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Marburg Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion
Marburg Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion
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08:59 09.04.2020
Landrätin Kirsten Fründt. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Marburg

Leser stellen Fragen zum Coronavirus, Experten antworten. Diesmal antwortet Landrätin Kirsten Fründt auf die Leserfrage, ob das Virus auch im Wasser übertragen werden kann:

Eine Frage, die mich umtreibt: Was ist mit Kontamination der Oberflächengewässer, also der Flüsse und Seen mit den Viren? Werden die Viren in den Kläranlagen unschädlich gemacht? Ist das Virus – und wenn ja, unter welchen Bedingungen – überhaupt im Wasser stabil und gefährlich?

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Spezielle Untersuchungen über die Kontamination von Flüssen und Seen sind uns zum aktuellen Virus SARS-CoV-2 noch keine bekannt. Aber grundsätzlich hat das Virus eine sehr ähnliche Struktur und einen ähnlichen Aufbau wie die bereits bekannten Coronaviren. Die äußere Hülle dieser Viren besteht aus einer Fettschicht und gegen Fett hilft Seife – das kennen wir alle aus der Küche. Deswegen ist Händewaschen auch so ein effektives Mittel gegen die Verbreitung des Virus.

Weil sich die Coronaviren in diesem Punkt so ähnlich sind, können uns die bisherigen Erkenntnisse zu Übertragungswegen auch Anhaltspunkte für den Umgang mit dem aktuellen Virus geben. Unter anderem hat sich das Umweltbundesamt mit den Übertragungsmöglichkeiten im Wasser beschäftigt. Demnach ist Wasser kein relevanter Übertragungsweg für Coronaviren. In den biologischen Reinigungsstufen der Klärwerke werden zudem normalerweise zwischen 99 und 99,9 Prozent dieser Viren unschädlich gemacht.

Von einer besonderen Gefährdung für oder durch Flüsse und Seen können wir daher nicht sprechen. Im Gegenteil ist das Risiko für eine Infektion mit anderen Erregern dort bedeutend höher. Darüber machen wir uns im Alltag aber kaum Gedanken. Das sind beispielsweise andere Viren, Pilze oder Wurmeier, die in Flüssen und Seen vorhanden sind, oder Bakterien wie E. Coli.

Der Hauptübertragungsweg für das aktuelle Virus ist und bleibt die Tröpfcheninfektion, also der direkte Kontakt. Daher ist es richtig und wichtig, dass der Fokus aller Aktivitäten im Moment auf der Verringerung dieses Verbreitungsweges liegt.

Haben Sie auch Fragen zum Thema Coronavirus? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an beratung@op-marburg.de. Ganz egal, ob es medizinische Fragen sind, Fragen des Arbeitsrechts oder andere: Die OP wird die Fragen vorsortieren und legt sie einer Expertin oder einem Experten vor. Die Antworten lesen Sie in der Oberhessischen Presse oder online unter www.op-marburg.de. Wenn Sie nicht wünschen, dass Ihr Name erwähnt wird, schreiben Sie das bitte dazu.

 

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