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Marburg CSL ist Teil der Anti-Corona-Allianz
Marburg CSL ist Teil der Anti-Corona-Allianz
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17:57 06.04.2020
Blick in die Produktion bei CSL Behring: Das Unternehmen ist Teil einer Allianz, um die Herstellung eines Medikaments gegen Covid-19 zu beschleunigen. Quelle: CSL Behring
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Marburg

CSL Behring arbeitet gemeinsam mit fünf weiteren Pharma-Unternehmen in einer bisher einzigartigen Allianz an einer auf Plasma basierten Therapie zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Das teilte das Unternehmen am Montag, 6. April, mit.

Demnach haben CSL und das Unternehmen Takeda die Allianz ins Leben gerufen, die weiteren Beteiligten sind Biotest, BPL, LFB und Octapharma – allesamt Plasmaprodukte-Hersteller.

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Die Allianz werde unverzüglich mit der Prüfentwicklung eines markenlosen, polyklonalen Hyperimmun-Immunglobulin-Arzneimittels beginnen. Ziel soll es sein, Personen mit schwerwiegenden Komplikationen von Covid-19 zu behandeln.

Bündelung aller Ressourcen

„Es steht außer Frage, dass wir alle die Auswirkungen von Covid-19 spüren“, sagt Bill Mezzanotte, Leiter Forschung und Entwicklung sowie Executive Vice President von CSL Behring.

Die Allianz ziele darauf ab, möglichst schnell eine „zuverlässige, skalierbare und nachhaltige Option für medizinisches Personal zur Behandlung von Patienten“ zu finden, mit der Covid-19-Patienten behandelt werden könnten.

Zusätzlich zur Bündelung der Ressourcen aller Allianzpartner werde man „wo immer möglich mit Behörden und Wissenschaft als ein Partner zusammenarbeiten, wie zum Beispiel bei wichtigen Aktivitäten wie klinischen Studien“, so Mezzanotte. Dies erhöhe „speziell in diesen hektischen Zeiten“ die Effizienz.

Einladung an andere Firmen

Die Partnerschaft wolle sich die gebündelte Expertise und die bereits laufende Arbeit der Unternehmen zu Nutze machen. Experten der Allianzpartner würden nun mit der Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen wie Plasmagewinnung, der Entwicklung klinischer Studien sowie dem Herstellungsprozess beginnen. Zudem sei es auch für weitere Unternehmen und Institutionen möglich, sich der Allianz anzuschließen.

„Beispiellose Zeiten erfordern mutige Schritte,“ sagte Julie Kim, Präsidentin der Business Unit PlasmaDerived Therapies, Takeda. „Wir sind uns einig, dass wir durch die Zusammenarbeit und Zusammenführung von Branchenressourcen die Markteinführung einer potenziellen Therapie beschleunigen und das potenzielle Angebot erhöhen können. Wir laden Unternehmen und Institutionen, die sich auf Plasma konzentrieren, ein, unsere Allianz zu unterstützen oder sich ihr anzuschließen.“

Für Julie Kim von Takeda steht fest: „Durch die Zusammenarbeit und dadurch, dass wir Produktionsressourcen zusammenbringen, können wir beschleunigen, dass eine potenzielle Therapie Marktreife erlangt“ – und auch die flächendeckende Herstellung sei so später gesichert.

Spenderplasma gesucht

Um die Arbeit voranzutreiben, benötigt die Allianz nun Spenderplasma – also Blut von Patienten, die nach ihrer Infizierung komplett von Covid-19 geheilt sind. Denn nur dann enthält ihr Blut Antikörper, die das Coronavirus bekämpfen können.

Nach der Sammlung wird das „Rekonvaleszenten“-Plasma zu Produktionsstätten transportiert, wo es einem etablierten Verfahren unterzogen wird, in dem unter anderem vorhandene Viren inaktiviert und entfernt werden und dann die Aufreinigung in das Produkt erfolgt.

Wird von der Allianz auch der CSL-Standort Marburg profitieren? „Die Nachricht ist noch zu frisch, als dass wir das sagen könnten“, so Pressesprecherin Stephanie Fuchs. Doch auch in Marburg, wo gerade das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum von CSL entsteht, spiele die Forschung eine große Rolle.

Von Andreas Schmidt

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