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Marburg Höhepunkt um Ostern erwartet
Marburg Höhepunkt um Ostern erwartet
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11:32 22.04.2020
(Symbolfoto) Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus hat sich im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf 151 erhöht. Quelle: Sebastian Kahnert
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Im Landkreis hat sich die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf 151 erhöht. 90 Patienten gelten inzwischen wieder als gesund. Zehn Personen befinden sich in stationärer Behandlung, davon sieben auf der Intensivstation. 

In Deutschland sind bis Montagnachmittag mindestens 97.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag: 94 900). Mindestens 1.523 mit Sars-CoV-2 Infizierte starben bislang bundesweit (Vortag: 1.384). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

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In Hessen stieg die Zahl der Infizierten auf 4.668. Am stärksten betroffen ist Frankfurt mit 590 bestätigten Infizierten, am geringsten ist die Zahl im Werra-Meißner-Kreis mit 29. Ausgehend von den Zahlen des Robert-Koch-Instituts rechnet Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) auch für Hessen in etwa einer Woche mit dem Höhepunkt der Covid-19-Infektionen.


Kinderschutz hat oberste Priorität

Der Kreis weist vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Herausforderungen durch das Coronavirus außerdem auf den besonderen Schutzbedarf von Kindern hin. „Es ist wichtig, dass Kinder in dieser schwierigen Situation bestmöglich geschützt werden. Deshalb braucht es auch die Mithilfe der Gesellschaft, darunter Nachbarn, Postboten, Lieferanten, Ärzte und andere Berufsgruppen in Kontakt mit Menschen und Kindern, die sehr aufmerksam auf die Kleinsten unserer Gesellschaft achten“, betont Landrätin Kirsten Fründt.

Durch das Coronavirus stehe ein großer Teil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland still. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus würden dabei auch den Alltag verändern und damit den Familien beim Zusammenleben zusätzliche Anstrengungen abfordern, macht Fachbereichsleiter Uwe Pöppler deutlich. „Wir nehmen diese Situation gemeinsam mit den beteiligten Trägern ernst, der Kinderschutz hat bei uns oberste Priorität“, so Landrätin Fründt und Uwe Pöppler.

Hausbesuche in kritischen Fällen durch den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) oder freie Träger fänden beispielsweise weiterhin statt, erklärt Pöppler. Die Beratungsstellen für Familien stehen telefonisch während der Öffnungszeiten weiter zur Verfügung. Gewalt in der Erziehung sei nach wie vor eine Herausforderung, die durch die aktuelle Entwicklung noch verstärkt werden könne, erklärt Pöppler. Denn in der momentanen Pandemie-Lage würden Anlaufstellen für Hilfe im Alltag wie Schulen oder Kindergärten, aber auch Entlastungsmöglichkeiten durch Familienangehörige wie die Kinderbetreuung durch Großeltern, entfallen. 

Damit könnten Kinder aggressivem Verhalten oder Unterversorgung stärker ausgeliefert sein als üblich, so Pöppler. Personen, die Zweifel am Wohl eines Kindes in ihrer Umgebung haben, können dies dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) mitteilen – auf Wunsch anonym. 

Personen, die eine Kindeswohlgefährdung melden möchten, können die Telefonnummer 06421/4050 zu den Service-Zeiten (8 Uhr bis 16 Uhr) wählen und sich mit dem Bereitschaftsdienst des Jugendamtes verbinden lassen. Alternativ ist auch eine Mitteilung per E-Mail an fbfjs@marburg-biedenkopf.de möglich. 

Bei dem Verdacht auf Straftaten sollte außerdem die Polizei informiert werden. Außerhalb der Öffnungszeiten ist an 365 Tagen im Jahr eine Rufbereitschaft zur Bearbeitung der Kindeswohlgefährdungen über die Polizei erreichbar.

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