Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Coronavirus: Wie kann ich mich schützen?
Marburg Coronavirus: Wie kann ich mich schützen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:22 06.03.2020
(Symbolfoto) Der Coronavirus hat Deutschland erreicht. Quelle: Bernd Thissen
Anzeige
Marburg

Generell gelten zum Schutz vor Coronaviren dieselben Maßnahmen, die während Grippewellen angeraten sind. Also: regelmäßig Hände waschen und Abstand zu Erkrankten halten.

Umarmungen und Händeschütteln sollte man einschränken - und von vielen Menschen berührte Oberflächen wie Türklinken und Aufzugknöpfe besser nicht anfassen. Wer seinen Schutz erhöhen will, sollte zudem große Menschenansammlungen meiden.

Anzeige

Diese Tipps gelten vor allem für gefährdete Menschen wie Schwangere, Säuglinge und alte oder immungeschwächte Personen.

Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen

Die Hände sollten regelmäßig mindestens 20 Sekunden und mit Seife gewaschen werden.

Desinfektionsmittel sind nötig, wenn kranke oder abwehrgeschwächte Menschen im Haushalt leben oder ein Krankenhaus besucht wird.

Virusforscher: Atemmasken schützen nur bedingt

Gerade auf Bildern der Metropolen Chinas sieht man derzeit viele Menschen, die Atemmasken tragen, um sich nicht mit Infektionen – wie dem Coronavirus – anzustecken. Diese Masken sind keine Spezialmasken, wehren Feinpartikel nicht ab und schützen dementsprechend auch nicht vor einer Tröpfcheninfektion, erklärt Virusforscher Christian Drosten von der Charité Berlin. Für Menschen, die sich bereits angesteckt haben, sei es aber sinnvoll, sogenannte FFP3-Masken zu tragen, um andere Menschen nicht anzustecken.

Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie erklärt, dass die chirurgischen Gesichtsmasken nicht zum Schutz vor Ansteckungen geeignet sind und eigentlich nur dafür sorgen sollen, dass keine möglicherweise infektiösen Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen. „Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit“, sagt Salzberger.

Infiziert: Das sind die Symptome

Ein Schnupfen ist nach Angaben von Experten kein Alarmzeichen für eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus. Typische Symptome sind trockener Husten, Fieber, Abgeschlagenheit, auch Atemnot.

Klar ist außerdem: Wer krank ist, sollte zum Arzt gehen. Übertreiben sollten es Erkrankte aber nicht. „In Situationen wie dieser besteht die Gefahr, dass Menschen, die gar nichts haben, plötzlich in der Notaufnahme stehen“, sagt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie und des Westdeutschen Zentrums für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen.

Hier informieren Behörden & Co. über die aktuelle Lage

Gibt es eine schützende Impfung?

Nein. Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen wie es sie auch bei der Grippe gibt. Die Entwicklung einer Schutzimpfung nimmt aber viel Zeit in Anspruch. Erste experimentelle Impfstoffe könne es noch dieses Jahr geben, sagte der Virologe Gerd Sutter von der Ludwig-Maximilians-Universität München kürzlich.

Ob und wann sie an Menschen getestet werden könnten, sei eine andere Sache. „Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein langwieriger, mühsamer Prozess, vor allem die Zulassung und die klinische Prüfung eines Kandidaten.“

WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan glaubt, dass erste Impfstoff-Tests an Menschen in drei bis vier Monaten beginnen könnten. Ein zertifizierter Impfstoff für weitreichenden Einsatz stehe aber wohl erst in 18 Monaten zur Verfügung.

Heidi Becker und Friederike Heitz

Anzeige