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Marburg Die Lahn-Pegel steigen
Marburg Die Lahn-Pegel steigen
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20:58 04.01.2022
Hochwasser in Roth bei einem steigenden Lahnpegel.
Hochwasser in Roth bei einem steigenden Lahnpegel. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das anhaltende Nieselwetter der letzten und wohl auch der kommenden Tage lässt die Flüsse im Landkreis sichtlich anschwellen. Mancherorts waren am Dienstag (4. Januar) bereits Uferbereiche oder Bereiche unterhalb von Brücken – etwa in Marburg und bei Roth – überschwemmt, deutlich mehr Wasser floss die Lahn herunter.

Süd- und Ostdeutschland ist derzeit stärker vom Dauerregen, teils von Unwetter betroffen, vor allem Bereiche in den Mittelgebirgen. Im Oberlauf der Fulda, an den Zuflüssen des Mains sowie an den Gewässern des hessischen Rieds können vereinzelt Meldestufen der Wasserstände überschritten werden, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie berichtet.

Prognosen für den kommenden Tag

Dieses überprüft die verschiedenen Pegelstände im ganzen Land und damit auch die der Lahn – im Landkreis an drei verschiedenen Messstellen – dokumentiert den Wasserstand und gibt Prognosen für die nächsten Tage ab. Auch im Marburger Raum stiegen die Pegel zuletzt deutlich an, überschritten bislang aber nicht die Meldestufe I, der unterste Grenzbereich bei der Wasserstandsmessung.

Wie sah es am Dienstag an den verschiedenen Standorten aus? An der Lahn-Station bei Biedenkopf stieg die Kurve über den Tag steil an, am Nachmittag wurde dort ein Wasserstand von 124 Zentimetern und ein Wasser-Durchfluss von knapp 35 Kubikmeter in der Sekunde gemessen. Der Wasserstand beim mittleren Durchfluss liegt an diesem Standort bei 5 Kubikmeter pro Sekunde. Höher lag der Pegel zuletzt nur im März vergangenes Jahr.

Neue Regenfälle sorgen auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf für anschwellende Fließgewässer. Mancherorts tritt das Wasser über die Ufer.  

Auch an der Station in Sarnau kam am Dienstag sichtlich Bewegung in die Grafik: Dort wurde ein Wasserstand von 171 Zentimetern gemessen und ein Durchfluss von 39 Kubikmetern in der Sekunde gemessen. In Marburg kletterte der Pegel auf fast 300 Zentimeter – so hoch war er zuletzt im April 2021 – während der Durchfluss etwa 51 Kubikmeter die Sekunde erreichte. Im Mittel liegt dieser bei etwa 16. Die Grenze der Meldestufe I für die Marburger Messstelle ist übrigens bei 400 Zentimetern, die nächste Stufe bei 450 Zentimetern. Der Prognose des Landesamts nach steigt der Wasserstand dort am Mittwoch noch weiter an, fällt dann Donnerstag wieder, so wie bei den anderen beiden Stationen. Mit Überflutungen ist wohl nicht zu rechnen.

Auch das Hochwasserlagezentrum Lahn des Regierungspräsidiums (RP) Gießen gibt an, dass weder Lahn noch Dill oder Ohm Grenzwerte bei den Meldestufen erreicht haben. Anders sieht es außerhalb des Landkreises bei Nebengewässern der Lahn aus: Die Messstelle bei Gießen-Wieseck zeigt aktuell die Meldestufe eins (von drei), die wohl auch geringfügig überschritten werden wird. Dasselbe gilt für den Pegel Bartenhausen an der Wohra.

Lahn-Nebenflüsse erreichen erste Meldestufe

Laut des Deutschen Wetterdienstes werden die Schauer am Mittwoch vereinzelt anhalten, der Donnerstag bleibt voraussichtlich meist niederschlagsfrei. Am Freitag aber werden wieder zeitweise Niederschläge in Form von Schnee oder Regen erwartet. „Möglicherweise können weitere Pegel im Einzugsgebiet der Lahn, zum Beispiel Gießen/Wieseck, die Meldestufe 1 tangieren oder leicht überschreiten“, berichtet dazu Ines Walter, RP-Mitarbeiterin im Hochwasserlagezentrum Lahn.

Aber: „Ein deutliches Überschreiten von Meldestufen erscheint derzeit unwahrscheinlich.“ Das Hochwasserlagezentrum behalte die Lage im Blick, die Berechnung der Abflussentwicklung und der Wasserstandsvorhersage für die Pegel laufe im überwachten Betrieb.

Von Ina Tannert