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Marburg „Olympischer Brief“ für mehr Personal
Marburg „Olympischer Brief“ für mehr Personal
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08:57 09.04.2019
In einem Metallkoffer liegt der „Olympische Brief“ – eine lange Papierrolle, auf der deutschlandweit an Kliniken Pflegekräfte für bessere Arbeitsbedingungen unterschreiben. Am Montag kam der Brief am UKGM Gießen an, ab Dienstag ist er in Marburg. Quelle: Oliver Schepp
Marburg

Zu wenig Personal, Arbeitsbedingungen, die sich immer weiter verschlechtern und in der Folge überlastete Mitarbeiter: Gegen solche Missstände in den Bereichen Pflege und Versorgung im Krankenhaus ist derzeit der „Olympische Brief“ durch ganz Deutschland unterwegs.

In Anlehnung an die Tradition des Olympischen Fackellaufs machte der Brief auf Einladung des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“ am Montag zunächst am UKGM in Gießen Station und ist Dienstag und Mittwoch am Uni-Klinikum in Marburg. Auf der langen Papierrolle im Inneren des Metallkoffers werden Unterschriften gesammelt – die sollen am 5. Juni an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) übergeben werden. Denn dann findet die Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig statt.

Hauptforderung des Briefs: Endlich gute Bedingungen für Pflege und Versorgung im Krankenhaus. „An uns wird gespart und es wird sich an uns bereichert. Patient*innen werden blutig entlassen und Angehörige sind gezwungen den Pflegenotstand selbst abzufedern. Das macht uns wütend und wir nehmen es nicht länger hin!“, heißt es in dem Schreiben.

Gewerkschaft unterstützt die Aktion

„Unser Ziel ist eine gesetzliche Personalbemessung für alle Berufe im Krankenhaus“, sagte Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas-Rehm am Montag während der Aktion, an der sich Pflegepersonal und Ärzte beteiligten. Mit der Petition stelle sich die Gewerkschaft Verdi hinter Pflegekräfte, Ärzte, Hebammen, Reinigungskräfte „und alle anderen Beschäftigten, die täglich wertvolle Arbeit für uns leisten“.

Zu den Unterzeichnerinnen gehört auch Jana Jünger. Sie ist die Mutter von „Herzkind“ Tristan. Der Fünfjährige musste bereits dreimal am Herzen operiert werden, demnächst steht eine vierte OP an, weil Tristan eine künstliche Herzklappe braucht. Zwei der drei bisherigen Operationen waren vom Klinikum verschoben werden, obwohl sich die Familie auf die zuvor vereinbarten Termine eingestellt hatte. „Solche Verschiebungen sind ärgerlich für das Kind und die Angehörigen“, erklärte die Mutter.

Nicht nur für die betroffenen Familien, auch für die Beschäftigten seien solche Bedingungen nicht tragbar, betonte Klaus Hanschur. „Die Beschäftigten geben alles, aber die Arbeitsbedingungen werden immer schlechter“, beschrieb der Gesamtbetriebsratsvorsitzende am UKGM die Situation an den Standorten Gießen und Marburg.

von Armin Pfannmüller