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Marburg Baustart für "Büro der Zukunft"
Marburg Baustart für "Büro der Zukunft"
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09:58 14.08.2019
Ließen beim offiziellen Spatenstich des neuen CSL-Bürogebäudes die Erde fliegen: Dr. Johannes Krämer, Leiter Engineering CSL Behring (von links), Carsten Schneider von Pharmaserv, Dr. Lars Witteck von der Volksbank Mittelhessen, Pharmaserv-Geschäftsführer Thomas Görge, Landrätin Kirsten Fründt, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Peter Schwab, Projektleiter Pharmaserv, Michael Schröder, Standortleiter von CSL Behring, Projektleiter Thomas Schimansky und Kerstin Wermter von der DZ Bank. Quelle: Ina Tannert
Marburg

Noch sind die Dimensionen vom künftigen Bürokomplex im Herzen von Görzhausen I nur mit viel Phantasie zu erahnen, doch in nicht einmal drei Jahren wird das sogenannte „Office of the Future“ als zentrales Hirn von Verwaltung und Administration die Arbeit aufnehmen.

Das in einem großen Bürogebäude mitten auf dem Biotechnologie und Pharmapark, quasi „das neue, anspruchvolle Headquarter von CSL Behring in Marburg“, kündigte Pharmaserv-Geschäftsführer Thomas Görge am Montag an.

Gemeinsam mit der CSL-Leitung, Projektverantwortlichen wie Vertretern aus Politik und der beteiligten Banken ließ er am Montag beim obligatorischen Spatenstich die ersten Handvoll Erde über die künftige Baustelle fliegen. Noch viel mehr – nämlich gut 12 000 Kubikmeter Erde­ – wird dort in den nächsten ­
Monaten bewegt werden.

Auf der insgesamt 17 500 Quadratmeter großen Fläche entstehe ein „modernes und repräsentatives Bürogebäude – mit Abstand das größte Gebäude am Standort“, so Görge. Rund 22 Meter soll es hoch werden, verteilt auf sechs Stockwerke entstehen rund 620 Arbeitsplätze. Hinzu kommen Besprechungsräume und Rückzugsmöglichkeiten, Innenhöfe, Dachterrasse samt Caféteria.

Ein offen gestaltetes Haus für Verwaltung und Administration soll es werden, „mit aufgabenorientierten Arbeitsplätzen, wo wir die Herausforderungen der Zukunft angehen können“, lobte Michael Schröder, Geschäftsführer und Standortleiter von CSL Behring Marburg.

Planung und Bau des neuen­ Bürogebäudes übernimmt Standortbetreiber Pharmaserv, die Gesellschaft investiert 35 Millionen Euro in den Neubau. Die Firma „P.o.t.“ aus Linden erarbeitete gemeinsam mit den Mitarbeitern das Raumkonzept.

Ökologische Effizienz wichtiger Baustein für Planung

Im Dezember fiel mit der Unterzeichnung der Mietverträge der endgültige Startschuss für das Großprojekt, die Baugenehmigung folgte vergangene Woche. Im ersten Halbjahr 2022 will CSL Behring bereits in den Komplex mit dem Gebäudenamen „M 540“ einziehen.

Bei dem Gebäude sei neben einer funktionalen Gestaltung der Büros auch die ökologische Effizienz wichtiger Baustein für die Planung gewesen – wie bereits andere Gebäude am Standort, werde auch der Neubau mit Erdwärme geheizt und gekühlt. Auf diesem Weg wolle man im Jahr unter einem Verbrauch von 60 Kilowattstunden bleiben.

Das Richtfest steht schon Ende 2020 an, danach folgt der Innenausbau und die Gestaltung der Außenanlage. Noch besteht die künftige Baustelle vornehmlich aus Parkplätzen. Diese werden im Zuge der Neuplanung verlagert. Für die Mobilität der Mitarbeiter – ob auf zwei oder vier Rädern – sei vorgesorgt, auf der Außenanlage sollen mehrere Ladesäulen zur Stromversorgung entstehen.

Zudem werde es ausreichend Platz zum Abstellen von Fahrrädern geben. Parallel dazu sind Sanitärräume mit Duschen geplant, unter anderem für jene Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Förderung des Radverkehrs am Neubau

Mit diesem Angebot wolle das Unternehmen zu modernen Mobilitätskonzepten wie „zu einer ökologischen Effizienz“ beisteuern, sagte Görge. Dies auch angesichts der anhaltenden Verkehrsdebatte, der Verkehr sei auch am Standort ein „schwieriges Thema“.

Die Einbeziehung von E-Mobilität und Förderung des Radverkehrs am Neubau lobte auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies als „eine zeitgemäße Infrastruktur“. Gerade in einer Stadt wie Marburg mit Schwieriger topografischer Lage: „Wir wollen, dass mehr Menschen mit Bus, Bahn und Fahrrad fahren“, so Spies.

 Die Anbindung des Verkehrs, Auto- wie Radverkehr, sei dabei „eine echte Herausforderung der Zukunft“, befand Schröder. Dazu setze das Unternehmen auch auf die Stadt Marburg und den Landkreis, etwa beim Ausbau des Radwegenetzes.

von Ina Tannert