten blockieren Uni-Straße
Marburg Rad-Aktivisten blockieren Uni-Straße
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18:00 07.06.2021
Rad-Demo mit rund 350 Teilnehmern in Marburg Anfang Juni.
Rad-Demo mit rund 350 Teilnehmern in Marburg Anfang Juni. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Tempo 30 nicht nur in der Frankfurter Straße, sondern in ganz Marburg, Sperrung von „Am Grün“, stundenweise Autofahrverbote in der Leopold-Lucas-Straße und eine grundsätzlich andere Verkehrspolitik im Sinne von Rad- und Nahverkehr: Rund 350 Demonstranten haben am Wochenende für grundsätzliche Veränderungen im Mobilitätsbereich protestiert.

Keiner der „kleinschrittigen Forderungen“ durch die Radverkehrsinitiativen sei die Stadtspitze bisher nachgekommen, sagt Sara Müller von der Bürgerinitiative Verkehrswende. Dabei sei es nach fünf Jahren ausführlicher öffentlicher Debatte und dem Klimanotstandsbeschluss des Stadtparlaments vor fast genau zwei Jahren „längst an der Zeit zu handeln“. Das Bundesverfassungsgericht habe mit seinem jüngsten Klima-Urteil den „allein noch gangbaren Weg in eine sozial ökologisch positive Zukunft gewiesen“.

Die nun vom Land Hessen wieder aufgehobene Tempo 30-Regelung in der Frankfurter Straße nahm Müller zum Anlass – wie es nun auch im Ortsbeirat Südviertel diskutiert wird –, die Umwidmung der Südviertel-Strecke von einer Kreis- in eine Gemeindestraße zu fordern. Allerdings nicht, um Tempo 30 anzuordnen. Das sei nämlich „nicht genug“, sagte sie auf einer Kundgebung.

Vielmehr müsse es um eine „fortschrittliche Gestaltung“ der Straßen gehen, die auch durch weniger Belastung deren Substanz schütze. „Menschen zu Fuß oder mit dem Rad tragen kaum zur Abnutzung der Straßen bei“, sagt Müller. Wenn man nur an Schritte wie Geschwindigkeitsreduktion speziell in Wohngebieten denke, werde man in Bezug auf Nachhaltigkeit „mittelfristig stehen bleiben“. Es brauche auf einer Gemeindestraße also „weitere Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung“.

Mit dem Slogan „Wir holen uns die Innenstadt zurück“ stellten Aktivisten – unter anderem Anhänger von Fridays for Future und Klimagruppe – auf der Universitätsstraße mithilfe von nachgebauten Autogestellen einen Verkehrsunfall nach, wodurch es am Samstagnachmittag im Zentrum zu Staus kam. Die Forderung: autofreie Innenstadt und Gratis-Nahverkehr. „Ein Großteil vom öffentlichen Raum in Marburg dient ausschließlich dem Autoverkehr. Dringend benötigter Raum für sichere Fahrradwege und lebenswerten Stadtraum wird von parkenden Autos, Staus und asphaltierten Straßen blockiert“, heißt es in einer Mitteilung der Aktivisten.

Von Björn Wisker

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