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Marburg Das Fest wird fast zur Nebensache
Marburg Das Fest wird fast zur Nebensache
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00:18 24.08.2018
Hoch hinaus: Die Kinder hatten auf dem Bungee-Trampolin jede Menge Spaß. Quelle: Weiershäuser
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Marburg

Versprechen eingelöst: Anfang des Jahres überreichte CSL Behring eine­ 10  000-Euro-Spende an die ­Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder (die OP ­berichtete). Damals lud ­Geschäftsführer Craig Shelanskey die Familien ein, gemeinsam mit den CSL-Mitarbeitern, die die Spende ermöglicht hatten, und deren Angehörigen auf dem Sommerfest zu feiern. Am Sonntag war es so weit: 13 Familien waren der Einladung von Shelanskey gefolgt.

„Ich freue mich, dass so viele Gäste heute hier sind und den Tag genießen“, betont er zur Begrüßung. Aber es sei auch ein besonderer Tag. Denn seit 2009 können die Mitarbeiter von CSL Behring in Marburg auf die Centbeträge ihres Gehaltes verzichten. Das Unternehmen verdoppelt den Betrag dann, das Geld wird gespendet. Die Initiative „Cents für einen guten Zweck“ unterstützt mit diesem Geld unterschiedliche soziale Projekte in der Region Marburg.

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Auszeichnung durch den Finanzminister

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) dankte der Geschäftsführung und den Mitarbeitern für das Engagement und zeichnete sie mit der Plakette „Menschen des Respekts“ aus: „Wenn eines der international führenden Biotechnologieunternehmen mit gutem Beispiel voran geht, dann hoffe ich auf eine große Strahlkraft auch auf andere Unternehmen.“

CSL leiste Beiträge zu humanitären Programmen sowie Hilfsaktionen in aller Welt. Besonders schön sei es, dass dabei die Heimat des Unternehmens fest im Blick sei und sich mit Leidenschaft für die Menschen in der Region eingesetzt werde.

„Die Idee zur Initiative kam von den Mitarbeitern“, sagt ­Betriebsratsvorsitzender Bernd Rößer. Im vergangenen Jahr ­kamen so rund 10 000 Euro zusammen, die an die Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder überreicht wurden.

Über die Auszeichnung freut sich der Betriebsratsvorsitzende. Er nahm stellvertretend für alle Mitarbeiter von CSL Behring den Preis entgegen. Große Freude auch bei der Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder aus Marburg.

Routine-Untersuchung bringt Schock-Diagnose

Vorsitzender Peter Becker betonte die Wichtigkeit von Spenden, denn der Verein arbeite ausschließlich spendenbasiert. 37 Familien würden aktuell von der Initiative unterstützt. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich.

„Die Belastung der Familien ist enorm hoch. Wir wollen unterstützen und helfen und die Mitarbeiter verzichten auf Gehalt. Wir geben den Familien Beratung, psychosoziale Betreuung und finanzielle Unterstützung“, sagt Becker.
Der Finanzminister spendete­ für die Aktion spontan 2 000 Euro aus privater Tasche – verbunden mit dem Hinweis, dass die Geschäftsführung auch diesen Betrag noch verdoppeln könne.

CSL-Geschäftsführer Craig Shelanskey lud die Familien der Elterninitiative ebenfalls zum Sommerfest in den Botanischen Garten ein. „Ich freue mich, dass 13 Familien zugesagt haben und mit uns einen schönen Tag ­genießen werden.“

Eine Familie ist aus Kirtorf angereist. Janine Czmer beschreibt, was eine solche Spende für sie als betroffene Familie bedeutet: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dass es Menschen gibt, die uns helfen wollen“. Ihre Tochter Summer ist vor acht Jahren als Extrem-Frühchen auf die Welt gekommen und hatte keinen leichten Start. „Aber wir haben immer alles gut überstanden“, sagt die Mutter.

2017 musste das kleine Mädchen eigentlich nur zu einer Routine-Untersuchung ins Krankenhaus. Dann die Diagnose: Gehirntumor. Ein Schock für alle. „Aber wir glauben an unsere Tochter und wissen, dass sie es schafft“. Die Hilfe der Elterninitiative sei eine unheimliche Entlastung, denn beispielsweise die Tiertherapie ihrer Tochter sowie die Fahrtkosten dorthin würde nicht von der Krankenkasse bezahlt. „Sie fährt jeden Dienstag mit Karl Kreh von der Elterninitiative dort hin und genießt diese Zeit sehr“.

Situation ist für alle belastend

Für die Familie bedeutet die Unterstützung auch einmal raus aus dem Alltag zu kommen und etwas Normalität zu leben. Auch für den älteren Bruder (12) ist die Situation sehr belastend und nicht einfach.

Der Botanische Garten verwandelte sich indes am Sonntag in einen großen Freizeitpark. Auf der großen Bühne spielte die heimische Cover-Band „Oh, Alaska“ mit Sängerin Yana Gercke. Das Trio interpretiert aktuelle Chart-Hits auf ihre ganz eigene Weise. Im Kinderspielparadies hatten die ganz Kleinen genauso viel Spaß wie größere Kinder. Hüpfburg, Bungee-Trampolin, Familien-Rallye und besonders Clown „Ichmael“ sorgte für eine großartige Stimmung.

Abkühlung gefällig? Das war an den beiden Eis-Stationen kein Problem. Und auch die zahlreichen weiteren Food-Trucks ­luden die Gäste zu Gegrilltem, Fisch, Pizza, Pommes, Salaten und vielem mehr ein. Auch Kaffee und Kuchen standen bereit. Besonderen Spaß hatten die Besucher in der Foto-Box und im Photo-Bulli. Alle hatten viel Zeit zum Klönen und Genießen.

von Melanie Weiershäuser