Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Warten auf die Befragungsergebnisse
Marburg Warten auf die Befragungsergebnisse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 14.03.2022
In Michelbach gibt es eine erhöhte Zahl an Krebsfällen. Nun befragt das Gesundheitsamt die Erkrankten, um Zusammenhänge herauszufinden.
In Michelbach gibt es eine erhöhte Zahl an Krebsfällen. Nun befragt das Gesundheitsamt die Erkrankten, um Zusammenhänge herauszufinden. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Michelbach

Hinsichtlich der erhöhten Zahl an Krebsfällen in Michelbach gibt es noch keine Neuigkeiten. Das Gesundheitsamt des Landkreises will erst das Befragen der Erkrankten auswerten, erklärt Sascha Hörmann.

Die Ergebnisse sollen innerhalb weniger Wochen vorliegen, da „in Kürze eine systematische Befragung der uns bekannten Erkrankten beginnt“, ergänzt der stellvertretende Pressesprecher des Landkreises. Auf Grundlage der Ergebnisse käme es gegebenenfalls zu weitergehenden Untersuchungen. Welche es sein könnten, lässt Hörmann offen.

Bodenproben könnten entnommen werden

Das könnte das Entnehmen von Bodenproben sein. Bisher holten die Behördenmitarbeiter nur Informationen beim Altlastenregister und der Immissionsschutzbehörde, die beide beim Regierungspräsidium in Gießen angesiedelt sind, sowie bei der Universitätsstadt Marburg und bei der kreiseigenen Unteren Wasser- und Bodenschutzbehörde ein.

Zudem prüften die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vorliegende Werte aus routinemäßigen und weiteren Untersuchungen des Trinkwassers aus den vergangenen Jahren auf Parameter, die mit dem Entstehen von Krebserkrankungen dieser Art in Verbindung gebracht werden können.

Bei denen in Michelbach statistisch erhöhten Krankenfällen handelt es sich um Krebsformen, die Blut- und Immunzellen befallen. Betroffen sind acht Menschen unterschiedlichen Alters. Die Befunde gingen zum Begutachten auch an das „Technologiezentrum Wasser“.

Dessen Gutachten überprüften wiederum Mitarbeiter des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamtes im Gesundheitswesen. Laut Hörmann bewerteten das Hessische Krebsregister und das Kinderkrebsregister Heidelberg die erhobenen Daten dann ein weiteres Mal.

Arzt diagnostizierte seltene Krebsformen bei Patienten

Gerade hinsichtlich des Trinkwassers sind die Michelbacher besonders sensibilisiert, beschäftigt nicht nur den Ortsbeirat.

Weil die Nitratwerte des Grundwassers schon seit Jahren bis knapp unterhalb des Grenzwertes erhöht sind, gründete sich vor zwei Jahren eine Bürgerinitiative. Das vermehrte Auftreten dieser Art Krebserkrankungen lässt sich laut Sascha Hörmann auf Michelbach-Nord beschränken. Marburgs größtes Neubaugebiet entstand auf einer früheren landwirtschaftlichen Fläche und hat einen eigenen Brunnen. Einem Arzt fiel auf, dass in den vergangenen zwölf Jahren acht seiner Patienten an den an sich seltenen Krebsformen erkrankten, meldete seine Beobachtung dem Gesundheitsamt und brachte dadurch die Nachforschungen in Gang.

Von Gianfranco Fain

14.03.2022
Marburg Verkehrskontrollen - Drogen und Alkohol am Steuer
14.03.2022