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Marburg Nicht mehr Personal für mehr Kontrollen
Marburg Nicht mehr Personal für mehr Kontrollen
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08:00 17.11.2020
Maria Kühn von der Marburger Ordnungspolizei telefoniert in ihrem Büro. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

„Seit Monaten kontrolliert das Ordnungsamt der Universitätsstadt Marburg mit seiner Stadtpolizei, was immer möglich ist.“ So reagierte am Montag (16. November) auf OP-Anfrage Patricia Grähling von der städtischen Pressestelle auf die Frage, wie die Stadt für den Fall weiterer Corona-bedingter Einschränkungen im öffentlichen Raum mit einer Verschärfung von Kontrollen reagieren werde. Grähling erklärte weiter: „Es gibt sehr viele Regelungen, die im gesamten Stadtgebiet kontrolliert werden müssen. Ebenso bekommt die Stadt Hinweise, in welchen Bereichen noch zusätzliche Kontrollen notwendig erscheinen.“

Mehr Personal für Kontrollen wird kurzfristig in Marburg eher nicht eingestellt – aus der Pressestelle hieß es dazu: „Die Kontrollen können nur von Mitarbeitern der Stadtpolizei mit der entsprechenden Ausbildung durchgeführt werden, sodass die Einstellung von mehr Personal kurzfristig keine Verbesserung darstellen würde. Die Ausbildung kann mehrere Monate dauern.“

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Nicht nur die Stadtpolizei kontrolliere die Einhaltung der Corona-Regelungen, sondern ebenso die Verkehrspolizei und auch das Ordnungsamt.

Die bisherigen Erfahrungen der Ordnungspolizei mit dem Verhalten der Marburger sei bisher positiv, sagte Patricia Grähling: „Die meisten Marburger sowie Besucher der Stadt halten sich an die Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bei Verstößen zeigen sich die angesprochenen Personen in der Regel ebenfalls einsichtig.

Einen Anstieg der Verstöße habe man in den zurückliegenden Tagen nicht festgestellt. Die Stadt- und Ordnungspolizei in Marburg hat insgesamt 20 Mitarbeiter. Sie sind tagsüber gleichzeitig mit bis zu 14 Mitarbeitern im Einsatz, abends und in der Nacht sind seit August bis zu sechs Kräfte im öffentlichen Raum unterwegs. Während der Woche und auch an den Wochenenden koordiniert die Stadtpolizei ihre Tätigkeit eng mit der Polizei.

Eine Aufteilung des Personals oder der Kräfte zwischen regulärer Tätigkeit und Corona-Kontrollen gibt es nicht.

Stadtallendorfer Ordnungsbehörde ist doppelt belastet

Die Ordnungsbehörde der Stadt Stadtallendorf ist derzeit doppelt belastet. Sie hat mit den Folgen der A-49-Proteste einschließlich der Demonstrationsanmeldungen zu tun und muss gleichzeitig die Einhaltung der Corona-Regeln beachten. Hinzu kommt auch noch das Tagesgeschäft.

„Das ist für meine Mitarbeiter harter Tobak. Meine Mitarbeiter arbeiten am Limit“, sagte Bürgermeister Christian Somogyi. Dennoch ist er sicher, dass auch härtere Kontaktbeschränkungen noch kontrollierbar wären. „Wobei klar sein muss: In den privaten Bereich können und wollen wir nicht eindringen“, betonte er auch die Grenzen jeder Kontrolle durch die Ordnungsbehörden. Hinweisen werde natürlich nachgegangen.

Die Stadt Stadtallendorf will das Angebot des Bundes annehmen und hat Unterstützung durch die Bundespolizei beantragt. Eine Rückmeldung steht noch aus. Und dennoch zog Somogyi für die zweitgrößte Stadt des Kreises ein positives Zwischenfazit der Kontrollen: „95 Prozent der Menschen bei uns halten sich unserem Eindruck nach an die Regeln.“ Ausreißer gebe es natürlich immer wieder. So wurde am Wochenende eine illegale Party auf einem Schulgelände aufgelöst.

Ordnungspolizisten stießen auch schon auf Verstöße gegen Quarantäneauflagen. „Das werden die Betreffenden auch finanziell schmerzhaft zu spüren bekommen.“ Wobei derartige Verstöße von den Städten nur an die Gesundheitsbehörden weitergegeben werden.

von Carsten Beckmann und Michael Rinde

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