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Marburg Uni startet ab Montag ins Wintersemester
Marburg Uni startet ab Montag ins Wintersemester
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07:54 14.10.2021
Semesterstart an der Uni Marburg mit 3G-Präsenzveranstaltungen Semesterstart an der Uni Marburg mit 3G-Präsenzveranstaltungen
Semesterstart an der Uni Marburg mit 3G-Präsenzveranstaltungen Semesterstart an der Uni Marburg mit 3G-Präsenzveranstaltungen Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Noch sind die ersten Schätzungen mit ein paar Unwägbarkeiten behaftet, weil der endgültige Stichtag zur Abrechnung der Studierenden-Statistik erst Mitte November ist. Aber schon jetzt ist laut der Marburger Uni-Vizepräsidentin Professorin Evelyn Korn klar, dass es einen weiteren Rückgang der Studierendenzahlen gibt. Somit setzt sich der dahingehende Trend aus dem vergangenen Sommersemester auch im kommenden Wintersemester fort, dass der „Studentenberg“ weiter abschmilzt. Eines ist bisher aber schon klar: Die Zahl der an der Philipps-Universität eingeschriebenen Studierenden bleibt weiterhin deutlich über der Marke von 20 000 Studierenden.

Zum Vergleich: Zum Stichtag im November 2020 lag die Zahl bei 24 000 statt 25 000 im November 2019. Und so sieht der bisherige Trend aus: Statt 22 900 im Oktober 2020 hat sich die absolute Zahl jetzt zunächst bei 21 500 eingependelt.

Diese Zahl wird aber aufgrund verspäteter Rückmeldung und Last-Minute-Einschreibungen wie immer auf jeden Fall noch deutlich steigen. „Der Rückgang passt auch zu den demographischen Zahlen. Es gibt weniger Abiturienten in Deutschland“, sagt Korn im Gespräch mit der OP. Die Vizepräsidentin hat aber auch noch weitere Faktoren ausgemacht, die zu dem Rückgang beigetragen könnten. Da ist vor allem der Pandemie-Faktor. „Viele angehende Studenten haben jetzt schon mehr als ein Jahr Corona hinter sich“, macht Korn klar. Da ist die Begeisterung von potenziellen Studierenden nicht so groß, jetzt nach der zuletzt auch oft digital verbrachten Schulzeit gleich an die Hochschule in ein „Hybrid-Semester“ zu gehen. Und wer den Plan von Jobben im Ausland oder „Travel and Work“ wegen der Pandemie-Lage in den vergangenen Monaten zunächst aufgeschoben hatte, könnte das vielleicht kurzfristig nachholen und stattdessen noch einmal die Studienpläne weiter verschieben.

Während die Zahl der Master-Studierenden im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben ist, sind sowohl die Zahlen der Studienanfänger als auch die der Zweit-Studierenden deutlich gesunken.

Zahl der ausländischen Studierenden steigt leicht

Bei den Studierenden im ersten Fachsemester gibt es einen Rückgang um acht Prozent. Es gebe an der Uni Marburg zum neuen Semester auch weniger Studierende, die vorwiegend wegen des „Hessentickets“ eingeschrieben seien. Leicht gestiegen ist aber die Zahl der ausländischen Studierenden, die zwischenzeitlich wegen der Corona-Beschränkungen stark eingeschränkt war.

Insgesamt zeigt auch der Hessen-Trend in eine ähnliche Richtung, berichtete die Vizepräsidentin. Das hätten Gespräche mit Präsidiums-Kollegen aus den anderen hessischen Hochschulen ergeben.

Noch wirkt sich die gesunkene Gesamtzahl der Studierenden nicht auf die Höhe der Zuweisungen aus der hessischen Landesregierung an die Philipps-Universität aus. Diese Zuwendung orientiert sich an der Zahl der Erststudierenden in der Regelstudienzeit, die an der Hochschule Marburg nicht unter eine Zahl von 13 181 fallen sollte. Derzeit erfüllen diese Vorgabe aus dem Wissenschaftsministerium aber rund 14 000 der eingeschriebenen Studierenden diese Bedingung.

Neue Struktur für Studiengänge

Derzeit empfindet die Vizepräsidentin noch keine Besorgnis, weil die Studierendenzahlen wie schon zu Beginn der Corona-Pandemie in den drei vorangegangenen Semestern eher zurückgehen. „Wir müssen aber aufmerksam draufschauen, welcher Trend darunterliegt“, meint Evelyn Korn. In der nahen Zukunft wird sich in Sachen Studienstruktur sowieso einiges ändern. Eine neue Studienstruktur wird zum Wintersemester Ende kommenden Jahres eingeführt. Kernstück der neuen Ordnung: In den neuen Bachelor-Studiengängen kann neben einem Hauptfach ein Nebenfach frei gewählt werden. Und zudem ist für alle Studierenden verpflichtend, 10 Prozent ihrer Studienleistungen in einem von allen Fachbereichen angebotenen überfachlichen Angebot zu absolvieren.

Von Manfred Hitzeroth