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Marburg „Das Wohnzimmer der Stadt“
Marburg „Das Wohnzimmer der Stadt“
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19:58 30.07.2021
Konzert im Rahmen der Rumänisch-Amerikanischen Musiktage auf dem Großen Ring.
Konzert im Rahmen der Rumänisch-Amerikanischen Musiktage auf dem Großen Ring.
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Marburg

Seit 2005 besteht zwischen Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien und Marburg eine offizielle Städtepartnerschaft. Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es in Sibiu Ausgangssperren, der Schulunterricht fand online statt, Restaurants, Theater und Geschäfte waren geschlossen, es wurde im Homeoffice gearbeitet und Sport durfte nur kurzfristig gemacht werden.

Kurzum: Das öffentliche Leben war stark eingeschränkt, wie auch Pressesprecherin Claudia Toader-Köber im Mai 2020 auf OP-Nachfrage mitteilte. Ab Mitte Mai 2020 traten Lockerungen in Kraft.

Inlandstourismus in Sibiu

Nach mehr als einem Jahr fragte die OP noch einmal nach, wie der diesjährige Sommer verläuft, ob Veranstaltungen stattfinden können und wie die Pandemie das dortige Leben beeinflusst.

Inzwischen kehren die Menschen in Sibiu, wie auch in Marburg, wieder zu einem Leben zurück, das von einer vorsichtigen Normalität gekennzeichnet ist. Kulturelle Veranstaltungen stehen auf der Sommer-Agenda.

Beatrice Ungar ist Chefredakteurin des deutschsprachigen Wochenblatts „Hermannstädter Zeitung“ aus Sibiu und erzählt, wie die Lage aktuell dort aussieht.

„Es sind viele Inlandstouristen“, die nach Sibiu kommen, und „nicht so viele Touristen aus dem Ausland“, die sich die Stadt anschauen, sagt sie. Sibiu gilt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region Siebenbürgen. Es liegt in der Mitte Rumäniens am Fluss Zibin und war bereits im 14. Jahrhundert ein erfolgreiches Handelszentrum. Gegen 1147, so vermutet man, kamen die ersten deutschen Siedler in die Region und ließen sich dort nieder.

Freilichtmuseumund Konzerte

Als kulturelles Zentrum lebt die Stadt diesen Sommer wieder auf. „Die Inzidenzzahlen sind niedriger“, berichtet Ungar. Es gibt vieles zu sehen und zu hören. „Konzerte finden wieder statt, Wettbewerbe für junge Musiker finden wieder statt“, sagt Ungar. Der „Große Ring“, das Zentrum von Sibiu, sei das „Wohnzimmer der Stadt“. „Jedes Wochenende findet etwas statt“, erzählt sie. Dazu zähle auch das Internationale Theaterfestival im August.

Eine weitere Anlaufstelle für Veranstaltungen sei das Freilichtmuseum von Sibiu, wo kulturell und geschichtlich einiges geboten wird. Dort konnte zum Beispiel das „Astra Multicultural-Festival der kulturellen Vielfalt“ besucht werden, bei dem unter anderem traditionelle Gerichte wie das ungarische Gulasch gekocht wurden. Zudem gibt es immer wieder Töpferveranstaltungen. „Man kann was erleben“, sagt die Chefredakteurin. Natürlich mit Rücksichtnahme auf die geltenden Schutzmaßnahmen.

Ungar: „Die zwei Städte passen gut zusammen“

Sibiu hat im Sommer und im Allgemeinen noch vieles anderes zu bieten. Das Brukenthalmuseum sei für Kunstinteressierte zu empfehlen. Dort gibt es verschiedene Kunstsammlungen zu sehen. Zudem sei „die Altstadt sehenswert und Führungen werden angeboten“, sagt Ungar.Apropos Altstadt: Sie ist über die Grenzen Rumäniens hinaus bekannt und steht auf der Aufnahmeliste als Unesco-Weltkulturerbe. Für Ungar verbindet unter anderem die Altstadt Sibiu und Marburg. Eine „Altstadt haben beide“. Auch auf Hochschulebene gebe es einen regen Austausch zwischen den beiden Städten. Im Sport- und Kulturbereich funktioniert der Austausch ebenfalls gut.

„Die Menschen tragen die Partnerschaft“, erzählt Ungar. Sie war 2020 in Marburg und kannte die Stadt auch vorher schon. „Die zwei Städte passen gut zusammen“, resümiert sie.

Von Lucas Heinisch

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