Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg So läuft die Impftermin-Vergabe in Marburg
Marburg So läuft die Impftermin-Vergabe in Marburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:58 18.03.2021
Die Terminvergabe im Marburger Impfzentrum sorgt für Irritationen.
Die Terminvergabe im Marburger Impfzentrum sorgt für Irritationen. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Die meisten Impftermine innerhalb der jeweiligen Priorisierungsgruppe werden nach dem Zufallsprinzip vergeben: Das hat das Hessische Innenministerium nun auf OP-Anfrage bestätigt. Die im Land eingesetzte Vergabe-Software vergebe demnach die Termine anhand der jeweiligen Impfstoff-Verfügbarkeit nach Alter fallend – also erst kommen die 79-, dann die 78-, zum Schluss die 70-Jährigen an die Reihe.

Zwei Drittel sind nach dem Alter vergeben worden

Zwei Drittel der Terminvergaben, die zuletzt vorgenommen wurden, richteten sich nach dem Alter. Ein Drittel werde aufgrund des Berufsstandes oder etwaiger Vorerkrankungen vorgenommen. „Nur in Ausnahmefällen“ komme es vor, dass jüngere vor älteren Bürgern ihre Impftermine erhalten.

Genau das allerdings ist nach OP-Informationen im Marburger Impfzentrum zuletzt mehrfach geschehen (OP berichtete). Und auch am heutigen Donnerstag (18. März) meldeten sich bei der OP weitere Landkreis-Bewohner, die über das Impfen von „kerngesunden Angehörigen im Alter von 72 und 74“ bei gleichzeitigem „wochenlangen Warten von schwerkranken 78-Jährigen“ berichten.

Impfdosen und Priorisierungsgruppe entscheidend

Die zur Verfügung stehenden Vakzin-Mengen sollen jedenfalls „so rasch wie möglich bei den aktuell Impfberechtigten ankommen“. Die Software richte sich immer nach den verfügbaren Impfdosen und der entsprechenden Priorisierung, auch Angaben zu etwaigen Vorerkrankungen fänden entsprechend Berücksichtigung. Die personellen Kapazitäten jedes Impfzentrums würden auch einkalkuliert.

Bis 3. April – also den Ostertagen – sind für Hessen laut Innenministerium so viele Impfstoffdosen-Lieferungen angekündigt: Biontech: 164.000, Astrazeneca: 101.000, Moderna: 80.000.

Herdenimmunität in Altenheimen

Trotz des vorübergehenden Astrazeneca-Stopps hat das Innenministerium nach eigenen Angaben vorsorglich die Impfzentren wie in Marburg gebeten, „alle technischen und organisatorischen Vorbereitungen zu treffen, die erforderlich sind, um eine Verimpfung von Astrazeneca grundsätzlich bereits ab Samstag (20. März) wieder sicherzustellen“.

Termine für das Wochenende seien daher noch nicht abgesagt worden – und die unter der Woche abgesagten, würden schnellstmöglich Benachrichtigung für einen neuen Termin erhalten. 228.000 Hessen hätten den vollen Schutz, 536.000 Menschen im Land zumindest eine Erstimpfung. Rund 95 Prozent der Alten- und Pflegeheim-Bewohner seien mindestens einmal geimpft – „Herdenimmunität erreicht“, heißt es vom Land.

Von Björn Wisker

Marburg Corona-Zahlen - 42 Neuinfektionen
18.03.2021
Marburg Pharma-Standort Marburg - CSL-Führung bestätigt Stellenabbau
18.03.2021