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Marburg Chance, das Wissen weiter auszubauen
Marburg Chance, das Wissen weiter auszubauen
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13:23 16.08.2021
Tauschten sich über das duale Ausbildungssystem aus: Igor Mertyn (von links), Ryszuavda Kieling, Ewa Sochacko, Agnieszka Darmach, Aqunieszke Duys, Kursleiterin Jutta Alberti und Ziga Mlakar von Arbeit und Bildung.
Tauschten sich über das duale Ausbildungssystem aus: Igor Mertyn (von links), Ryszuavda Kieling, Ewa Sochacko, Agnieszka Darmach, Aqunieszke Duys, Kursleiterin Jutta Alberti und Ziga Mlakar von Arbeit und Bildung. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Um die duale Ausbildung in Deutschland kennen zu lernen, war eine Gruppe von Friseurinnen und Kosmetikerinnen aus Lodsch in Polen drei Tage beim Mittelhessischen Bildungsverband (MBV) zu Gast.

„Eine duale Ausbildung, so wie es sie in Deutschland gibt, gibt es in Polen nicht“ sagt Igor Mertyn, einer der Koordinatoren des vom Europäischen Sozialfond (ESF) geförderten Projekts, das diese Reise ermöglichte. „Wir möchten zum Beispiel wissen, wie eine Ausbildung inhaltlich aufgebaut ist, wie sie organisiert wird und welche Qualifikationen die Ausbilder und Ausbilderinnen haben. Wir möchten unsere Erfahrungen nach Polen mitnehmen und Empfehlungen für mögliche Verbesserungen in unserem Land aussprechen“, so Mertyn. Die Besucher und Besucherinnen befinden sich, wie Merten beschreibt, in einem drei Monate andauernden Kurs, bei dem die Reise nach Deutschland Bestandteil ist.

Einblick in den Beruf

Der MBV hatte ein vielseitiges Programm für die interessierte Gruppe zusammengestellt: Während einer Infoveranstaltung zum Schulsystem und der dualen Ausbildung referierte Angelika Funk, erste Vorsitzende des MBV. Beim anschließenden Besuch eines Friseursalons hat sich die Obermeisterin der Friseur- und Kosmetik-Innung der Kreishandwerkerschaft Marburg, Martina Klein, für den Besuch aus Polen viel Zeit genommen, um der Gruppe einen Einblick in das Berufsbild zu vermitteln. Es wurden Fragen nach dem Umgang mit Kunden gestellt, welche Farbtechniken benutzt werden oder welche Praktiken im ersten Ausbildungsjahr vermittelt werden.

Nach einem Besuch in der Praxis GmbH wurden besonders die Förderungen von jungen Erwachsenen im Übergang von Schule zur Ausbildung erläutert und diskutiert. Am Ende des Aufenthaltes konnten die Inhalte der Berufe auch anhand von Lehrvideos weiter vertieft werden.

Berufsschule in Polen

„In der Berufsschule in Polen wird theoretisch auf den Beruf vorbereitet. Nur ein sechswöchiges Praktikum gibt die Chance auf ein praktisches Ausprobieren im gewünschten Berufsfeld. Steigt man in einem Friseur- oder Kosmetikbetrieb ein, wird man als Mitarbeiter*in ohne Erfahrung behandelt. Das duale Ausbildungssystem ist besser geeignet, die jungen Menschen auf den Beruf vorzubereiten“ erklärt Ryszuavda Kieling, die für die Gruppe gedolmetscht hat. Sie sagt, dass der Erfahrungsaustausch allen gut gefallen hat und sie viele Ideen für die Arbeit nach Hause mitnehmen.

Im Herbst wird eine weitere Gruppe von Facharbeiterinnen und Facharbeitern aus Polen in Marburg erwartet, weitere Besuche werden folgen.

Jutta Alberti, Kursleiterin von verschiedenen ESF-geförderten Projekten sagt: „Der Besuch ist für uns eine Chance, das Wissen über die Schulung von Bildungspersonal in Polen auszubauen. Wir werden über Zoom weiter in Verbindung bleiben, darüber freuen wir uns.“

Von unseren Redakteuren

20.08.2021
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