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Marburg Das Jägerdenkmal hinter „Gittern“
Marburg Das Jägerdenkmal hinter „Gittern“
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18:12 05.03.2020
Die Bauarbeiten für die Gedenkinstallation im Schülerpark am Denkmal der "Marburger Jäger" haben begonnen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Noch im September 2019 hatte der Magistrat keine Antwort auf die Anfrage von Linken-Politiker Jan Schalauske liefern können, wann mit der Fertigstellung der Gedenk-Installation im Schülerpark zu rechnen sei. Das lag daran, dass damals noch keine Angebote aus der Bauwirtschaft für die Ausführungsarbeiten vorlagen. Das hat sich jetzt geändert, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) auf eine erneute Frage von Schalauske in der vergangenen Sitzung des Parlaments erläuterte.

Die Arbeiten für die Installation des Künstlers Heiko Hünnerkopf haben jetzt begonnen. Sein aus einem städtischen Wettbewerb im Jahr 2018 hervorgegangener Entwurf sieht vor, dass das 1923 im Ludwig-Schüler-Park errichtete Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen aus den Reihen der Marburger Jäger von Winkelprofilen aus Stahl halbkreisförmig umstellt wird. Sie werden im Halbkreis vor dem Denkmal angeordnet und geben nur den Blick auf Fragmente des Denkmals frei. Kleine Tafeln auf der Rückseite der Winkelprofile erinnern an die Opfer der Marburger Jäger. An der Außenseite wird ein Schriftzug angebracht, der lautet: „Verblendung – gegen Militarismus und Heldenmythos, zur Erinnerung an die Opfer der Marburger Jäger“. Der Jury-Vorsitzende OB Spies hatte die ­einstimmige Jury-Entscheidung damit begründet, dass durch das Kunstwerk das Denkmal der Marburger Jäger nicht beseitigt werde, sondern in einen „Dialog“ mit der Installation trete: „Es wird deutlich, dass wir uns von diesem Teil der Geschichte distanzieren.“

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Bis Mitte Mai soll das Projekt fertig sein

„Derzeit werden Gründungsarbeiten vorgenommen. Auch die notwendigen Schlosserei-Arbeiten sind in Abstimmung mit dem Künstler in Auftrag gegeben und werden derzeit getätigt“, teilte Spies mit. Mit einer Fertigstellung der Installation sei bis Mitte Mai zu rechnen.

Nach wie vor auf Kritik stößt die Installation im Umfeld der Kameradschaft Marburger Jäger. So spricht Karl Bingel in einer Zuschrift an die OP von der „Entehrung einer Gedenkstätte“. So sei das alljährliche Totengedenken der Marburger Jäger zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten am Kriegerdenkmal im Schülerpark künftig nicht mehr möglich, „weil das Denkmal eingegittert wird“, beklagt Bingel.

Von Manfred Hitzeroth

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