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Marburg Als Marburger ins Grundbad?
Marburg Als Marburger ins Grundbad?
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09:38 08.10.2019
Das Aquamar in Marburg ist auf unbestimmte Zeit gesperrt. Deswegen hat Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz der Stadt ein Angebot gemacht. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Ich dachte, die Stadt kommt auf uns zu“, schrieb Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz an die OP. „Ich denke, das Grundbad in Heskem-Mölln ist außerhalb der Stadt, die nächste Alternative.“ Und deswegen hat er der Universitätsstadt Schwimmbad-Hilfe angeboten.

Schulz‘ Angebot ist: Bei Bereitstellung des zur Zeit freien Personals der Stadt, könnte es eine vorübergehende Ausweitung der Öffnungszeiten im GrundBad geben. Im Gegenzug könnte er sich eine Gebührenbeteiligung zu 50 Prozent zugunsten der Stadt vorstellen. „Ich denke, es ist wichtig, an die Schwimmer, Familien, Kinder, Jugendliche und Gruppen zu denken und für diese praktikable Lösungen anzubieten“, schreibt der rührige Bürgermeister weiter. „Der Grund ist dazu bereit.“

Weiterhin führte er die sehr gute Anbindung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs an, „der fast vor dem Grundbad hält und nach Marburg führt beziehungsweise von dort kommt.“

Auf OP-Nachfrage sagte Stadträtin und Bäderdezernentin Kirsten Dinnebier (SPD): „Wir freuen uns sehr über das Angebot, das Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz uns gemacht hat und bedanken uns herzlich bei unserer Nachbargemeinde dafür, dass sie uns ­unterstützen möchte.“

Man wolle in Abstimmung mit der Gemeinde Ebsdorfergrund abstimmen, „ob und wie das Angebot sinnvoll umgesetzt werden könnte und ob es personell machbar ist.“ Denn: Im Aquamar wird weiterhin Personal benötigt. Die Sauna bleibt täglich geöffnet, die Technik muss kontrolliert und betreut werden, das Freibad wird in den nächsten Wochen winterfest gemacht.

Darüber hinaus wird in den nächsten Monaten im Hallenbad in Wehrda mehr Personal als bisher eingesetzt – dort werden erweiterte Schwimmzeiten für die Öffentlichkeit, für Vereine und Schulen angeboten. Zudem können die Mitarbeiter dort, wo es möglich ist, Zeitausgleich für geleistete Überstunden – insbesondere während der Freibadsaison – und auch Urlaub nehmen.

„Ein großes Dankeschön gilt aber auch den Mitarbeitern der städtischen Bäder sowie den Schulen und der Schulsportkoordinatorin. Gemeinsam haben wir kurzfristig für die Herbstferien und für den Schulsport bereits Lösungen gefunden. Wir arbeiten aktuell gemeinsam an weiteren Lösungen für die kommenden Monate – und werden dazu auch im Gespräch mit der Gemeinde Ebsdorfergrund bleiben“, so Dinnebier weiter.

Grund für Schulz‘ Angebot sind die unvorhergesehenen, umfangreichen Reparaturarbeiten im Aquamar. Bei Routinewartungen hatten Mitarbeiter der Stadt Ende September tiefe Risse in der Dachkonstruktion des Hallenbads festgestellt. Aus „Sicherheitsgründen“ muss das Aquamar nun für mehrere ­Monate geschlossen bleiben.

Bei der Untersuchung der sogenannten Holzbinder – spezielle Balken, die das Dach tragen – hatte ein Fachbüro teilweise erhebliche Schäden festgestellt. Die Balken, die quer zum Schwimmbecken verlaufen, sind von Rissen durchzogen. Das betrifft fast alle Balken über dem Schwimmbecken. „In die Balken ­wurden beim Bau seinerzeit Löcher ­geschnitten, um ­
Installationen unterzubringen“, erklärte Oliver Kutsch, zuständiger Fachdienstleiter im Gespräch mit der OP. Die Löcher wurden entsprechend verstärkt – doch offensichtlich reichte das nicht aus.

Im Moment wird noch immer geprüft, ob es ausreicht, die Risse mit einem widerstandsfährigen Kunstharz zu flicken, anstatt sie auszutauschen. Eine Entscheidung ist daher noch nicht gefallen. Deswegen stehen auch die Höhe der Kosten und die genaue Dauer der notwendigen Sanierung noch immer nicht fest.

von Katja Peters