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Marburg DVAG: „Keine Luxusresidenz“
Marburg DVAG: „Keine Luxusresidenz“
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09:57 16.04.2019
Der Streit um die Zukunft des Afföller-Geländes geht weiter. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Wie im aktuellen Beschluss des Stadtparlaments gefordert, soll es durch den Bau eines Altenwohnheims und eines Parkhauses keine Beeinträchtigungen für die Benutzer des benachbarten Kulturzentrums geben. Diese Zusage erneuerte Stephan Bretz für die MPG.

Die MPG ist eine Tochtergesellschaft der Familienstiftung Anneliese und Dr. Reinfried Pohl.

Kritik an dem Beschluss des Stadtparlaments, Verhandlungen mit der Pohl-Stiftung über den Verkauf des städtischen Geländes aufzunehmen, äußerte zuletzt die Initiativgruppe Marburger Stadtbild und Stadtentwicklung (IG Marss). Sie warnt „eindrücklich“ davor, das Grundstück am Afföller zum jetzigen Zeitpunkt zu veräußern.

Das Areal müsse in eine integrierte Stadtentwicklungsplanung mit einbezogen werden. „Viele Beispiele in der Bundesrepublik zeigen derzeit, wie unsinnig es war, städtische Immobilien massenhaft zu Billigpreisen zu verschleudern, um mit den Einnahmen temporär Haushaltslücken zu schließen“, schätzt die IG Marss ein.

Als Folge ergäben sich große Probleme bei Planungen von Wohnungsbau, Stadtentwicklung und Verkehrsplanung, weil diese Immobilien wieder zurückgekauft werden müssten oder nicht mehr zur Verfügung stehen. Die IG Marss erinnert ferner daran, dass vor Jahren schon einmal „Luxus-Seniorenwohnungen“ auf dem Rosenpark-Gelände errichtet werden sollten.

Diese seien offenbar der Hotelerweiterung zum Opfer gefallen.

„Es wäre nicht ausgeschlossen, dass die Seniorenheim-Nutzung auch in diesem Fall nur vorgeschoben sein könnte, damit später dort ein völlig anderes Konzept realisiert wird“, heißt es in einer Erklärung der Initiativgruppe.

Bretz sagte gegenüber der OP, dass das Ziel der Pohl-Stiftung die Schaffung altersgerechten Wohnraums zu allgemein erschwinglichen Preisen sei.
Er verwies auf den Stiftungszweck der Stiftung, nämlich die Förderung der Region Marburg. Er verwahrte sich gegen den von mehreren Seiten erhobenen Vorwurf, die Pohl-Stiftung plane ein „Rendite-Objekt“ und eine „Luxus-Residenz“.

Die IG Marss hatte in ihrem Face­book-Auftritt zunächst davon gesprochen, die Pohl-Familie aktiviere durch Spenden und Einbeziehung von CDU- Bundespolitikern Beziehungen zur Marburger CDU, um an ein „Sahnestückchen in zentraler Lage“ heranzukommen.

Im aktuellen Auftritt der IG Marss ist dieser Vorwurf nicht mehr zu lesen, sondern als Frage formuliert.

Die CDU reagierte dennoch: Die IG Marss unterstelle der CDU Marburg unredliches Handeln.

Pressesprecher Walter Jugel weist dies scharf zurück. Die IG Marss habe durch ihren Angriff den Anspruch als seriöser Ansprechpartner verspielt. Parteichef Dirk Bamberger sagte der OP, die CDU lasse sich in ihren Entscheidungen nicht von Großunternehmen wie der DVAG beeinflussen.

von Till Conrad