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Marburg „Die Welt braucht eine Pippi-Perspektive“
Marburg „Die Welt braucht eine Pippi-Perspektive“
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10:35 20.09.2021
Der Christian-Meineke-Preis für kulturelle Interaktion ging an Brigitte Knobl (2. von rechts) vom „Deutsch-Schwedischen Freundschaftsverein Marburg". Der Preis wurde überreicht durch Dr. Thomas Spies und Susanne Hofmann und der Jury mit Monika Bunk, Sylvie Cloutier, Bilal El-Zayat, Wolfgang Engler, Pia Gattinger, Said Shahtout, Xiaotian Tang.
Der Christian-Meineke-Preis für kulturelle Interaktion ging an Brigitte Knobl (2. von rechts) vom „Deutsch-Schwedischen Freundschaftsverein Marburg". Der Preis wurde überreicht durch Dr. Thomas Spies und Susanne Hofmann und der Jury mit Monika Bunk, Sylvie Cloutier, Bilal El-Zayat, Wolfgang Engler, Pia Gattinger, Said Shahtout, Xiaotian Tang. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Der Christian-Meineke-Preis für kulturelle Interaktion und gemeinnützigen Einsatz für die Stadtgesellschaft geht an den 2013 gegründeten deutsch-schwedischen Freundschaftsverein. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) überreichte den mit 1.500 Euro dotierten Preis am Sonntag beim Fest anlässlich der offiziellen Einweihung des Turms der neuen Marburger Moschee.

Brigitte Knobl, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, sagte: „Ich freue mich riesig über die Auszeichnung.“ Sie würdigte insbesondere den im vergangenen Jahr verstorben Lothar Hofmann, den Gründer und langjährigen Vorsitzenden des Vereins. „Dieser Preis gehört dir“, betonte sie. Er habe das inklusive Motto des Vereins geprägt: „Alle gehören dazu.“

Der dritte Preisträger

„Wir ehren mit diesem Preis einen Verein, der großen Wert auf das Zusammenwirken der Kulturen und Religionen legt und damit einen tollen Beitrag zum Kulturleben und dem gemeinsamen Miteinander leistet“, teilte Spies mit.

Der Preis ist nach dem im Jahr 2016 verstorbenen langjährigen Integrationsbeauftragten und Jugendamtsleiter Christian Meineke benannt und wird seit 2018 vergeben. Der deutsch-schwedische Freundschaftsverein ist der dritte Preisträger nach dem Freundeskreis Marburg-Sfax (2019) und dem Verein „Lebenswerter Stadtteil Richtsberg“ (2018). Im vergangenen Jahr wurde er wegen der Corona-Pandemie nicht vergeben.

Jury aus acht Personen kürte Sieger

Ausgewählt wurde der Verein von einer achtköpfigen Jury, der Monika Bunk von „Gemeinsam – Marburger Gemeinschaft für jüdisch-muslimischen Dialog“, Sylvie Cloutier, Vorsitzende des Ausländerbeirats, Professor Bilal Farouk El-Zayat, Vorsitzender der islamischen Gemeinde, Wolfgang Engler, Leiter des städtischen Fachdiensts für Migration und Flüchtlingshilfe, Pia Gattinger vom „Bewohnernetzwerk für Soziale Fragen“ (BSF), Susanne Hofmann vom Verein „Vielfalt Marburg“, Said Shahtout vom islamischen Kulturverein „Hadara“ und Tang Xiaotian, ehrenamtliche Integrationsbeauftragte der Stadt Marburg, angehörten.

Besonders begeistert hat die Jury die Bewerbung des Vereins mit dem Satz, der zugleich auch für die neue Leseinitiative des Vereins steht: „Die Welt braucht eine Pippi-Perspektive.“ Der Verein spielt damit auf eine der berühmtesten Kinderbuch-Heldinnen aus der Feder von Astrid Lindgren an: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, besser bekannt als Pippi Langstrumpf.

Zentrale Rolle im Vereinsleben

„Pippi ist das stärkste Mädchen der Welt, aber sie missbraucht ihre Macht nie“, sagte Brigitte Knobl. „Das wollen wir mit dieser Initiative deutlich machen.“

Ohnehin spielen Astrid Lindgren und ihre populäre Heldin Pippi Langstrumpf eine zentrale Rolle im Vereinsleben. Lesungen, Workshops, der Aufbau einer internationalen Bibliothek zur Leseförderung und das Spendenprojekt „Pippi of Today“, mit dem Frauen und Mädchen auf der Flucht unterstützt werden, seien hier genannt.

Von Uwe Badouin

13.09.2021
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