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Marburg Ein „Ostergeschenk“ für Lehrkräfte
Marburg Ein „Ostergeschenk“ für Lehrkräfte
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14:00 03.04.2021
Lehrkräfte aller Schulformen können sich mittlerweile für Corona-Schutzimpfungen melden. Dazu rief das hessische Kultusministerium auf.
Lehrkräfte aller Schulformen können sich mittlerweile für Corona-Schutzimpfungen melden. Dazu rief das hessische Kultusministerium auf. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Riesenüberraschung für Lehrkräfte: Kurz vor den Osterferien ruft das Hessische Kultusministerium alle Lehrerinnen und Lehrer dazu auf, sich für eine Corona-Schutzimpfung zu registrieren. Wann es für diese – zur dritten Priorisierungsstufe zählenden Gruppe – angesichts knapper Impfstoffmengen einen Impftermin geben kann, ist noch ungewiss. Schulleiter raten zur Geduld.

Wie das Ministerium in einem Schreiben von Mittwoch mitteilt, wird damit ein weiterer angekündigter Schritt in der Impfstrategie umgesetzt, durch den „auch allen bisher noch nicht berechtigten Personen an unseren Schulen ein Impfangebot unterbreitet werden soll“. Lehrkräfte, die nicht im Förder- oder Grundschulbereich (Gruppe 2) tätig sind, zählen nach der bundesweiten Corona-Impfverordnung zur Gruppe „mit erhöhter Priorität“. Die Aufforderung zur Registrierung kam überraschend, da die Impfungen in den anderen Gruppen derzeit noch laufen.

Aber: „In den vergangenen Wochen konnten sich bereits zahlreiche Beschäftigte an Grund- und Förderschulen gegen das Coronavirus impfen lassen. Damit wird der Schutz an unseren Schulen sukzessive erhöht“, heißt es weiter aus dem Kultusministerium.

Somit könne sich auch das Personal „aller anderen Schulformen in Hessen“ für einen Impftermin registrieren. Voraussetzung sei „eine Tätigkeit mit unmittelbarem Kontakt zu Schülerinnen und Schülern.“

Explizit angesprochen werden demnach alle Lehrkräfte aller Jahrgänge sowie das Schulpersonal, „das gilt für alle, wir sind froh, dass die weiterführenden Schulen jetzt auch inbegriffen sind“, konnte am Donnerstag Michael Ashelm, Pressesprecher des Kultusministeriums, auf OP-Nachfrage bestätigen.

Die Registrierung und Koordinierung der Terminvergabe erfolgt dieses Mal nicht wie zuvor durch die Staatlichen Schulämter, sondern ausschließlich persönlich über die landesweite Online-Plattform oder per Telefon. Das Land verzichtet damit auch auf Sammeltermine und Impftage, mit ein Grund dafür könnte sein, dass nach Ostern auch die Hausärzte in die Impfkampagne einbezogen werden.

Stimmung an den Schulen bessert sich

Die Resonanz auf die Mitteilung war groß, Schulleiterinnen und Schulleiter füllten noch am letzten Schultag massenhaft die für die Registrierung nötige Arbeitgeberbescheinigung aus: „Ich unterschreibe fast im Akkord – die Mitteilung kam aber zum richtigen Zeitpunkt, die Kollegen können beruhigt in die Osterferien gehen“, teilte Andreas Irle, Schulleiter der Wollenbergschule Wetter, mit. Die Stimmung im derzeit stark belasteten Kollegium sei „sehr gut“, die Meldung des Ministeriums „wie ein Ostergeschenk“. Dass nun alle Lehrkräfte zügig an die Reihe kämen, glaubt er angesichts knapper Impfstoffmengen indes nicht.

Von allzu hohen Erwartungen auf schnelle Termine rät auch Schulleiter Michael Breining vom Marburger Gymnasium Philippinum ab: „Man muss die Füße still halten und darf nicht zu viel erwarten“. Dennoch komme die Nachricht im Kollegium gut an, „zumindest in Bezug auf die Impfungen sind viele jetzt beruhigt“, freut er sich. Eine gute Nachricht könnten die gestressten Kollegen auch gebrauchen, die derzeit an seiner Schule alleine mit den Vorbereitungen für das Abitur „mehr als belastet“ seien.

Die schriftlichen Abi-Prüfungen finden nach den Osterferien statt, dann sollen regelmäßige Schnelltests beginnen, zu denen das Land ebenfalls kurz vor den Ferien Test-Pakete und umfangreiche Informationen verschickte. Wie es nach den Osterferien an den höheren Schulen weitergeht, vermutlich im Wechselmodell, wird sich wohl spätestens nach der nächsten Bund-Länder-Konferenz am 12. April entscheiden.

Lehrer aller Schulformen dürften sich nun zügig für Impfungen registrieren, damit steigt die Zahl der Impfberechtigten deutlich an. Der Landkreis hatte gestern noch keine Informationen über steigende Anfragen, das Marburger Impfzentrum wird in die Registrierung aber auch nicht eingebunden, da die Anmeldungen über das Landesportal laufen.

Wie die Chancen für die Lehrkräfte in den nächsten Wochen stehen, die nun Hoffnungen auf baldige Impftermine haben, konnte auch das Kultusministerium nicht sagen und bittet um Geduld: „Die Terminvergabe für Lehrkräfte und schulisches Personal erfolgt stets in Abhängigkeit von verfügbarem Impfstoff und ausschließlich nach dem Zufallsprinzip. Angesichts weiterhin knapper Impfstoffmengen werde nicht allen an Schulen Tätigen zeitnah Impftermine angeboten werden können“, heißt es in dem Schreiben.

Auch wie es bei anderen Impfberechtigten der dritten Priorisierung aussieht, gab es noch keine weiteren Informationen. Zuständig dafür wäre das Innenministerium, das am Donnerstag nicht zu erreichen war.

Impfberechtigte für Corona-Impfungen können sich unter www.impfterminservice.hessen.de oder täglich zwischen 8 und 20 Uhr über die Hotline 116 117 sowie unter Telefon 0611 /505 92 888 registrieren. Weitere Informationen unter www.corona-impfung.hessen.de/faq.

Von Ina Tannert