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Marburg Mehr als vier Millionen Euro für Corona-Erforschung
Marburg Mehr als vier Millionen Euro für Corona-Erforschung
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19:35 01.12.2020
Der Marburger Virologe Stephan Becker ist Sprecher des neu gegründeten Netzwerks.
Der Marburger Virologe Stephan Becker ist Sprecher des neu gegründeten Netzwerks. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Marburg

Die Goethe-Universität Frankfurt, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg haben zu diesem Zweck das „Pandemienetzwerk hessische Universitätsmedizin“ gegründet, wie Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Dienstag (1. Dezember) mitteilte.

Der Virologe Professor Stephan Becker aus Marburg ist Sprecher der Steuerungsgruppe des Netzwerks, der außerdem Professorin Sandra Ciesek (Frankfurt) und Professor John Ziebuhr (Gießen) angehören. Dr. Jürgen Graf, Leiter des Covid-19-Planungsstabes Stationäre Versorgung der Landesregierung und Ärztlicher Direktor des Uni-Klinikums Frankfurt, ist beratend dabei.

In Marburg werden antivirale Wirkstoffe erforscht

„Die Zusammenarbeit der hessischen Universitätsmedizin in infektiologischen Notfällen gibt es schon seit vielen Jahren. Sie wird durch das Pandemienetzwerk noch einmal verstärkt“, macht Professor Stephan Becker deutlich. Schon während der ersten Sars-Pandemie im Jahr 2003 habe es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kliniken der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Marburg gegeben. Diese habe sich während der Ebola-Epidemie bis zur aktuellen Pandemie fortgesetzt.

„Wir haben in Marburg gemeinsam mit Partnern sofort nach Bekanntwerden des Sars-CoV-2-Ausbruchs mit der Entwicklung eines Impfstoffes begonnen, der jetzt in der klinischen Erprobung ist“, ergänzt Becker. Dabei habe die schnelle Zusage von finanzieller Förderung durch das Land Hessen sehr geholfen. Die zusätzlichen Millionen für das Pandemie-Netzwerk werden auch weiterhin gebraucht.

So wird in Marburg auch an antiviralen Wirkstoffen geforscht. Diese richten sich gegen ein zelluläres Enzym, welches das Coronavirus in die Lage versetzt, seine Zielzellen zu infizieren. Außerdem sollen Maßnahmen erforscht werden, die die Ausbreitung des neuen Coronavirus im Krankenhaus eindämmen sollen.

Die Landesförderung soll auch die wichtige Rolle der Forscher in der Corona-Pandemie unterstreichen. „Sie kämpfen Tag für Tag gegen das Virus und für die bestmögliche Versorgung Erkrankter. Sie sollen die Politik beraten, immer sofort Antworten auf alle Fragen parat haben – und stehen doch oft in der Kritik. Es sind ihre Forschungsergebnisse, die über Leben und Tod entscheiden, von ihnen hängt die Sicherheit der noch nicht Erkrankten ab. Bei dieser wichtigen Arbeit wollen wir sie unterstützen“, betont Wissenschaftsministerin Dorn.

Dorn: Zusammenarbeit ist keine Selbstverständlichkeit

Sie unterstrich, dass es in Hessen eine besondere Kompetenz in der Erforschung des Sars-CoV-2-Virus und der Erkrankung Covid-19 gebe. „Dass die Universitäten in Marburg, Gießen und Frankfurt hier schon lange so gut zusammenarbeiten, ist in der oft von Wettbewerb und Konkurrenz geprägten Welt der Wissenschaft keine Selbstverständlichkeit“. Neben Virologie und der Infektiologie setzten auch Pharmakologie, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene von Anfang an ihre Ressourcen ein, um Ärzte bei der effizienten Krankheitsbekämpfung zu unterstützen.

01.12.2020