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Marburg Corona: Marburger entwickelt Quiz-App
Marburg Corona: Marburger entwickelt Quiz-App
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13:59 07.04.2020
Carsten Schott aus Marburg hat in Zeiten von Corona eine Smartphone-App entwickelt. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Videospiel statt Virus: Der Marburger Carsten Schott hat eine Smartphone-App entwickelt, damit Betroffene in Zeiten von Corona, Quarantäne und sozialer Distanz ein „Mittel gegen Langeweile und Lagerkoller haben“, wie er im OP-Gespräch sagt. Der Name der App, dessen Download er ebenso gratis anbietet wie die Teilnahme an den integrierten Mini-Spielen selbst: „Deutschland allein zu Haus“.

„Es ist eine ernste Zeit mit vielen Sorgen, mit der App will ich, wollen wir den Leuten eine gute Zeit bescheren. Wenn sie schon zuhause sitzen müssen, sollen sie etwas zutun und Spaß dabei haben“, sagt er. Ein stückweit ist die Software aus der Not geboren. Schotts Eventagentur, die im Jahr 2017 in Marburg eine digitale Schnitzeljagd (die „Scavenger Hunt“-App) entwickelte, sind wegen der Corona-Krise und den Auflagen bei der Virus-Bekämpfung alle Veranstaltungen, viele Aufträge weggebrochen. Zumindest offline geht seitdem kaum noch etwas. Und so entstand die Idee, zumindest online etwas zu machen und mit einer Gratis-App zur Hilfswelle beizutragen.

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Der Gedanke von Schott und seinem Firmenpartner Malte Bittner: Wie lassen sich –in der Tradition einer Schnitzeljagd –Abwechslung, Information und Spaß kombinieren, ohne dass Spieler die Wohnung, das Haus verlassen müssen? Ganz einfach: Man denkt sich eine Aufgabenliste aus, die alleine oder im Kreis der Familie zu lösen sind. Wie Schott sagt, sollen damit auch Infos und Handlungsempfehlungen rund um den Virus vermittelt werden –die Händewasch-Challenge lässt grüßen. Gleichzeitig sollen die Aufgaben den Spielern aber auch Ideen liefern, was man zu Hause machen kann. „Abseits von lies mal wieder ein Buch“, wie Schott sagt. Knobeln, basteln, gar Sport treiben und sich verkleiden: Nur so und „durchaus albern“, wie Schott sagt lassen sich die Aufgaben lösen. Beispiel? Zu einem verknüpften Video-Stream raven, tanzen, Party machen. Die App-Entwickler, die interaktive Elemente integrieren, bedienen sich dabei dem Grundgedanken und Inhalten der aktuell bundesweit boomenden virtuellen Kulturangebote, etwa Museumsrundgänge oder die bei Kindern beliebte Regenbogen-Malaktion.

Den OP-Lesern stellt Schott einige Beispielaufgaben aus der „Deutschland alleine zu Haus“-App vor:

  • Der Bedeuts-Hamster: Das Mehl ist ausverkauft, die Nudelregale sind leer – durch die Hamsterkäufe kommen viele Läden mit dem Bestücken der Regale nicht hinterher. Diese ganzen negativen Nachrichten über Hamstereinkäufe haben langfristig negativen Einfluss auf das Image der Hamster. Dabei können die armen Tiere doch am wenigsten für menschliches Verhalten. Eure Aufgabe: Entwerft eine Image Kampagne für Hamster.
  • „Mission Impossible“: Spion spielen, aber mal anders. Eure Aufgabe: Spannt Wollfäden kreuz und quer durch den Flur, befestigt eventuell Glöckchen oder anderes daran. Dann filmt ihr euch bei dem Versuch dieses Netz zu durchqueren, ohne eine Schnur zu berühren. Wenn doch, ist der Alarm ausgelöst –und der Spion gefasst.
  • Der Pizzatastisch: Mehl und Hefe sind derzeit sehr beliebt –es eine Zeit wie gemacht für Hobbybäcker. Eure Aufgabe: Belegt und backt eine Pizza, werdet kreativ bei den Zutaten, entwerft ein Logo –und verschickt ein Foto eurer Selbstmach-Pizza.
  • Kettenreaktion: Weil hochansteckende Krankheiten wie Corona sich rasant verbreiten, muss Kontakt zu anderen Menschen möglichst gering gehalten werden. Dadurch kann die Ansteckungs-Kette unterbrochen werden. Eure Aufgabe: Baut eine Kettenreaktion wie beim „Domino Day“ oder eine Rube-Goldberg-Maschine. Filmt Eure Kettenreaktion, wie sie einmal durchläuft und wie sie einmal unterbrochen wird, weil ein Teil fehlt.

Die dem Titel zugrunde liegende App „Scavenger Hunt DE“ steht in den App-Stores für iPhone und Android-Geräte zum Download bereit. Mehr Infos gibt es im Netz unter deutschlandalleinzuhaus.de

von Björn Wisker

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