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Marburg Das Semester soll digital starten
Marburg Das Semester soll digital starten
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08:55 08.04.2020
Die Universitätsbibliothek ist derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Damit Studierende im Sommersemester so gut wie möglich arbeiten können, bietet die Bibliothek unter anderem einen Not-Lieferservice für gedruckte Literatur an. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Physische Distanz, digitale Nähe: Damit will die Philipps-Universität Marburg im Sommersemester Forschung und Lehre trotz der Coronavirus-Pandemie weiter ermöglichen und Studierende und Beschäftigte so gut es geht vor einer Ansteckung durch das SARS-CoV-2-Virus schützen. Das teilte die Pressestelle der Universität gestern mit.

Web-Konferenzen, Streaming sowie Lern- und Lehrplattformen wie ILIAS werden deshalb im Sommersemester eine besondere Rolle spielen. Die Universität baut die Kapazitäten für die technische Infrastruktur aus und bietet Beratung für den Einsatz dieser Technologien in der Lehre und in Prüfungen an.

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Vorlesungen beginnen am 20. April

Viele Beschäftigte aus allen Bereichen der Universität arbeiten mit außergewöhnlichem Engagement und innovativen Ideen täglich an der Verbesserung der Bedingungen für das Sommersemester. Je nach der weiteren Entwicklung der Pandemie können voraussichtlich in einem flexibel verlängerten Sommersemester notwendige Präsenzphasen stattfinden.

Der Vorlesungsbetrieb wird am 20. April 2020 umfassend – zunächst mit „Lehren und Lernen auf Distanz“ beginnen. „Wir bereiten uns derzeit darauf vor, dass der Lehrbetrieb im Sommersemester – wenn nötig – weitgehend in digitaler Form stattfinden kann“, sagt Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der Philipps-Universität. Viele Lehrende und Forschende nutzen bereits digitale Tools – andere starten unterstützt durch verschiedene Angebote mit der Entwicklung ihres digitalen Werkzeugkoffers.

Hilfe für die neuen Erstsemester gibt es in diesem Jahr vor allem online. Die Webseiten zum Studieneinstieg dienen als Wegweiser zu den virtuellen Orientierungs-Angeboten der einzelnen Studiengänge.

Die Philipps-Universität nimmt nach eigenen Angaben bei der Digitalisierung der hessischen Hochschulen eine zentrale Rolle ein. Das Verbundprojekt „Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen“ entwickelt Prototypen für Entwicklungs- und Kooperationsformate zwischen den Hochschulen sowie ein Webportal mit digitalen Lehr- und Lernangeboten. Die zentrale Servicestelle des Projekts ist an der Universität Marburg angesiedelt. Ende 2019 wurde das „Servicezentrum für digital gestützte Forschung“ an der Philipps-Universität gegründet. Zusammen mit der Zukunftswerkstatt unterstützt es Hochschulangehörige sowohl mit technischen Lösungen als auch mit Veranstaltungen und Fortbildungen zum Umgang mit digitalen Daten und der Dokumentation digitaler Forschungsprozesse.

Neu ist der „Ideenraum zum digital gestützten Lehren und Lernen“. Er unterstützt Lehrende dabei, die zentrale Lernplattform ILIAS besser zu nutzen. Für virtuelle Treffen wie Seminare, Besprechungen oder Lerngruppen bietet die Universität Video- und Web-Konferenzdienste wie DFNconf, WebEx und BigBlueButton an.

„Um alle Lehr- und Prüfungsszenarien optimal unterstützen zu können, bauen wir gerade bestehende Dienste aus und neue auf“, sagt Korn. Darüber hinaus berät die „Zukunftswerkstatt für digital gestützte Hochschullehre“ Lehrende individuell.

UB bietet Not-Lieferservice an

Die Universitätsbibliothek bietet neue Dienste an, damit Lehrende auch bei geschlossenen Bibliotheken so gut wie möglich im Sommersemester 2020 arbeiten können. Wer gedruckte Literatur für die Vorbereitung einer Lehrveranstaltung benötigt, kann einen neuen Not-Lieferservice der Bibliothek in Anspruch nehmen. Hochschulangehörige können den Scanservice Mausintern nutzen – einen Dokumentlieferdienst für Zeitschriften- und Buch-Artikel.

Viele Verlage bieten außerdem Hilfe in Form kostenloser Freischaltungen, zum Beispiel von E-Books oder E-Zeitschriften. Die Universitätsbibliothek bietet eine Übersicht zu allen Angeboten der Verlage, die laufend aktualisiert wird.

Ab Mitte der Woche wird die Universitätsbibliothek wieder schrittweise in den Ausleihbetrieb starten. Alle ihre Angebote stehen ausschließlich Mitgliedern und Angehörigen der Universität zur Verfügung; ihren Service für die Öffentlichkeit darf die Bibliothek derzeit nicht anbieten.

Die Philipps-Universität Marburg arbeitet aktuell im Basisbetrieb. Viele Einrichtungen wie die Bibliotheken und PC-Pools sind geschlossen. Öffentliche Veranstaltungen wie Tagungen oder das Studium Generale sind bis auf Weiteres abgesagt.

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