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Marburg „Unsere Stadt klingt so schön“
Marburg „Unsere Stadt klingt so schön“
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19:24 16.12.2019
Musiker und Macher der CD „Marburg frisch gepresst“: Naomi Elizabeth Keates (von links), Sängerin der Band „Yerba Colorá“, Michal Bandac von der Band Moglo, Carsten Beckmann und die Sängerin und Schauspielerin Franziska Knetsch haben sichtlich Spaß auf der kleinen Bühne des Kinos „Studio“ im Capitol-Center. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Es war alles bereitet für eine schöne CD-Release-Party im Capitol-Center. Kinobetreiberin Marion Closmann hatte das „Studio“ bereitgestellt, Robert Sabo von Wein und Käse leckeren Sekt gestiftet.

Michal Bandac von der Band „Moglo“, OP-Redakteur Carsten Beckmann und Nico Rubner vom Tonstudio Marburg Records hatten CDs bereitgelegt, Musikvideos beteiligter Bands mitgebracht und eine kleine Anlage für Live-Auftritte aufgebaut.

Leider kamen nur wenige der vielen Marburger Musiker zu der Party. Rund 80 Pop-, Rock-, Punk- und Jazzbands hat es einmal in Marburg gegeben. Genaue Zahlen gibt es nicht, dafür ist die Szene zu fließend. Aber sicher ist: Die Zahl sinkt inzwischen, rapide. Ein Grund: „Es gibt zu wenig Probenräume“, sagt Nico Rubner am Eingang. Ein zweiter: Die Jugendlichen säßen heute vor dem Computer, machten dort ihre Musik.

Live-Musik und Videos

Carsten Beckmann ließ sich davon die Laune nicht verderben. „Man darf nicht die bestrafen, die gekommen sind“, sagte der Bühnenprofi, der seit vielen Jahren in seiner Freizeit in verschiedenen Formationen auf der Bühne steht, unter anderem mit der „Marburger Lyrikkompanie“ und „Howdiemania“.

Er führte souverän und mit Witz durch das Programm mit Live-Musik und schönen Videos von „Yerba Colorá“ und Michal Bandacs Band „Moglo“. Der US-Amerikaner hat sich in Marburg und Mittelhessen verliebt. Marburg sei eine sehr sichere Stadt und „der schönste Ort der Welt“, geriet er ins Schwärmen.

Und ganz viel Wasser

Carsten Beckmann richtete zuvor seinen Dank an Marion Closmann aus: „Wir freuen uns, im Studio sein zu dürfen.“ Zu „Marburg frisch gepresst“ meinte er: „Wir machen das zum ersten Mal, wir müssen noch viel lernen.“ Und warum haben sie sich in das CD-Abenteuer gestürzt? „Unsere Stadt klingt sehr schön, deshalb haben wir das gemacht“, meinte Michal Bandac.

Von seiner Band „Moglo“ war ein Video des Gute-Laune-Songs „Step into the Sun“ zu sehen, natürlich an und auf der Lahn gedreht, die das Stadtbild ebenso prägt wie die alten Fachwerkbauten der Oberstadt. Auch das Video zu „Desanclado“ von „Yerba Colorá“ spielt auf dem Wasser, allerdings nur zum Teil auf der Lahn, und in weiten Teilen irgendwo in Lateinamerika.

Wasserleiche in der Badewanne

„Yerba Colorá“-Sängerin Naomi Elizabeth Keates ist eine echte Kosmopolitin: Sie kommt aus Manchester, lebt seit mehreren Jahren in Marburg, erhält jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft und singt auf Spanisch. Warum? „Als ich als Teenager angefangen habe, zu singen, wollte ich nicht, dass meine Eltern die Texte verstehen“, erzählte sie augenzwinkernd.

Das dritte Video des Abends ist eine Co-Produktion des OP-Fotoredakteurs Tobias Hirsch mit Carsten Beckmann. Sie haben für Beckmanns düstere Ballade „Su­sannah McKee“ am stürmischen Nordseestrand gedreht und die Schauspielerin Franziska Knetsch als schöne Wasserleiche in die Bade­wanne gesteckt.

Reinerlös für Marburger Tafel

Live-Musik gab es auch noch von „Yerba Colorá“, „Bloody Merry“ – hinter dem Duo verbergen sich Franziska Knetsch und ihr Mann Michal Bandac, sowie Carsten Beckmann. Mit dem Beatles-Cover „With a Lit­tle Help From My Friends“ klang die CD-Release-Party aus. Der Reinerlös aus dem Verkauf von „Marburg frisch gepresst“ geht an die Marburger Tafel, die das Geld angesichts steigender Nutzerzahlen dringend brauchen kann, wie die Vorsitzende Rita Vaupel betonte.

  • Die CD „Marburg frisch gepresst – Volume I“ enthält 12 Songs heimischer Bands und Solokünstler. Das Spektrum reicht von Rock und Reggae über Hiphop und Independent bis zu Singer-Songwriter-Musik. Sie kostet 7,50 Euro. Den Sampler gibt es unter anderem bei Marburg Tourismus im Erwin-Piscator-Haus, im Cineplex, im Kundenservice der OP, bei Music Attack, Comics, Kitsch & Kunst (Barfüßerstraße), in Maria Pohlands Pop-Up-Galerie (Oberstadt) und im Musikhaus am Biegen.

von Uwe Badouin