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Marburg Hessisches Landestheater stellt Spielbetrieb ein
Marburg Hessisches Landestheater stellt Spielbetrieb ein
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17:00 17.03.2020
Mechthild Grabner, Zenzi Huber und Christian Simon kehren dem Publikum in „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle den Rücken zu. Das Foto steht sinnbildlich für die Situation am Hessischen Landestheater. Bis zum 19. April wird nicht gespielt. Quelle: Foto: Jan Bosch
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Marburg

Das Hessische Landestheater Marburg (HLTM) reagiert auf die Coronavirus-Krise: „Aufgrund der aktuellen Situation muss das HLTM leider den Spielbetrieb voraussichtlich bis einschließlich 19. April 2020 unterbrechen“, dies teilte das HLTM am Montag, 16. März, mit. Davon betroffen ist auch die hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche „KUSS – Theater sehen! Theater spielen“, die vom 22. bis 28. März zum 25. Mal stattfinden sollte. Von der Absage in diesem Zeitraum betroffen sind auch alle Lesungen, Gastspiele und Abstecher. Wegen der Einstellung des Spielbetriebs müssen auch die Premieren „Die Welt im Rücken“, die am vergangenen Samstag geplant war und kurzfristig abgesagt wurde, die Uraufführung „Pollesch wäre das nicht passiert“ am 4. April und eventuell „Das Stück zur Zeit“ am 25. April verschoben werden. Das Landestheater will die neuen Termine „sobald als möglich bekannt“ geben.

„Wir werden jetzt genau schauen, wie wir weiterarbeiten können“, sagte Intendantin Carola Unser der OP. „Wir wissen nicht, wie es mit dem Coronavirus weitergeht.“ Die Absage des Kinder- und Jugendtheaterfestivals KUSS sei nach der Schließung der Schulen und Kindergärten im Grunde klar gewesen. Intern stellt sich das Theater auf das Coronavirus ein. So soll ein Teil der Belegschaft nach Möglichkeit im Home-Office arbeiten. Schauspielerinnen und Schauspieler sollen Texte zu Hause lernen. „Wir hoffen inständig, dass wir mit unseren Vorsorgemaßnahmen richtig liegen“, sagte die Intendantin, denn „wir wollen den Betrieb am Laufen halten.“ Es gebe genug zu tun auch in einem Theater, das den Spielbetrieb vorläufig eingestellt habe. Bühnenbilder müssten gebaut, Kostüme genäht werden.

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„Darüber hinaus überlegen wir, wie wir uns digital präsentieren können“, so Carola Unser weiter. „Im Moment ist die Situation für alle sehr bedenklich.“

Da auch andere Marburger Kulturträger auf die Corona-Epidemie reagieren, kommt das reiche Kulturleben in der Universitätsstadt fast völlig zum Erliegen. Das Marburger Kulturzentrum Waggonhalle teilte gestern mit: „Wegen der aktuellen Corona-Situation folgen wir der dringenden Bitte der Stadt Marburg und sagen alle Veranstaltungen bis einschließlich 13. April ab.“

Gleiches gilt für den Kulturladen KFZ: Geschlossen bis zum 19. April – „danach sehen wir weiter“, sagte Christian Corth vom KFZ-Team. Es wird versucht, die Veranstaltungen nachzuholen. „Wir sind mit allen Agenturen und Künstlern im Gespräch.“

Das Marburger Theater Gegenstand sagt ebenfalls alle Veranstaltungen bis einschließlich 19. April ab. Das Theater will versuchen, „alle Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen“. Bereits gekaufte Karten könnten für diese neuen Termine genutzt werden.

Auch die Kunst-Werk-Statt hat „alle Veranstaltungen bis auf Weiteres absagt“. Noch geklärt werden müsse, ob auch die Kunst-Koffer in den Marburger Stadtteilen davon betroffen seien, erklärte Annegret Ritter.

Auch der Hessische Rundfunk sagt vorsorglich alle Eigenveranstaltungen zunächst bis einschließlich Sonntag, 19. April, ab. Damit folgt der hr dem Erlass des Hessischen Sozialministeriums.

Auf der Website www.hltm.de finden Sie unter „Aktuelles“ die neuesten Informationen, ebenso wie Informationen zu Kartenrückgabe und Stornierungen.

Informationen zur Rückabwicklung von Tickets für abgesagte Eigenveranstaltungen des hr-Sinfonieorchesters, der hr-Bigband und des hr2-Kulturlunches finden sich unter www.hr.de.

Von Uwe Badouin

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