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Marburg Das Leben in Marburg-Biedenkopf ist teurer geworden
Marburg Das Leben in Marburg-Biedenkopf ist teurer geworden
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08:00 02.11.2021
Im OP-Warenkorb landen 35 Artikel zum Preisvergleich.
Im OP-Warenkorb landen 35 Artikel zum Preisvergleich. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Seit 16 Jahren füllt die OP in regelmäßigen Abständen einen Einkaufswagen mit den gleichen 35 Artikeln. Neben Nahrungsmitteln und Getränken liegen auch Drogerieprodukte im OP-Warenkorb. Das Ergebnis des jüngsten Einkaufs: So teuer wie in diesem Jahr war der Einkauf noch nie. Auf genau 103,20 Euro beläuft sich die Rechnung. Vor zehn Jahren haben wir für die gleichen Produkte noch 96,78 Euro bezahlt. Am auffälligsten ist der Preisanstieg beim Toilettenpapier. 2011 kostete die Packung noch 1,85 Euro, heute sind 2,85 Euro fällig. Ähnlich sieht es bei den Getränken aus.

Preis für Kasten Bier steigt in zehn Jahren um 3,50 Euro

Der Preis für einen Kasten Bier ist in den vergangenen zehn Jahren um 3,50 Euro gestiegen. Für einen Kasten Cola muss der Verbraucher heute 3,30 Euro mehr zahlen. Beim Mineralwasser sind es 1,15 Euro.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich der Gesamtpreis der Produkte im OP-Warenkorb um 1,9 Prozent erhöht. Im Zehn-Jahres-Vergleich sind es sogar 6,6 Prozent. Und als ob es nicht schon teuer genug wäre, sagen Branchenkenner voraus, dass noch in diesem Jahr – spätestens im Frühjahr 2022 – die Preise für Produkte wie Bier, Nudeln und Gemüse weiter steigen werden. Gründe sind die Inflation, Ernteausfälle und Rohstoffmangel. Und auch der Gesetzgeber trägt seinen Teil dazu bei. Ab dem nächsten Jahr ist das Schreddern von männlichen Küken verboten. Das hat der Bundestag im Mai beschlossen. Ergo müssen die männlichen Küken – etwa 40 Millionen Tiere pro Jahr – dann mit aufgezogen werden. Um diese Kosten zu kompensieren, ist mit einer Preiserhöhung von sechs Cent pro Ei zu rechnen.

Schlechte Nachrichten gibt es auch für Biertrinker. Wie die Deutsche Presseagentur in der vergangenen Woche bestätigte, wollen drei führende deutsche Brauereien – die Radeberger Gruppe, Krombacher und Veltins – ihre Preise im Frühjahr spürbar erhöhen.

Gaspreis steigt um 65, Heizöl um 38 Prozent

Demnach dürfte sich ein Glas Bier in der Kneipe zwischen 30 und 50 Cent verteuern. Der Preis für einen Kasten Bier im Handel werde voraussichtlich um einen Euro steigen. Und auch die Preise für das Heizen sind gestiegen. Nach Angaben des statistischen Bundesamts ist der Gaspreis im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent gestiegen, Heizöl um 38 Prozent. Sich angesichts dieser Preisentwicklungen den Frust mit Schokolade „wegzuessen“ ist allerdings auch keine Lösung, denn auch Schokolade wird teurer: Beispielsweise hat Ritter Sport angekündigt, die unverbindliche Preisempfehlung der Standard-Tafel um zehn Cent zu erhöhen. Einziger Lichtblick dabei: die Kosten für zahnärztliche Dienstleistungen sind im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent gesunken.

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbrauchpreisindexes zum Vorjahresmonat – lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im September bei 4,1 Prozent. In den beiden Vormonaten Juli und August 2021 hatte sie noch knapp unter vier Prozent gelegen. Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent.


Von Tobias Hirsch