Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Erkältungssaison ist quasi ausgefallen
Marburg Erkältungssaison ist quasi ausgefallen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 16.11.2021
Abstands- und Hygieneregeln sowie das Tragen von Masken haben dafür gesorgt, dass die Erkältungssaison Anfang des Jahres quasi ausgefallen ist, so der DAK-Gesundheitsreport.
Abstands- und Hygieneregeln sowie das Tragen von Masken haben dafür gesorgt, dass die Erkältungssaison Anfang des Jahres quasi ausgefallen ist, so der DAK-Gesundheitsreport. Quelle: Christin Klose
Anzeige
Marburg

Abstands- und Hygieneregeln, das Tragen von Masken: Die Erkältungssaison ist im ersten Halbjahr dieses Jahres nahezu komplett ausgefallen. Das ist ein Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, den die Krankenkasse jüngst vorgestellt hat. Medine Erdogan, Leiterin der DAK Gesundheit in Marburg, erläutert, dass erwerbstätige Frauen und Männer im Landkreis während des ersten Halbjahres ungewöhnlich selten krankheitsbedingt bei der Arbeit gefehlt hätten. Demnach sei der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent gesunken. „An jedem Tag bis Ende Juni waren in der Region durchschnittlich 40 von 1 000 bei der DAK versicherten Beschäftigten krankgeschrieben“, so Erdogan. Im gleichen Zeitraum seien die Atemwegserkrankungen massiv gesunken – nämlich um 70 Prozent. „Damit fallen Erkältungskrankheiten erstmals seit langem wieder aus den Top drei – und liegen nur auf Platz vier“, so die Leiterin.

Pandemie belastet

Laut des Gesundheitsreports kamen in der Region auf 100 Beschäftigte, die bei der DAK versichert sind, 48 Fehltage wegen Atemwegserkrankungen – und somit 113 Tage weniger als im Vorjahreszeitraum. „Die Erkältungssaison im Frühjahr 2021 ist nahezu komplett ausgefallen“, kommentiert Medine Erdogan. „Wir sehen, dass sich Homeoffice, Lockdown und verstärkte Hygienemaßnahmen positiv ausgewirkt haben. Sie schützen nicht nur vor Corona, auch andere gewöhnliche Erkältungserreger werden seltener übertragen.“

Für das gesamte Jahr 2020, das ebenfalls analysiert wurde, betrug der Krankenstand in der Region 4,6 Prozent. Der Landkreis liegt dabei im Mittelfeld – den meisten krankheitsbedingten Arbeitsausfall in Hessen hatten mit 5,2 Prozent die Landkreise Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg, den geringsten die Stadt Frankfurt am Main mit 3,4 Prozent.

Doch auch wenn die Menschen seltener erkältet waren: Die Begleitumstände der Pandemie seien für viele Menschen auch belastend.

Psychischen Erkrankungen

So gingen vergangenes Jahr die meisten Ausfalltage auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie etwa Rückenleiden – bezogen auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte waren es 392 Tage und somit 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems seien dennoch für fast ein Viertel (23,3 Prozent) des gesamten krankheitsbedingten Arbeitsausfalls verantwortlich.

An zweiter Stelle folgten im vergangenen Jahr psychische Erkrankungen: Nahezu jeder fünfte Fehltag (19,4 Prozent) wurde von Depressionen und Co. verursacht. Die Anzahl der Fehltage in diesem Bereich sank jedoch um rund 11 Prozent auf 327 je 100 Versicherte. „Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen haben unter den Einschränkungen und Belastungen der Pandemie gelitten“, sagt Medine Erdogan. „Sie waren während der Krise oft über auffällig lange Zeiträume krankgeschrieben.“

Homeoffice gesund gestalten

Laut Gesundheitsreport haben bundesweit im ersten Halbjahr 2021 nahezu 40 Prozent der Beschäftigten regelmäßig aus dem Homeoffice heraus gearbeitet. Aktuell stünden zahlreiche Unternehmen vor der Herausforderung, die vollständige oder teilweise Rückkehr an den Arbeitsplatz zu organisieren – obwohl aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen das Thema Homeoffice-Pflicht politisch wieder diskutiert wird.

Unter dem Motto „New Normal“ bietet die DAK (Online-)Workshops und Seminare an. Das Angebot im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist an Führungskräfte und ihre Beschäftigten gerichtet, um das Homeoffice, aber auch hybrides Arbeiten gesund zu gestalten. Im Landkreis hat die DAK rund 30 000 Versicherte, in Hessen sind es mehr als 370 000. Bundesweit zählt sie nach eigenen Angaben zu einer der größten gesetzlichen Krankenkassen.

Mehr Informationen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Kasse gibt es online unter www.dak.de/BGM

Von Andreas Schmidt