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Marburg Das wollen die Menschen am Richtsberg
Marburg Das wollen die Menschen am Richtsberg
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09:04 27.01.2020
Marburg

Jetzt kommen die Dinge ins Rollen: Nachdem die Stadt Marburg vier Stadtteile für ihr Pilotprojekt zum Stadtteilfonds ausgewählt hatte, starten in den Quartieren jetzt die ersten Brainstormings.

Am Richtsberg stieß der „Ideenbrunch“ am Samstag schon mal auf große Resonanz. Etliche Vorschläge wurden gemacht, wie die 5.000 Euro Förderung in diesem Jahr für den Stadtteil verwendet werden könnten. Ein Querschnitt der Bewohner hatte sich in den Räumen der Richtsberggemeinde bei einem Frühstück zusammengefunden – jung und alt, weiblich und männlich, Hilfskraft und Akademiker. Nachbarn sollen sich so besser kennenlernen, gemeinsam Pläne schmieden und diese im weiteren Verlauf auch umsetzen.

„Mit dem Stadtteilfonds fördert die Stadt Marburg die Belebung der individuellen Stadtteilkultur und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Viertel“, so Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der mit dem Bürgermeister und Vorsitzenden der Richtsberggemeinde, Wieland Stötzel, die Brain­stormer begrüßte.

Umfrage: Was wünschen Sie sich für den Richtsberg?

Monique-Isabell Gottschling. Foto: Volker Kubisch

Monique-Isabell Gottschling: Ich wünsche mir eine Aufwertung des Marktplatzes. Den Brunnen könnte man zum Wasserspielplatzumfunktionieren und kindersicher gestalten. Das wäre für Eltern und ihre Kinder dann echt ein toller Treffpunkt.

Lennart Ruhnke. Foto: Volker Kubisch

Lennart Ruhnke: Ich würde gerne ein koordiniertes Netzwerk von Leuten aufbauen, die hilfsbedürftige Nachbarn unterstützen. Einkäufe erledigen, mit ihnen zum Arzt gehen, bei Dingen helfen, die sie alleine nicht mehr erledigt kriegen – das wäre ein cooles Projekt.

Elisabeth Budinger. Foto: Volker Kubisch

Elisabeth Budinger: Ich wünsche mir einen Second-Hand-Laden am Richtsberg. Am liebsten so einen, wo man auch mal Sachen oder Klamotten tauschen kann und nicht bei jeder notwendigen Anschaffung gleich eine Menge Geld ausgeben muss.

Dorothea Micke. Foto: Volker Kubisch

Dorothea Micke: Ich würde gerne den Marktplatz umgestaltet sehen. Mit ein paar zusätzlichen Pflanzen ließe sich hier schon eine Menge erreichen. Und in Sachen Sicherheit müsste etwas passieren. Manche trauen sich zu bestimmten Zeiten gar nicht mehr her.

Cindy Ruhnke. Foto: Volker Kubisch

Cindy Ruhnke: Ich wünsche mir einen Ort, an dem man sich mit anderen besser vernetzen kann. Vernetzung ist doch heute wahnsinnig wichtig, weil man sich in einer zunehmend anonymeren Umwelt besser und ungezwungener kennenlernen kann.

Schnell hatten sich einige Gruppen gefunden, die jeweils Ideen entwickelten und festhielten. Einzige Vorgabe war dabei, dass die Umsetzung der Ideen Engagement und Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil stärken soll, besonders die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.

Und die Richtsberger legten sofort los: Die Einrichtung eines Jugendclubs wurde genannt oder ein Indoorspielplatz, ein Second-Hand-Laden wurde genauso gewünscht wie ein regelmäßiges Sportangebot mit Kursen wie Pilates oder Yoga. Manche wären auch schon mit der Erhaltung der Postagentur zufrieden oder fänden ein Stadtteilcafé toll.

Häufig war auch der Marktplatz Thema, von dem sich viele wünschten, hier würde mal in eine einladendere Gestaltung investiert. Zwar sei der Marktplatz besonders während der warmen Jahres­zeiten tagsüber ein beliebter Treffpunkt und Aufenthaltsort, allerdings gebe es hier doch einiges Verbesserungspotential. Und vor allem in den Abendstunden sowie nachts gebe es hier ein Publikum, dass besonders unter älteren Menschen und Frauen für Unbehagen sorge.

Am Ende hingen an den Pinwänden Dutzende Karten mit Ideenskizzen, die allesamt eingesammelt wurden und bis Ostern von der Stadtteiljury ausgewertet werden sollen.

von Volker Kubisch