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Marburg Mitglieder stimmen für Niklas Hannott
Marburg Mitglieder stimmen für Niklas Hannott
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21:11 06.09.2020
Am Ende der Sitzung stellten sich die Mitglieder des neuen Kreisvorstandes um Werner Böhm (Dritter von links), so fern sie noch da waren, zum Foto mit ihrem Direktkandidaten Niklas Hannott (links). Quelle: Götz Schaub
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Stadtallendorf

In einer Doppelversammlung stellten die Freien Demokraten des Landkreises Marburg-Biedenkopf am Samstag (5. September) in der Stadthalle in Stadtallendorf personelle Weichen für anstehende Ereignisse. Dabei wurde der 24-jährige Niklas Hannott als FDP-Direktkandidat für die im nächsten Jahr stattfindende Bundestagswahl nominiert. Von 24 abgegebenen Stimmen erhielt er 23, nur ein Delegierter stimmte gegen ihn. Hannott ist Landesvorsitzender der Jungen Liberalen und stellvertretender Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes Marburg. Er hat sein zweites Staatsexamen gemacht und wird demnächst als Referendar an einer Schule arbeiten. Sein zentrales Thema ist die Bildung. Er fordert Chancengerechtigkeit ein.

Digitalisierung ist überfällig

Es darf nicht länger die Frage sein, woher ein Schüler kommt, sondern wo er hin will und dass er dabei die selben Chancen haben muss wie jeder andere auch“, machte er deutlich. Die Digitalisierung der Schulen sei überfällig. Dabei müsse auch gewährleistet sein, dass alle Kinder zu Hause den Zugang zu elektronischen Lernmitteln haben. „Wir stehen für Wandel und Fortschritt, wir müssen in den nächsten Jahren in Deutschland wieder mehr Visionen entwickeln und umsetzen.“ Die Umfragewerte seien zwar noch lange nicht zufriedenstellend, doch solle man sich damit auch nicht zu sehr beschäftigen. Es komme jetzt darauf an, einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf zu machen. Und da wolle er sich mit einbringen. „Wir müssen zeigen, dass wir ein Gestaltungsbild haben, dass wir den Grundoptimismus besitzen und dass wir die Plattform für freie und mündige Bürger sind.“

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Das waren alles Aussagen, die die Delegierten gerne hörten. Hannott versicherte, den Wahlkampf gegen die anderen Direktkandidaten mit diesen Inhalten zu füllen. Mit einem längeren Statement von Winand Koch pro A 49 endete schließlich die erste Versammlung, die übrigens von Jochen Rube aus Korbach geleitet wurde, der Kreisvorsitzender der FDP im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist.

Behlen kritisiert Votum

Rube leitete dann auch die Kreismitgliederversammlung, während der Kreisvorsitzende Werner Böhm erneut in das Amt gewählt wurde. Obgleich er keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt er bei 26 abgegebenen Stimmen nur 17-mal ein „Ja“. Sieben lehnten ihn gar ab, zwei enthielten sich. Sein Amtsvorgänger

Jörg Behlen nannte dieses Ergebnis später bei einem Facebook-Post „objektiv nicht fair“ und erinnerte sich an ähnliche Erfahrungen als Vorsitzender. Wesentlich mehr Rückenwind erhielten seine drei Stellvertreter Lisa Freitag (25 Stimmen), Winand Koch (24) und Stefan Fenner (19). Böhm versicherte, dass er sich freue, zwei weitere Jahre in Verantwortung den Kreisverband weiterentwickeln zu dürfen. Er machte deutlich, dass es besonders wichtig sei, sich auf dem Land zu präsentieren. Anders als die Linken und Grünen, die zwei Drittel ihrer Wähler in der Stadt Marburg haben, seien zwei Drittel der FDP-Wähler auf der Fläche, sprich im Landkreis zu finden. Es gelte, dies auch dazu zu motivieren, aktiv für die FDP einzutreten und beispielsweise für die Kommunalwahl eine Liste aufzustellen.

Böhm freute sich, dass sich nach dem Weggang von Christian Fischer in Weimar wieder junge frische Kräfte gefunden haben, die den Ortsverband neu beleben wollen. Auch wolle man über Themenabende FDP-Wähler motivieren zu Veranstaltungen zu kommen und mitzudiskutieren. Dafür möchte sich auch Lisa Freitag stark machen, der Böhm als jetzt erste Nachrückerin auf der FDP-Landesliste noch wünschte, bald in den Landtag nachrücken zu können.

Und dann gab es da noch eine Mitteilung vom Schatzmeister Tobias Koch, der aber selbst nicht an der Versammlung teilnehmen konnte.

Das Vermögen des Kreisverbandes ist mächtig angewachsen, auch durch Zahlungsdisziplin der Mitglieder. 760 Euro pro Kopf stehen zur Verfügung, das Reinvermögen beträgt 47 000 Euro. Damit sei man im Verhältnis zu den Mitgliedern der finanzstärkste Kreisverband Deutschlands.

von Götz Schaub

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