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Marburg CSL Behring will 150 Stellen streichen
Marburg CSL Behring will 150 Stellen streichen
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07:00 05.03.2021
CSL Behring will 150 Stellen streichen. Foto: Thorsten Richter
CSL Behring will 150 Stellen streichen.  Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Im Ungewissen schweben die rund 3 000 Mitarbeiter von CSL Behring in Marburg nicht erst seit einer Betriebsversammlung am 25. Februar. Schon zuvor gab es in Marburg Gerüchte über Arbeitsplatzverluste und die Auslagerung von Unternehmensteilen im Zuge einer globalisierten Ausrichtung und der damit verbundenen Umstrukturierung des Konzerns.

Nach Informationen der OP handelt es sich um 150 Vollzeitstellen, die entfallen sollen. Der in einer digitalen Konferenz zugeschalteten Belegschaft nannte die Geschäftsführung keine Details zum beabsichtigten Stellenabbau. Jedoch liegt der OP das Konzept einer Beratungsfirma für CSL vor. Danach sollen die 150 Arbeitsplätze so schnell wie möglich entfallen. Denn jeder Monat würde die Kosten des Unternehmens um 1,5 Millionen Euro mindern.

Und: Es werden wohl mehr als 150 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, da viele Angestellte in Teilzeit arbeiten. Während die Stellen vor allem in den Firmenteilen entfallen sollen, die nicht für die Produktion relevant sind, zum Beispiel im IT-Bereich, Logistik, Einkauf und Rechnungswesen, ist eine weitere Veränderung in der Struktur des Unternehmens geplant: 500 Angestellte aus Forschung und Entwicklung sollen in ein neues, externes Unternehmen ausgelagert werden. Laut des Konzepts der Beratungsfirma zur „CSL-Strategie 2030“ sollen die Veränderungen in Marburg im Juni vollzogen sein.

Geschäftsleitung schweigt

Weder dem Betriebsrat noch der Gewerkschaft IG BCE liegen mehr Informationen vor. Gewerkschaftssekretär Julian Fluder bezeichnet es als unverantwortlich, dass die Marburger Geschäftsführung der Belegschaft keine näheren Informationen gibt, sondern auf den Mutterkonzern verweist. Laut Fluder ist „unsere höchste Priorität, betriebsbedingten Kündigungen entgegenzuwirken“. Eine von der OP erbetene Stellungnahme der Marburger Geschäftsführung lag bis gestern Abend nicht vor. Wie die OP berichtete, vermeldete der Mutterkonzern CSL Limited im August vergangenen Jahres einen Rekordgewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar, das Halbjahresergebnis bezifferte das Unternehmen Ende Februar mit 1,8 Milliarden US-Dollar.

von Gianfranco Fain

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