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Marburg „Ein Lockdown durch die Hintertür“
Marburg „Ein Lockdown durch die Hintertür“
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17:00 08.01.2022
2G-plus steht auf einem Fenster eines Gasthauses.
2G-plus steht auf einem Fenster eines Gasthauses. Quelle: Arne Dedert
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Marburg

Im Kampf gegen die sich auch in Deutschland rasant ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus werden die Zugangsregeln für Restaurants, Cafés und Kneipen verschärft. Bundesregierung und Länderregierungschefs einigten sich am Freitag (7. Januar) darauf, dass künftig bundesweit und unabhängig von den Infektionszahlen eine 2G-plus-Regel gelten soll. Geimpfte und Genesene müssen dann einen tagesaktuellen negativen Corona-Test oder eine Auffrischungsimpfung vorweisen. Sachsen-Anhalt will dabei vorerst allerdings nicht mitmachen.

Die Auswirkungen auf die ohnehin durch die Corona-Pandemie gebeutelte Gastronomie werden nach Ansicht des Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga erheblich sein. Oliver-Peter Benz, der Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbands Marburg, sagte der OP: „Für die Hotellerie und die Hotelgastronomie muss man abwarten, aber für die andere Gastronomie wird damit alles abgeschnitten. Das ist ein Lockdown durch die Hintertür.“

Die Branche leide bereits massiv unter der Corona-Pandemie. Er verwies unter anderem auf das eingebrochene Weihnachtsgeschäft mit der Absage von Weihnachtsfeiern. „Durch die 2G-plus-Regel wird es noch weiter zurückgehen, denn längst nicht jeder ist geboostert und einen Test für einen spontanen Restaurantbesuch machen die wenigsten.“

Viele Kolleginnen und Kollegen, mit denen er gesprochen habe, planten, sich das eine oder zwei Wochen anzusehen. Er rechne damit, dass etwa ein Drittel aller Gastronomie-Betriebe mangels Umsätzen zeitweise schließen werde. Die Gastronomie-Branche fordere von der Bundesregierung, die Überbrückungshilfe bis Ende März auszudehnen und „freiwillige Komplettschließungen mangels Umsatz“ einzubeziehen.

Von Uwe Badouin