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Marburg Cyber-Angriff auf Tegut-Zentrale
Marburg Cyber-Angriff auf Tegut-Zentrale
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20:50 06.05.2021
Das Symbolfoto zeigt ein leeres Regal in einem Berliner Supermarkt.
Das Symbolfoto zeigt ein leeres Regal in einem Berliner Supermarkt. Quelle: Kay Nietfeld
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Marburg

Die Zentrale der Supermarkt-Kette Tegut wurde Ziel eines Hacker-Angriffs. Das macht sich mittlerweile auch in den Marburger Märkten bemerkbar – denn mitunter sind einige Regale nahezu leer. „In der Ketzerbach sieht es nicht besonders gut im Markt aus. Ich dachte schon, er würde vielleicht schließen – bis man mir an der Kasse sagte, dass es einen Cyber-Angriff gab“, berichtet ein OP-Leser.

Der Cyber-Angriff ereignete sich schon vor knapp zwei Wochen, wie Matthias Pusch, Leiter Unternehmenskommunikation, auf OP-Anfrage mitteilt. „Unbekannte haben einen sogenannten Cyber-Angriff auf das IT-Netzwerk des Unternehmens verübt. Sämtliche IT-Netzwerksysteme der Zentrale sind daraufhin gemäß Notfallplan heruntergefahren und vom Netz genommen worden“, so Pusch. Weil die Angestellten mit dem Nachordern der Waren nun nicht so schnell sind wie die Computer, gibt es fast überall Lücken in den Regalen. „Betroffen sind unter anderem die Warenwirtschaftsprogramme, die in der Logistik die Disposition steuern. Dadurch kann es vereinzelt zu Engpässen bei der Warenverfügbarkeit kommen.“

IT-Netzwerksysteme heruntergefahren

Die Kunden müssen einige weitere Einschränkungen hinnehmen: So könnten derzeit keine Gutscheine verkauft oder eingelöst werden – weder Tegut-Geschenkkarten oder Bonusgutscheine der hauseigenen „GuteKarte“ noch Gutscheinkarten von Ikea, Spotify oder weiteren Anbietern. Weiterhin ohne Probleme eingelöst werden könnten indes Essensgutscheine, Sozialgutscheine oder Gutscheine von Sodexo und Endenred, teilt das Unternehmen auf seiner Webseite mit.

Da zudem der E-Mail-Server vom Netz genommen wurde, können aktuell keine schriftlichen Anfragen per Mail an das Unternehmen gestellt werden. Betroffen ist zudem der gesamte Prozess der Aktionspreise – Aktionsangebote können deshalb nicht abgewickelt werden. Wie auf der Internetseite der Herzberger Bäckerei, die ihre Waren über die Tegut-Filialen vertreibt, zu erfahren ist, können Bestellungen aus dem Onlineshop, die nach dem 23. April eingegangen sind, aktuell nicht versendet werden.

IT-Experten arbeiten mit Hochdruck

Der Tegut-Krisenstab habe die Sicherheitsbehörden informiert „und arbeitet mit IT-Experten aktuell mit Hochdruck daran, den Normalbetrieb wieder herzustellen“, so Unternehmenssprecher Pusch. Jeden Tag, so die Tegut-Ankündigung, würden die Kunden bei der Warenverfügbarkeit eine weitere Verbesserung spüren. Die finanziellen Auswirkungen des Cyber-Angriffs ließen sich nach Unternehmensangaben noch nicht abschätzen.

Von Andreas Schmidt