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Marburg Geballte Innovation unter einem Dach
Marburg Geballte Innovation unter einem Dach
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07:59 14.11.2019
So soll das Gebäude M600 nach seiner Fertigstellung im Jahr 2022 aussehen: Am Standort Görzhausen soll in dem Neubau der 
Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung gebündelt werden, der jetzt über beide Standorte verteilt ist. Quelle: CSL Behring
Marburg

Wie sehr die spätere „Hausherrin“ Vicky Pirzas, Vice President des Geschäftsbereichs Entwicklung rekombinanter Produkte, sich auf das neue Gebäude freut, wurde schon daran deutlich, dass sie einen Kuchen gebacken hatte. Und der war eine sehr detailgetreue Replik von M600, wie der Neubau CSL-intern heißt.

In ihm sollen nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2022 bis zu 600 Mitarbeiter aus dem Geschäftsfeld Forschung und Entwicklung (F&E) Platz finden. Der Bereich soll in M600 gebündelt werden – denn derzeit sind die Abteilungen noch in verschiedenen Gebäuden am Standort Marburg verteilt.

Dr. Anthony Stowers, Senior Vice President Entwicklung rekombinanter Produkte, betonte, dass CSL im vergangenen Jahr enorm demonstriert habe, „wie entschlossen sich das Unternehmen für das Wohl der Patienten einsetzt“. Das werde auch durch die Investitionen in Forschung und Entwicklung gestützt.

Hausherrin spricht von Meilenstein

In Bern entstehe ein neuer Forschungs- und Entwicklungsstandort, in Melbourne werde ein neues Hauptquartier gebaut – „mit sieben Stockwerken für innovative Forschungs- und Entwicklungsarbeit“, wie Stowers betonte. Marburg sei ein weiteres wichtiges Puzzlestück in diesem Konzept, „um neue Medikamente für die Patienten zu entwickeln“.

Dr. Vicky Pirzas betonte, dass es „ein großer Tag für uns alle ist – für Forschung und Entwicklung, für den Standort und für Marburg“. Denn der Meilenstein, den man nun erreicht habe, spiegele die harte Arbeit, Hingabe und Zusammenarbeit aller Mitarbeiter und Ingenieure wider. „Mit der weiteren Investition sowohl in F&E als auch in den Standort unterstreichen wir, dass wir weiterhin das Wohl unserer Patienten im Blick haben“, sagte Pirzas.

Arbeit soll über Standort ausgeweitet werden

Vor drei Jahren habe man mit den Planungen begonnen, die verschiedenen Teile der F&E „in ein dynamisches Ökosystem für Biowissenschaften als ein integraler Bestandteil von CSL zu transformieren“. Nach der Fertigstellung in 2022 würden rund 600 F&E-Mitarbeiter „in einem top-modernen Gebäude mit Spitzen-Laboratorien arbeiten“ – dabei sei die Arbeit nicht auf CSL beschränkt. Vielmehr wolle man auch neue Wege erarbeiten, um mit anderen Organisationen und akademischen Institutionen deutschland- und europaweit zusammenzuarbeiten.

Dr. William Mezzanotte, Executive Vice President und Leiter des Geschäftsbereichs F&E, betonte, dass schon seit dem Start der Behringwerke die Entwicklung neuer Medikamente im Fokus gestanden habe. „Die CSL-Strategie hat derzeit das Jahr 2030 mit Patienten, Mitarbeitern und Innovationen sowohl nachhaltigem Wachstum im Blick“, so Mezzanotte. Aber in Sachen F&E sei 2030 „gerade einmal ein Wimpernschlag“ – vielmehr müsse es um das nächste Jahrhundert gehen.

Innovation ganz 
im Geiste von Behring

Vor diesem Hintergrund müsse CSL mit all seinen Mitarbeitern und Entwicklungen einen globalen Fußabdruck hinterlassen. Das Projekt in Marburg demonstriere, wie wichtig der Standort Marburg „als Teil der globalen F&E-Investitionsstrategie“ sei – auch vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Bern und Melbourne.

In Marburg bringe man „all die talentierten Köpfe unter einem Dach zusammen – wir können so neue Medikamente entwickeln, um Patienten ein besseres Leben zu entwickeln“. Mezzanotte ist sich sicher, „dass das neue F&E-Zentrum eine nationale und internationale Reputation wie beispielsweise die Universität oder die Blista erreichen kann“. Für ihn steht fest: „In 100 Jahren werden die Menschen mit Bewunderung davon sprechen, was in diesem neuen Gebäude erreicht wurde – ganz im Sinne des Geistes von Behring.“

Ein Ort der internationalen Wirtschaft

Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) steht fest, dass Marburg „seit 500 Jahren ein Ort der internationalen Wissenschaft“ sei. Emil von Behring habe seinerzeit Tausende Kinder gerettet – der Name stehe auch heute für lebensrettende Medikamente. „Das geht aber nicht ohne Forschung und Entwicklung von neuen oder verbesserten Produkten“, so Spies.

Zwar sei Wissenschaft international und könne überall stattfinden. „Aber wir alle wissen, dass Forschung und Entwicklung die Zukunft gehört. Daher sei man am Standort Behring an einem kraftvollen Ort. Spies sei froh, dass sich die Verantwortlichen zu der neuerlichen Investition entschieden hätten – „denn das ist ein klares Bekenntnis für Wachstum am Standort Marburg“.

von Andreas Schmidt