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Marburg Beatmungsgeräte: Bund ohne Bedarf
Marburg Beatmungsgeräte: Bund ohne Bedarf
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20:01 16.07.2020
Professor Martin Koch von der Philipps-Universität Marburg vor dem einst für Corona-Patienten entwickelten Beatmungsgerät. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Erst Alarm, nun kein Bedarf: Die Bundesregierung will einen Teil der Beatmungsgeräte zur Behandlung von schwer an Covid-19 erkrankten Patienten nicht abnehmen, die sie auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie bestellt hatte (die OP berichtete).

Das geht aus einer FDP-Anfrage im Bundestag hervor. Demnach wurden den Bundesländern zwischen April und Juli mehr als 4.200 Apparate von Medizingeräte-Herstellern zum Abruf bereitgestellt. Insgesamt sollten eigentlich mehr als 20.000 Geräte besorgt werden.

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Das „Breathing Project“ der Philipps-Universität, ein Zusammenschluss von Forschern rund um Physikprofessor Martin Koch und die Firma Optik Schneider aus Fronhausen hatten kurz nach den ersten Corona-Fällen eben wegen des vorhergesagten Mangels ein Behelfs-Beatmungsgerät entwickelt, das von heimischen Ärzten zwar für seine Funktionalität gelobt, aber von den zuständigen Behörden vor allem wegen der stets unproblematischen Maschinen-Verfügbarkeit nie zugelassen wurde.

Ein Teil der Neu-Geräte, die künftig geliefert werden, soll laut Bundesregierung nicht direkt an Krankenhäuser gehen, sondern in die neu zu errichtende „Nationale Reserve Gesundheitsschutz", die auch international Hilfe leisten könnte. Auch das ist eine Idee des Marburger Unternehmers Gunter Schneider gewesen: Das Behelfs-Beatmungsgerät – ein paar Dutzend Prototypen wurden in Fronhausen schon im Frühjahr gebaut – beispielsweise in notleidende Hotspots liefern.

Von Björn Wisker

16.07.2020
16.07.2020
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