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Marburg Negative Ergebnisse stimmen positiv
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20:00 13.09.2021
Michael Ende half bei der Ausgabe der freien Pommes im AquaMar an die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Heskem.
Michael Ende half bei der Ausgabe der freien Pommes im AquaMar an die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Heskem. Quelle: Götz Schaub
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Marburg

„Alle Tests verliefen bisher negativ“, sagt Uwe Schulz, Schulleiter der Gesamtschule Niederwalgern. Das darf als sehr positive Nachricht gewertet werden. Die Rede ist natürlich nicht von Lerntests, sondern Corona-Tests, die in den ersten 14 Tagen dreimal pro Woche ausgeführt wurden. Die Schüler, die jetzt eine 14-tägige Berufsorientierung machen und dazu auch in Firmen sind, werden jeden Morgen getestet. Sicherheit geht vor. Unter dem Strich weiß Schulz nur von einem Fall eines Schülers, der sich in der vergangenen Woche offensichtlich nicht in der Schule, sondern außerhalb angesteckt hat. In der Klasse gab es bisher keinen weiteren Fall.

„In den ersten beiden Schulwochen ist der Unterrichts- und Schulbetrieb gut angelaufen. Auch unsere neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler fühlen sich wohl an der WSW“, schrieb Andreas Irle, Schulleiter der Wollenbergschule Wetter, am Freitag (10. September) in seinen zweiten öffentlichen Elternbrief. Besonders freue er sich, dass die zahlreichen freiwilligen AGs sowie die neuen offenen Angebote am frühen Nachmittag „hervorragend angenommen“ werden. Auch die Küche sei wieder unter Schüler- und Schülerinnen-Beteiligung in vollem Betrieb.

Klassenfahrten an der Gesamtschule Ebsdorfergrund

An der Gesamtschule Ebsdorfergrund in Heskem finden in den ersten zwei Wochen immer schon Klassenfahrten statt. Das war leider nur „semi“-erfolgreich. Denn es hing davon ab, welche Destinationen gebucht worden waren. Die Inzidenzen gingen nach oben und während die einen gerade noch fahren konnten, blieb anderen kurzfristig nur noch die Absage. Die Klassen, die Städte gebucht hatten wie Berlin und Hamburg, konnten fahren, Klassen, die zum Chiemsee oder Königssee wollten, nicht. Eine Zehner-Klasse konnte noch kurzfristig umbuchen und verlor so nur einen Tag und fuhr dann nach Leipzig und Halle.

Kurzfristig nicht fahren zu können, empfanden nicht nur die Klassen als bitter, sondern auch deren Lehrerinnen und Lehrer, die sich darauf vorbereitet hatten und sehr gerne gefahren wären. „Dass die Zahlen aber genau zum Antritt der Fahrt am Zielort so hoch gehen würden, war lange nicht abzusehen und schon gar nicht, als wir gebucht haben“, sagt Wolfgang Steininger vom Schulleitungsteam der Schule. Man habe extra noch vereinbart, bis eine Woche vor Fahrtantritt stornieren zu können. Dass sich genau dann die entscheidende Woche so negativ entwickeln würde, sei schon ein Schlag gewesen.

Pommes und AquaMar als Trost für die ausgefallene Fahrt

Drei Sechser-Klassen mussten dableiben, sie hatten ihre Referate schon fertig und auch die Zimmereinteilung besprochen. Und dann das. Doch wollte man ihnen die Woche wenigstens ein bisschen verschönern. So wurde für sie an einem Tag ein Besuch im Freibad des AquaMar in Marburg angeboten und am Tag drauf eine Fahrt zum Opel-Zoo organisiert. Im Pech gab es dann aber eine schöne Geste für die Schülerinnen und Schüler. Der Vater eines Schülers ist mit Albrecht Ende befreundet, der im AquaMar für die Bewirtung zuständig ist. Als der Vater ihm erzählte. dass die Klassen als Trostpflaster das AquaMar besuchen, bot dieser spontan an, dass es für alle freie Pommes geben würde. Das Angebot kam jedenfalls sehr gut an und die Lehrerinnen Anja Groschopp und Hanna Meiß sowie Wolfgang Steiniger freuten sich, dass die Schülerinnen und Schüler doch viel Spaß zusammen hatten.

Burkhard Schuldt, Leiter des Staatlichen Schulamtes Marburg, ist mit dem Verlauf der ersten beiden Wochen sehr zufrieden. Die Vorsichtsmaßnahmen hätten sehr gut gegriffen und seien auch überall konsequent angewandt worden. „So kann man sagen, dass die Zahl der positiven Fälle weit unter 0,5 Prozent liegt“, so Schuldt. In keiner Schule gab es größerer Probleme, So könne man nun in der dritten Woche dazu übergehen, die Maskenpflicht am Platz im Klassenzimmer aufzuheben und auch auf den Freiflächen des Schulgeländes. Einzig bei Bewegungen innerhalb der Schulgebäude müsse die Maske weiterhin getragen werden. „Dass wir soweit gekommen sind, lag sicher an den guten Vorbereitungen in den Schulen, aber auch daran, dass sich Eltern kooperativ zeigten und die Schülerinnen und Schüler sehr sorgsam und verantwortungsvoll gehandelt haben“, so Schuldt.

Von Götz Schaub

13.09.2021
13.09.2021
13.09.2021