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Marburg Corona-Inzidenz: Grüne fordern Aufklärung von Gesundheitsamt
Marburg Corona-Inzidenz: Grüne fordern Aufklärung von Gesundheitsamt
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07:58 07.11.2020
Ein Mitarbeiter macht im Corona-Testcenter in Marburg einen Test. Quelle: Foto: Katja Peters
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Marburg

Vorwurf der mangelnden Corona-Transparenz an die Kreisverwaltung: Die Grünen um ihre designierte Oberbürgermeister-Kandidatin und Vize-Kreistagsvorsitzende Nadine Bernshausen sagen angesichts der Inzidenzwert-Verwirrung Anfang dieser Woche: „Das ist keine transparente Informationspolitik. In einer Situation, in der die Menschen verunsichert und alarmiert sind, sollten Politik und Verwaltung zugewandt und offen sein. Das wird derzeit allseits vermisst. Es entsteht der Eindruck, dass die Krise nur verwaltet wird, statt aktiv und engagiert Verantwortung zu übernehmen.“

Hintergrund: Während das Robert-Koch-Institut (RKI) am vergangenen Wochenende eine 7-Tage-Inzidenz von 300 – dem seinerzeit höchsten Wert in Deutschland – angab, meldete der Kreis den Wert von 250.

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Bernshausen erwartet „Aufklärung“, die Ursache für die Fehler gefunden werden statt nur „fehlende Kritikfähigkeit und mangelnde Offenlegung der Berechnung sowie das Abschieben der Verantwortung an eine Bundesbehörde“ an den Tag zu legen. Denn das sei „sehr bedauerlich“, denn die Landkreisbewohner „brauchen Transparenz und Empathie“.

Kreis reagiert: Die Fehlersuche läuft

Die Kreisverwaltung, die wie auch das RKI im Nachgang der Inzidenz-Verwirrung in der OP mögliche Gründe für die Abweichung nannte, äußert sich zu den Grünen-Vorwürfen: Man sei noch damit beschäftigt, die internen Abläufe und Prozesse bei der Meldung der Zahlen an die übergeordneten Stellen intensiv und detailliert zu überprüfen. „Dazu gehört auch die Suche, ob es auf der Seite des Meldeweges, die wir beeinflussen können, eine Ungenauigkeit oder eine Fehlerquelle in den Prozessen gibt. Sollte dies der Fall sein, werden wir diese Fehlerquelle unverzüglich abschalten und den Prozess nachbessern“, heißt es auf OP-Anfrage.

Fakt sei aber nach wie vor, dass die vom Landkreis kommunizierten Zahlen korrekt seien, da sie aus der unmittelbaren Fallerhebung des Gesundheitsamtes resultieren.

Das Vorgehen sei grundsätzlich so: Der Landkreis melde täglich die aktuellen Zahlen zunächst an das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen. Dort würden die Zahlen geprüft und von dort dann an das Robert Koch-Institut weitergeleitet, das seinerseits eine Prüfung vornehme und die Zahlen dann veröffentliche.

Die Landkreis könne eben nur die Abläufe und Prozesse innerhalb der eigenen Verwaltung kontrollieren und beeinflussen. Mangelnde Transparenz? Alle in der eigenen Zuständigkeit und Verantwortung liegenden Entscheidungen und Maßnahmen habe man „aktiv und regelmäßig“ und auf allen möglichen Wegen kommuniziert.

Von Björn Wisker