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Marburg Besucher-Plus: Blockbuster retten Kinobilanz
Marburg Besucher-Plus: Blockbuster retten Kinobilanz
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19:22 17.02.2020
Abendstimmung rund ums Marburger Cineplex: Die deutschen Kinos haben 2019 wieder mehr Karten verkauft.  Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Damit liegt Marburg in Deutschland nach wie vor weit vorne, gemeinsam mit Unistädten wie Tübingen oder Göttingen.

Insgesamt atmen die deutschen Kinos nach dem Katastrophenjahr 2018 ein wenig durch: Im vergangenen Jahr wurden wieder mehr Tickets verkauft. Rund 118,6 Millionen Besucher wurden nach Angaben der Filmförderungsanstalt (FFA) gezählt. Das waren rund 13,2 Millionen mehr als 2018. „Es gab ­eine deutliche Erholung“, sagte FFA-Vorstand Peter Dinges der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Schob aber nach: „Aber die Zahlen liegen noch hinter den Erwartungen zurück.“ Die schlechten Zahlen 2018 hingen seiner Einschätzung nach mit dem warmen Sommer und der Fußball-WM zusammen. Auch die Filme spielen eine Rolle.

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Gleich mehrere Blockbuster

Der Hauptgrund für die erfreulichen Besucherzahlen des Jahres 2019: „Wir hatten zum ersten Mal wieder die vermissten Blockbuster, also Filme, die sich deutlich oberhalb von vier Millionen Besuchern einordnen“, sagte Dinges. Besonders viele Karten wurden für „Die Eiskönigin 2“ verkauft – rund 5,69 Millionen. Danach folgten „Der König der Löwen“ (5,57 Millionen), „Avengers: Endgame“ (5,13 Millionen) und „Das perfekte Geheimnis“ (4,62 Millionen).

Dass es 2019 ein Besucherplus von 12,6 Prozent gegeben habe, sei ein Erfolg, sagte Dinges. Auch der Umsatz sei um 13,9 Prozent auf 1,024 Milliarden Euro gestiegen. Es seien aber noch immer weniger Kinokarten verkauft worden als in anderen Jahren – im Fünf-Jahres-Durchschnitt gebe es ein Minus von 2,2 Prozent.

Auch über einen noch längeren Zeitraum betrachtet haben Kinos Zuschauer verloren. Das habe sicherlich demografische Gründe in Deutschland, wo die Menschen immer älter würden. „Es hat aber auch mit dem Zeitbudget zu tun, das jeder hat“, sagte Dinges in Berlin.

Bundestrends spiegeln sich auch in Marburg wider

Nach seiner Einschätzung wird Kino mehr zum Event. Es müsse sich messen lassen an allen anderen Freizeitangeboten, auch an Streamingdiensten. „Das bedeutet für das Kino ganz klar: Es muss die Herausforderung annehmen“, so Dinges. 

„Die Bundestrends treffen auch auf uns zu. Das freut uns sehr“, sagt Marburgs Kinobetreiberin Marion Closmann, die ihre Kinos technisch stets auf dem neuesten Stand hält. Sie ist optimistisch, dass die Kinos trotz des veränderten Freizeit- und Medienverhaltens ­ihren Platz finden. In Marburg habe sich auch das Filmkunstangebot im Capitol positiv eingespielt. Auch Marion Closmann veranstaltet zahlreiche Events. Dazu gehören Live-Übertragungen von Opern, Theatern und großen Konzerten, aber auch Film- und Doku-Reihen. „Kino ist Event, ja, aber Kino ist auch Alltag“, sagt sie.

Kinobetreiber sind für 2020 optimistisch

Bundesweit ist die Zahl der ­Kinos laut FFA-Statistik zuletzt gestiegen, 1734 Spielstätten und 4.961 Leinwände gab es demnach. Die Kinokarten waren mit durchschnittlich 8,63 Euro etwas teurer als 2018. Die Filmförderungsanstalt erklärt das auch mit Zuschlägen für Überlängen und 3D-Filme. Insgesamt liefen im vergangenen Jahr rund 600 Filme in den Kinos an, darunter waren etwa 250 deutsche Filme. Deren Anteil am Umsatz sank aber von 23,5 Prozent auf 21,5 Prozent.

Für das Jahr 2020 sind die ­Kinobetreiber optimistisch. Sie setzen auf den neuen „Bond“-Film, zudem sei die deutsche Komödie „Nightlife“ gut angelaufen und demnächst stehen „Die Känguru-Chroniken“ an.

von Julia Kilian, Corinna Schwanhold und Uwe Badouin

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