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Marburg Wissenschaftler streiken fürs Klima
Marburg Wissenschaftler streiken fürs Klima
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08:00 21.11.2019
Auch die Marburger „Scientists for Future“ (hintere Reihe) beteiligen sich an der Klima-Aktionswoche. Quelle: Klimabündnis Marburg
Marburg

Als Antwort auf das nach Einschätzung der „Students 4 Future“-Bewegung, „vollkommen unzureichende“ Klimapaket der Bundesregierung soll in der kommenden Woche der reguläre Lehrbetrieb an der Universität bestreikt werden.

Dafür arbeiten die Organisationen der „Scientists for Future“, „Fridays for Future“, „Students for Future“ und viele weitere Menschen, die Teil des „Klimabündnisses Marburg” und des Asta­ sind, zusammen. In der „Klimastreikwoche“, die vom 25. bis zum 29. November stattfindet, werden unter anderem alternative Informationsveranstaltungen angeboten.

Breites Angebot an "Alternativprogramm"

Die Klimastreikwoche wird während dieser Zeit bundesweit an verschiedenen Unis umgesetzt. Die Marburger „Scientists for Future“, die aus Dozenten der Uni bestehen, konnten einige Wissenschaftler davon überzeugen, an dem Projekt mit teilzunehmen. So gibt es während der Klimastreikwoche ein breites Angebot an „Alternativprogramm“ zu den normalen Vorlesungen der Universität.

„Statt und neben den normalen Uni-Veranstaltungen wird es Vorlesungen, Seminare, Exkursionen und Ähnliches zum Thema Klima geben“, erzählt Dr. Susanne Maria Weber, Professorin der Erziehungswissenschaften und Mitglied der Organisation „Scientists for Future“, die das Lehrprogramm mit dem Namen „Public-Climate-School“ organisiert haben.

Dabei ist die Teilnahme an den zahlreichen Veranstaltungen ­offen für jeden Interessenten – nicht nur für Studierende. Während sich die „Scientists for Future“ um die Unterstützung von Dozenten für die „Public-Climate-School“ kümmern, werden von vielen Einzelpersonen aus dem Klimabündnis andere­ organisatorische Aspekte bearbeitet.

Auf die Klimadringlichkeit hinweisen

Denn zusätzlich zu den Lehrveranstaltungen werden Infostände rund um den Campus aufgestellt, Flyer verteilt, Filme auf den Gängen im Hörsaalgebäude gezeigt und neben­
dem Angebot von veganem ­Essen auch Musik gemacht.

„Alles soll so aufgebaut werden wie ein Fest, zu dem Leute gerne hinkommen und sich im besten Fall neue Ideen und Anreize mitnehmen“, sagt Louisa Friedrich, Mitglied des Klimabündnisses und des Organisationsteams der Hochschulstreikwoche.

„Wir wollen auf die Klima­dringlichkeit hinweisen. Die Idee ist es, den Leuten zu sagen, dass sie mal eine Pause einlegen sollen, um sich umzusehen und zu realisieren, was eigentlich gerade passiert und was auf uns zukommt“, erklärt sie.

Bitte: Fehlen der Studenten zu entschuldigen

Die Universität hat an alle­ Dozenten die Bitte gestellt, das Fehlen der Studenten während der Zeit des „Streiks“ ausnahmsweise zu entschuldigen. „Es sollen den Studierenden keine Nachteile dadurch entstehen, dass sie am Programm teilhaben wollen“, versichert Weber.

„Dabei erhoffen wir uns von den Studierenden natürlich auch, dass sie diese Möglichkeit einfordern, und von den Lehrenden, dass sie das Ganze proaktiv unterstützen.“ Allerdings liegt die Entscheidung, ob Studenten von Seminaren entschuldigt werden oder nicht, letzten Endes trotzdem bei den Dozenten.

Alle Infos über das Programm der Marburger Public-Climate-School kann man auf der Webseite klimastreik.asta-marburg.de abrufen. Als Ausklang der Klimastreikwoche, haben „Fridays for Future“ für den 29. November unter dem Hashtag „NeustartKlima“ ihren vierten globalen Klimastreik geplant.

von Linda Marquardt