Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Dekan wird Prälat
Marburg Dekan wird Prälat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:37 08.10.2021
Burkhard zur Nieden (Dekan des Kirchenkreises Marburg)
Burkhard zur Nieden (Dekan des Kirchenkreises Marburg) Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Burkhard zur Nieden, derzeitiger Dekan des Kirchenkreises Marburg, wird neuer Prälat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Der Rat der Landeskirche hat ihn in das neue Amt berufen. Das teilte die EKKW-Pressestelle mit. Der 58-Jährige folgt auf Bernd Böttner, der zum 31. Januar kommenden Jahres in den Ruhestand treten wird. In seiner neuen Funktion als Prälat wird zur Nieden als theologischer Stellvertreter von Bischöfin Dr. Beate Hofmann wirken und zugleich als Dezernent für das theologische Personal der EKKW und für die Gemeindeentwicklung zuständig sein. Als künftiger Prälat will er auf ein kollegiales Miteinander setzen und den Mitarbeitenden nach eigenen Angaben weite Räume für deren Dienst bieten sowie sie stärken und ihnen den Rücken freihalten.

Burkhard zur Nieden freut sich auf seine Aufgabe, in der Nach-Corona-Zeit den Übergang in einen „neuen Zustand von Kirche“ begleiten. Dass dies gelingen könne, sei nicht nur eine Frage von Optimismus und Gottvertrauen, sondern auch der Mitgestaltung.

Nachfolger für die „Babyboomer-Generation“

Die kommenden Jahre bis zum Ende des Jahrzehntes seien auch in der Kirche davon beeinflusst, dass viele Vertreter der „Babyboomer-Generation“ in den Ruhestand gehen, erläuterte zur Nieden im Gespräch mit der OP. Für das scheidende Personal müssten Nachfolger gefunden werden. Die Weiterentwicklung des Pfarrberufs in Zeiten knapper werdender Ressourcen und sinkender Mitgliederzahlen sieht er wie das Gewinnen des theologischen Nachwuchses als wichtige Themen. Die Begleitung dieser Transformation und einen Modernitätsschub sieht der Marburger Dekan als seine zentrale Aufgabe an. Dafür sei er auch durch seine spezifischen Erfahrungen als Dekan des Kirchenkreises Marburg in einer kleinen und „absolut spannenden“ Region mit einer Universitätsstadt als Zentrum gut gerüstet.

Burkhard zur Nieden ist in Großalmerode im Werra-Meißner-Kreis aufgewachsen. Nach dem Theologie-Studium in Göttingen, Bonn und Marburg sowie dem Vikariat in Großseelheim folgten Stationen als Gemeindepfarrer im Kasseler Osten, in Baunatal und Oberweimar.

Seit 2010 ist Burkhard zur Nieden Dekan des damaligen Stadtkirchenkreises Marburg, der seit 2012, nach der Neuordnung der Kirchenkreise Kirchhain, Marburg-Land und des Stadtkirchenkreises Marburg, unter dem Kirchenkreis Marburg firmiert. Durch seine Arbeit im städtischen und ländlichen Bereich könne er die Situation von Gemeindepfarrerinnen und -pfarrern gut verstehen, sagt zur Nieden, der mit seiner Frau zurück nach Großalmerode in seine nordhessische Heimat ziehen wird.

Ganz wird Burkhard zur Nieden Marburg allerdings nicht den Rücken kehren. „Marburg ist die Stadt unseres Lebens. Das bleibt ein Stück Heimat“, sagte er der OP. Zudem will er in seiner Freizeit als Keyboarder weiter Musik mit heimischen Bands von Robert Oberbeck und Rainer Husel machen.

Nachdem vor kurzem Hartmut Wöllenstein als Propst in den Ruhestand gegangen ist, wird nun in Burkhard zur Nieden ein weiterer führender Kirchenmann nicht weiter in Marburg aktiv sein. Jetzt sei Platz für etwas Neues. Während Wöllensteins Nachfolger schon in Dr. Volker Mantey gefunden wurde, beginnt das Verfahren für die Nachbesetzung der Dekansstelle erst im November. Wenn alles planmäßig läuft, könnte schon im Frühjahr 2022 die Berufung erfolgen und zur Niedens Nachfolger würde dann nach den kommenden Sommerferien seinen Posten antreten.

In der Übergangsphase ab Anfang Februar 2022 wird die Dekansfunktion nach Angaben von Burkhard zur Nieden kommissarisch durch Pfarrer Ulrich Biskamp wahrgenommen, der dann das Amt des stellvertretenden Dekans übernehmen wird.

Von Manfred Hitzeroth