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Marburg Alter Pfarrgarten wird Begegnungsstätte
Marburg Alter Pfarrgarten wird Begegnungsstätte
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13:00 27.10.2019
Die Grafik zeigt die geplante Bebauung von der Marburger Straße aus gesehen. Quelle: Althaus Architekten
Cappel

Der St.-Elisabeth-Verein Marburg hat nun als Träger­ des Pro­jekts gemeinsam mit Vertre­tern der Kirchengemeinde­ Cappel, des Ortsbeirats und örtlicher Vereine seine Pläne vorge­stellt. Aus ihnen geht hervor, dass der allergrößte Teil des Gartens von den anstehenden Arbeiten unberührt bleiben wird.

Die größte Sorge der Cappeler­ war es gewesen, dass diese­ Grünfläche an einen Investor­ verschachert werden könnte,­ der sich nicht um die Interessen der ansäs­sigen Bevölkerung schert und dort Immobilien hin­stellt, die alleine seinem Profit dienen.

Die an der Planung beteiligten Institu­tionen und Vereine konnten die Evangelische Kirche als Eigentümerin des Grund­stückes jedoch von ihrer Idee überzeugen und mit ihr einen Erbbau­pachtvertrag schlie­ßen. Nun werden links und rechts des ­alten Pfarrhauses neue ­Gebäude entstehen, die als ­Lebensraum für ältere und pflegebedürftige Menschen dienen.

Die Idee dahinter: Wenn Menschen aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung schon ihr ­Zuhause verlassen müssen, so sollen sie doch in ihrer gewohnten Umgebung, nämlich in Cappel, bleiben können. Von der Marburger Straße aus gesehen links vom Alten Pfarrhaus wird das Gebäude für pflegebedürftige Bewoh­ner gebaut­ werden, das Platz für zehn ­Bewohner bietet.

Zwölf Apartments geplant

Auf der rechten Grund­stücks­­­seite sind zwei Wohn­häuser mit insgesamt zwölf Apartments für jeweils ein bis zwei Personen im Betreu­ten Wohnen geplant. Mittelpunkt aber wird das Alte Pfarrhaus bleiben. Dort sollen noch in diesem Jahr umfangreiche Sanierungs­arbei­ten starten, sodass am Ende eine offenen Begeg­nungsstätte mit großen Räu­men für Cappeler ­Vereine und Gruppen entsteht. Im nächsten Jahr dann sollen­ die Bauarbeiten für die neuen Gebäude beginnen und 2021 fertiggestellt werden. 

Ernst Boltner, Geschäftsbe­reichsleiter der Altenhilfe des St.-Elisabeth-Vereins, sagt: „Mit diesem Projekt schaffen wir eine gute Grundlage für eine sozial­raum­orientierte Altenhilfe­arbeit in Cappel. Gegen Vereinsamung und für ein soziales Miteinander steht künftig das sanierte Alte Pfarrhaus als Begegnungs­stätte, altengerechtes Wohnen wird im Betreuten Wohnen innerhalb der Apartments ermöglicht, und für die möglicherweise notwendige Pflege und Betreuung rund um die Uhr hält die Wohngruppe Plätze bereit.“

Dank der aktiven Mitarbeit der Kirchen­ge­meinde, des Ortsbeirats, des Cappeler Vereins ABC, des St.-Elisabeth-Vereins, der Diakoniestation Cappel und ­eines Magistratsmitgliedes habe das Projekt letztendlich so weit gedeihen können. Diese Gruppierungen haben sich nun auch als Beirat konstituiert und werden auch in Zukunft beratend und begleitend aktiv sein.

"Einvernehmliche Lösung"

Der Cappeler Ortsvorsteher ­Peter Hesse betont die Bedeutung dieses Projektes vor dem Hin­ter­grund der demogra­fischen Entwicklung. Bereits heute bestehe ein Bedarf für „Gut älter werden im Quar­tier“, der in Cappel nun viel besser gedeckt werden könne. „Natürlich ist es an so einer zentralen Stelle im Ort für einen Ortsbeirat nicht ganz einfach, für alle Anwohner und Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden“, sagte Hesse.

„Insgesamt aber halte ich dieses Projekt für ausgewogen. Dass bauliche Veränderungen für die unmittelbaren Anlieger immer Einschränkungen bedeuten, ist klar. Aber mit Blick auf das Ziel haben wir eine für alle Parteien einvernehmliche Lösung gefunden.“

Pfarrerin Theresia Zeeden und Pfarrer Wolf Glänzer freuen sich, dass dieses fast schon historische Grund­stück künftig möglichst vielen Menschen offen steht und „diakonischer und gemeinwesenorientierter Arbeit dient. Deshalb haben wir uns bewusst einen gemeinnützigen Partner wie den St.-Elisabeth-Verein gesucht und das Grundstück eben nicht frei verkauft“, sind sich die beiden Pfarrer einig.