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Marburg Bartol verlängert sein Abo für den Bundestag
Marburg Bartol verlängert sein Abo für den Bundestag
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00:04 27.09.2021
Direktkandidat Sören Bartol (2. von rechts) bei der Wahlparty der SPD in der Waggonhalle.
Direktkandidat Sören Bartol (2. von rechts) bei der Wahlparty der SPD in der Waggonhalle. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Sören Bartol bleibt für weitere vier Jahre direkt gewählter Abgeordneter des Landkreises im Hessischen Bundestag. Bei seiner sechsten Direktkandidatur besiegte der 47-jährige Sozialdemokrat seinen Herausforderer Dr. Stefan Heck (CDU) deutlich, nahm ihm rund 15 000 Stimmen ab und zog mit einem Stimmenanteil von gut 36 Prozent erneut ins Parlament ein – zum sechsten Mal in Folge als direkt gewählter Abgeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Alleine in Marburg lag Bartol 6 000 Stimmen vor Dr. Stefan Heck. Seine Position als Kreisvorsitzender sowie in Berlin als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion dürfte sich noch verbessert haben.

Sowohl Landrätin Kirsten Fründt als auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies freuten sich bei der 2-G-Wahlparty der SPD in der Waggonhalle sichtlich. „Bevor ich mich über uns freue, freue ich mich darüber, dass die AfD sinkt, allein das ist ein Grund zu feiern“, sagte Spies und fügte unter dem Jubel der SPDler hinzu: „Vor drei Monaten wurden wir noch mit Kleinparteien bei zwölf Prozent gehandelt, heute gehen wir als stärkste Fraktion nach Hause.“

Enttäuschung bei der CDU

Auch Werner Hesse war sichtlich erleichtert: „Totgeglaubte leben länger“, betonte er im Gespräch mit der OP. Die Wahl habe gezeigt, dass die „SPD immer noch eine große Volkspartei“ sei, „die für die Vertretung der sozialen Interessen in Deutschland unverzichtbar ist“. Dass Sören Bartol das Direktmandat geholt habe, wertete Hesse als deutliches Zeichen dafür, „dass die Menschen im Landkreis wissen, dass er für eine Politik steht, die die Interessen des Kreises in allen Facetten in Berlin vertritt“.

Sören Bartol war bis zum Schluss nach eigenen Angaben „mega aufgeregt“. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir so einen engagierten Wahlkampf gemacht haben; und dass ich auch in meiner sechsten Wahlperiode noch kämpfe, wurde anscheinend belohnt.“

Enttäuschung dagegen bei Dr. Stefan Heck und den Christdemokraten. Der 42-jährige Heck landete deutlich hinter Bartol im Ziel. Gestern Abend war lange unklar, ob er über die Landesliste den Einzug in den Bundestag doch noch schafft.

Bei der Wahlparty der CDU Marburg-Biedenkopf mit ihrem Spitzenkandidaten Stefan Heck in der Dammühle in Wehrshausen war am Sonntagabend die Stimmung nicht so berauschend, wie manche der Christdemokraten sich das gewünscht hätten. Rund 50 CDU-Parteimitglieder waren in der Dammühle zusammengekommen, um sich gemeinsam den Ausgang der Wahl anzuschauen. Auf einem Fernsehbildschirm flimmerten die deutschlandweiten Hochrechnungen, auf eine Leinwand wurden die Zwischenergebnisse des Landkreises projiziert. Während der rote Balken (für SPD-Direktkandidat Sören Bartol) stetig wuchs, schrumpfte der schwarze Balken von Stefan Heck. „Das ist ein nicht sehr fröhlicher Abend, der mich auch nicht unberührt lässt“, konstatierte Heck.

Dirk Bamberger, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter, bescheinigte Heck einen guten Wahlkampf: „Stefan hat in einem unermesslich schwierigen Umfeld einen Wahlkampf führen müssen – und dabei hat er hervorragende Arbeit geleistet“, sagte Bamberger vor den Parteimitgliedern in der Dammühle und an Heck persönlich gerichtet: „Du hast uns nicht enttäuscht!“

Die grüne Direktkandidatin Stephanie Theis holte fast jede vierte Erststimme und damit ein historisch starkes Ergebnis für die Grünen.

„Wir haben ein historisches Ergebnis der Grünen erzielt. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir angekommen sind und nun auch zu den Größten dazugehören“, sagt Theiss.

Grüne Stephanie Theiss: Gehören zu den Größten dazu

„Ich bin super glücklich, wie das Wahlergebnis des Landkreises ausgefallen ist, das ist eine Verdopplung gegenüber der letzten Bundestagswahl“, sagte die Grünen-Direktkandidatin.

„Ich habe damit gerechnet, dass sich das Ergebnis beim Bundestrend einpendelt, also dass es keine große Diskrepanz zwischen Bundestrend und dem Landkreis gibt“, teilte Theiss gegenüber der OP mit. „Das Ergebnis der Kommunalwahl hat sich stabilisiert und das ist sehr erfreulich“, sagt Stephanie Theiss.

Die Linken waren enttäuscht. Gegen 21 Uhr fieberten nur noch eine Handvoll Mitglieder der Linken in der Elisabethstraße mit. „Wir sind in dem Zweikampf zwischen SPD und CDU zerrieben worden. Wir als Linke müssen das jetzt sowohl auf Bundesebene als auch hier im Kreis aufarbeiten“, resümierte Direktkandidat Maximilian Peter. Bernd Hannemann fasste es so zusammen: „Shit happens, aber ich habe damit gerechnet. Alles über 5 Prozent wäre ein Erfolg gewesen.“

Von unseren Redakteuren