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Marburg „Wir sind wachsam“
Marburg „Wir sind wachsam“
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08:00 17.11.2020
Mit Mundschutzmasken sitzen Schüler eines Gymnasiums in einer Aula. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Marburg

Nach einer geänderten Vorlage des Bundes für die Videokonferenz sollen die Länder bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können. Das wurde wohl im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit einem Kopfnicken aufgenommen.

Burkhard Schuldt, Leiter des Staatlichen Schulamts Marburg, bleibt ganz auf Kurs der Hessischen Landesregierung. Die sagt, dass Entscheidungen von den Infektionszahlen vor Ort abhängig gemacht werden sollen, bevor man pauschal zu anderen Mitteln greife.

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„Präsenzunterricht ist für Schüler wie Lehrer nach wie vor das höchste Gut“, sagt Schuldt. Die Fallzahlen aus den Schulen im Kreis seien nun auch nicht so alarmierend, dass jetzt übergreifend andere Lösungen bevorzugt werden müssten. Dennoch stellt Schuldt heraus: „Wir sind wachsam, flexibel und beobachten die Entwicklungen genau. Wir können schnell reagieren, wenn es nötig werden sollte.“

Keine Infektionsherde

Dass die Schulen im Landkreis so weit offengehalten werden können und auch die Teilung der Klassen noch nicht vonnöten ist, liege daran, dass alle gängigen Vorsichtsmaßnahmen an den Schulen überlegt und konsequent umgesetzt wurden. Das gelte für das Tragen von Masken wie auch für Kontaktbeschränkungen. So wurden klassenübergreifende Angebote ausgesetzt, in Ganztagsschulen bleiben die Schüler im Klassenverband zusammen, können sich nicht klassen- oder gar altersübergreifend in AGs einwählen. Nur in der Sekundarstufe II müsse man natürlich mit dem Kurssystem fortfahren, weil der entsprechende Unterricht prüfungsrelevant ist. Wenn aber Schüler gleiche Kurse besuchen, sollten sie auch dort immer nebeneinander sitzen. Schulen „sind gefordert und das sicher extrem stark, aber sie sind nicht überfordert“, stellt Schuldt heraus.

Vom Sommer bis zum Start der Herbstferien sei es gut gelaufen. Man könne im Nachhinein sogar von einer gewissen Kontinuität sprechen. Seit Wiederaufnahme des Unterrichts nach den Herbstferien verschärfe natürlich das Wetter sicher den Schulalltag unter Corona-Bedingungen, aber trotz der deutlich erhöhten Fallzahlen im Landkreis seien die Schulen nicht die Orte, die als Infektionsherde bezeichnet werden können. Wichtig sei der offene Umgang mit veränderten Situationen an den Schulen.

Und was sagen Schüler? Es bleibe anstrengend, die ganze Zeit Maske tragen zu müssen. Aber sie halten sich daran, weil die Schule der einzige Ort ist, an dem sie ihre Klassenfreunde direkt sehen können, denn in der Freizeit gelten andere Regeln. Eltern achteten schon darauf, dass ihre Kinder privat nicht zu viele Kontakte pflegen. Nicht selten müsse man sich auf eine Person festlegen.

von Götz Schaub

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